Ein voller Erfolg war die erste Mutter-Kind-Freizeit für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, die vom „Haus für Alle“ in Waldbröl veranstaltet wurde. Mit elf Müttern und ihren insgesamt 19 Kindern ging es für vier Tage in die Freizeitstätte Haus Niedermühlen im Westerwald. Das Haus ist eine umgebaute ehemalige Wassermühle im idyllischen Ort Asbach, umgeben von herrlichen Wäldern. Nach dieser Pilot-Freizeit kann es weitere Freizeiten mit alleinerziehenden Müttern geben. Der Bedarf ist da.

Christian Gröger, Leiter des Hauses für Alle, ist froh, dass das „Haus für Alle“ ein solches Angebot machen kann. „Die große Nachfrage hat gezeigt, wie wichtig solche Angebote sind und wie sehr sie bisher im Oberbergischen Kreis fehlen. Ich bemühe mich darum, auch für 2020 Projektmittel zu bekommen, um das Angebot zu wiederholen und noch auszubauen. Wir haben da schon gute Ideen.“ Die erste Freizeit für Alleinerziehende war finanziert worden durch eine 10 000 Euro-Spende der drei oberbergischen Lions-Clubs. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Lions Clubs International im Jahr 2017 hatten die Lion Clubs Gummersbach-Aggertaler, Gummersbach und Oberberg unter dem Motto „100 Jahre – 100 Jahre Kunstwerke“ eine große Benefiz-Kunstauktion ins Leben gerufen und drei sozial-diakonische Einrichtungen mit jeweils 10.000 Euro bedacht.

Die Freizeit für Alleinerziehende wurde geleitet von Claudia Kunczik, stellvertretende Leiterin des Waldbröler „Hauses für Alle“, und von Diplom-Psychologin Dunja Kutzschbach. Für die Kinderbetreuung waren auch zwei Studentinnen dabei: Entspannung pur für die Mütter. Dunja Kutzschbach: „Gerade alleinerziehende Frauen sind in ihrem Alltag sehr gefordert. Sie haben wenig Entlastung. Wir wollten ihnen auch mal eine Auszeit von ihrem Alltag geben.“

Was liebe ich an meinem Kind?

Angeboten wurde ein gemeinsames Programm für die Mütter mit ihren Kinder, aber auch Programm nur für die Mütter und nur für die Kinder. So gab es zum Beispiel eine Schatzsuche oder einen Waldparcours, bei dem die Kinder die Wasserqualität des nächsten Bachs untersuchten. Spielerisch das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, war das Ziel. Beim gemeinsamen Programm etwa malten die Mütter eine Plakat: Was liebe ich an meinem Kind? Und: Was finden andere an meinem Kind gut? Die Mütter erlebten eine intensive, gute Zeit mit ihren Kindern, und das stärkt die Bindung insgesamt.

„So eine Freizeit würden wir gerne regelmäßig machen – und dann bitte viel länger“, sagte eine Teilnehmerin. „Die Kinder sehen hier nicht, dass wir nur eine halbe Familie sind. Das tut uns allen gut.“ Das intensive Kennenlernwochenende machte Lust auf weitere Treffen, auch mit den Kindern. Die Mütter verstanden sich sehr gut, da sie alle in der gleichen Situation ohne Väter oder eine größere Familie zu leben.

Was möchte ich wieder aktivieren?

Es tat den Frauen gut, sich wieder einmal außerhalb der Mutterrolle wahrzunehmen. „Man muss als Mutter immer bringen, immer leisten“, sagte eine Teilnehmerin. Deshalb tat es gut, einmal zu fragen: „Was möchte ich wieder aktivieren, was vielleicht länger nicht möglich war?“ Eine Frau etwa träumte von dem Freiheitsgefühl auf dem Mofa, das sie früher so sehr genossen habe. „So habe ich schon lange nicht mehr gefühlt.“

„Wir kommen uns alle vor wie in einer großen Familie“, sagte eine Teilnehmerin. Als „entspannt, harmonisch, erholsam und auch emotional“ beschrieben die Teilnehmerinnen die Freizeit in der Abschlussrunde. Ein Kind sagte: „Mama, so ein schönes Wochenende hatte ich schon lange nicht mehr. Ich möchte, dass das noch mindestens ein Jahr geht.“

Das „Haus für Alle“ ist die Beratungsstelle für Erziehungs-, Familien-, Ehe- und Lebensfragen des Kirchenkreises An der Agger. Die diakonische Einrichtung in Waldbröl steht jedermann und jederfrau offen, unabhängig von Religion oder Herkunft.

Quelle: Ev. Kirchenkreis An der Agger

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Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in GM-Windhagen und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: redaktion@oberberg-nachrichten.de für unsere Leser erreichbar.

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