Tag der offenen Tür am 31. August: Zwischen 1966 und 1969 baute der Oberbergische Kreis in Waldbröl ein neues Kreiskrankenhaus. Im Juni 1969 zogen Mitarbeiter und Patienten aus dem Gebäude des heutigen Berufskollegs in das neue 420 Betten-Haus. Den 50. Geburtstag des Kreiskrankenhauses feiert das Klinikum Oberberg mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür am Samstag, 31. August. Nachdem morgens die Jubiläumsfeierlichkeiten mit geladenen Gästen eröffnen, bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses allen interessierten Besuchern von 12 bis 17 Uhr einen Blick hinter die Kulissen und präsentieren die Versorgungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Kliniken. Das erste Krankenhaus in Waldbröl richtete Sanitätsrat Dr. Venn 1893 in einem kleinen Fachwerkhaus nahe seines eigenen Wohnhauses ein.

 

Foto: Klinikum Oberberg GmbH

In acht Betten versorgte der einzige in Waldbröl praktizierende Arzt seine Patienten. Schnell war klar, dass die kleine Krankenstation den Bedarf nicht deckte. Gemeinsam mit Pfarrer Wilhelm Hollenberg gründete er eine Heil- und Pflegeanstalt zur Fürsorge Geisteskranker, die auch ein Krankenhaus mit 40 Betten beinhaltete. Die evangelische Kirche stellte das Bauland zur Verfügung und die Provinzial-Verwaltung das Baukapital. 1897 eröffnete die Heil- und Pflegeanstalt. Es folgten Trägerwechsel und zwei Weltkriege, die das Krankenhaus überstand. In den 1960er Jahren bot sich für den Oberbergischen Kreis als Träger die Möglichkeit das Gelände und das alte Krankenhaus dem Bund zu verkaufen und ein neues zeitgemäßes Krankenhaus zu bauen. 1966 wurde der Grundstein für das neue Kreiskrankenhaus gelegt. Beim Richtfest 1967 sagte Oberkreisdirektor Dr. Friedrich-Wilhelm Goldenbogen der Presse: „Hier wurde eine Strukturverbesserung im Krankenhauswesen des Oberbergischen Kreises erreicht, die für manchen Kreis noch Wunschtraum ist.“ Es entstand ein modernes Krankenhaus, das aufgrund seines Modellcharakters finanziell durch das Land großzügig gefördert wurde.

Seither hat sich die medizinische Versorgung enorm weiterentwickelt

Bei einem informativen und unterhaltsamen Programm können sich Besucher am Samstag, 31. August, einen Eindruck von dem hohen medizinischen Versorgungsniveau in Waldbröl machen: Neben Führungen durch das Krankenhaus, die zum Beispiel in die Notaufnahme und ins Schlaflabor führen, werden auch Führungen für Technikfans geboten, die sich das Blockheizkraftwerk und die Membranfilteranlage anschauen wollen. Ein begehbares Gefäßmodell lädt zu einem Blick ins Innere einer Arterie ein. Den Blutfluss in den eigenen Venen können die Besucher gleich testen lassen. In der Anästhesie dreht sich alles um sichere und gut verträgliche Narkosen.

Schmerzen mit Hilfe von Naturheilkunde und Aromatherapie zu lindern, stellen die Expertinnen des Schmerzdienstes vor. In der Allgemeinchirurgie dürfen Besucher selbst zu den Instrumenten greifen und sich einen Eindruck von der Schlüsselloch-Chirurgie verschaffen. Der Chefarzt der Onkologie und Palliativmedizin, Dr. Stefan Brettner, informiert in einem Vortrag über den Nobelpreis für Medizin 2018 für die Fortschritte in der Immuntherapie, die Hoffnung für Krebspatienten machen. In der Gastroenterologie stellen die Mediziner und Pflegekräfte die Untersuchungsräume vor, veranschaulichen Abläufe bei einer Magenspiegelung, zeigen Instrumente und führen Filme von Eingriffen vor.

Auch die Radiologie bietet Einblicke ins Innere des Körpers

So stellen Chefarzt Dr. Markus Spanagel und sein Team das neue Angiographie-Gerät vor, das die Gefäße eines Patienten abbildet und Gefäßverschlüsse sichtbar macht. Auch die diagnostischen Möglichkeiten des modernen Computer Tomographen können die Besucher kennen lernen. Bei den Unfallchirurgen und Orthopäden geht es um die Behandlungsmöglichkeiten gebrochener Wirbel, verletzter oder verschlissener Kniegelenke. Chefarzt Thorsten Franz veranschaulicht im Film und anhand von künstlichen Gelenken, wie moderner Gelenkersatz aussieht. Die Psychiatrie lädt auf die Station im 6. Stock ein, um verschiedene Therapien zu präsentieren. Mitmachen ist gefragt, wenn Musiktherapeuten das Kommunizieren ohne Worte vermitteln und wenn Ergotherapeuten zum Radiergummi-Druck einladen.

Kunsthandwerk, das während der Ergotherapie von Patienten angefertigt wurde, steht zum Verkauf

Auch Kinder sind herzlich eingeladen, beim Tag der offenen Tür dabei zu sein. Die Auszubildenden des Krankenhauses bauen einen OP-Tisch in der Eingangshalle auf und operieren mit den Kindern eine Puppe. Stargast ist die WDR-Maus, die mit den Kindern das Krankenhaus entdeckt. Auch bei einer Greifvogelschau auf der Wiese vor dem Krankenhaus sind die Tiere der Star. Eigens für Jungen und Mädchen gibt es einen Kinder-Reanimationskurs. Auch Erwachsene sind herzlich eingeladen, ihr Notfallwissen aufzufrischen. Der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises bietet Reanimationsübungen an und zeigt auf dem Parkplatz des Ärztehauses historische und aktuelle Einsatzfahrzeuge. Die Feuerwehr Waldbröl ist mit ihrem Drehleiterfahrzeug ebenfalls vertreten.

 

Quelle: Klinikum Oberberg GmbH

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in GM-Windhagen und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: redaktion@oberberg-nachrichten.de für unsere Leser erreichbar.

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