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Eröffnung des Johanniter-Tageshospizes zum Juli

Wiehl Für lebensbegrenzt Erkrankte, die auf ihrem letzten Weg eine teilstationäre Unterstützung suchen, bietet der Johanniter-Regionalverband Rhein.-/Oberberg nun ein Tageshospiz in Wiehl an.

Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden sind – ebenso wie ihre Angehörigen – in vielerlei Hinsicht hilflos und überfordert: Wie wird es weitergehen? Was ist zu regeln? Wie lange werden meine Kräfte ausreichen?

Das Johannes-Hospiz Oberberg wie auch der Ambulante Hospizdienst der Johanniter kümmert sich seit Jahren um lebensbegrenzt Erkrankte und ihre Familien, die diese Fragen beschäftigen. Und dank einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Palliativmedizinern, Apotheken, Pflegediensten, Beratungsstellen und Ehrenamtlichen vom Malteser Hilfsdienst sowie auch der Unterstützung durch den Förderverein der Hospizarbeit in Wiehl und der Johannes Hospiz Oberberg Stiftung ist das Hospizangebot der Johanniter ein nicht mehr wegzudenkender Anker für Sterbenskranke und ihre Familien in der Region geworden. Das neue Johanniter-Tageshospiz in Wiehl fügt sich nun in dieses etablierte und seit Jahren bewährte Netzwerk ein. Die mit einem feierlichen Festakt am heutigen Johannistag eingeweihte Einrichtung wird ab Juli 2022 denjenigen Menschen, die trotz ihrer lebensbegrenzenden Erkrankung weiter zu Hause leben, ein sicheres Umfeld unter ebenso Betroffenen geben und ihnen gleichsam eine professionelle psychosoziale und palliative Versorgung sowie ehrenamtliche Unterstützung bieten.

„Das Johanniter-Tageshospiz wird ein schlüssiger und essentieller Baustein in der Versorgung von lebensbegrenzt Erkrankten in der Region und schließt die bestehende Versorgungslücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“, so Steffen Lengsfeld, Vorstand des Johanniter-Regionalverbandes Rhein.-/Oberberg. „Vor allem kommen wir mit diesem Angebot aber auch dem Wunsch der Mehrzahl der Menschen nach, die zu Hause sterben möchten“, erklärt Lengsfeld weiter. „Tagsüber kümmern wir uns um die Erkrankten und entlasten so auch die Angehörigen. Über Nacht kann ein Tageshospiz-Gast dann wieder im vertrauten Umfeld und bei seinen Lieben sein.“

Bereits im letzten Jahr wurde die Kapazität des Johannes-Hospizes Oberberg auf 11 Zimmer für Gäste erhöht. Das neue Johanniter-Tageshospiz bietet nun angeschlossen an die Räumlichkeiten des stationären Hospizes Platz für fünf Gäste und betreut diese an drei Tagen in der Woche. Überlegungen, ob dies noch ausgebaut werden könnte, macht sich der Johanniter-Regionalvorstand und sein Team dabei durchaus auch bereits zu diesem Zeitpunkt: „Es ist aufgrund unterschiedlicher gesellschaftlicher Entwicklungen möglich, dass wir die Kapazität im Hospizbereich und insbesondere die im neuen Tageshospiz kurz- oder mittelfristig erhöhen werden,“ so Lengsfeld, der dabei an die zunehmend alternde Gesellschaft und auch die geburtenstarken, eher individualisiert sozialisierten Baby Boomer denkt. „Unser Team ist darauf eingestellt und auch die Infrastruktur weitgehend daran ausgerichtet. Und natürlich hilft dabei, dass wir von Johanniter-Seite in der Region über Jahre etabliert sind und sehr erfolgreich mit anderen Akteuren der Palliativ- und Hospizarbeit zusammenarbeiten – mit Ärzten, Apotheken, Pflegediensten oder etwa dem Malteser Hilfsdienst sowie all unseren Unterstützern in der Region, vor allem auch von Verein und Stiftung.“

Wie wichtig ein Netzwerk in der Hospizarbeit ist, das weiß kaum jemand besser als Ute Schumacher, die seit über 10 Jahren den Fachbereich Pflege und Soziale Dienste im Johanniter-Regionalverband Rhein.-/Oberberg verantwortet. „Wir sehen immer mehr Zweipersonen – und Einzelhaushalte, auch hier im eher ländlich geprägten Raum“, erklärt sie. „Dass ein Schwerstkranker dann noch einmal ganz anders versorgt und in ein Unterstützungsnetzwerk eingebettet werden muss, das bemerken wir so jedes Jahr stärker. Die Arbeit von allen Mitwirkenden in der Hospizarbeit muss mehr denn je wie ein Zahnrad ineinandergreifen, und für mich und mein Team ist die Eröffnung unseres Tageshospizes deswegen vor allem auch eine Bestätigung, dass unsere gemeinsame Arbeit für Schwerstkranke und ihre Familien anerkannt wird und wir den Menschen hier vor Ort in ihren schwersten Tagen eine echte Stütze sein können.“

Das Johanniter-Tageshospiz richtet sich an volljährige Menschen mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung und ihre Angehörigen. Das Angebot ist unabhängig von Geschlecht und Religionszugehörigkeit. Da es sich um eine teilstationäre Form der Versorgung handelt und Autarkie und Selbstbestimmung eine hohe Priorität haben, sollen die Tagesgäste der neuen Einrichtung möglichst auf allen Ebenen orientiert sowie min­destens sitzend transportfähig sein. Der Johanniter-Fahrdienst kann für den Transport der Gäste eingebunden werden.

Weiterführende Auskunft für lebensbegrenzt Erkrankte und deren Angehörige erteilt das Johanniter-Tageshospiz telefonisch, per Email oder auch persönlich: Jens Stube, Pflegedienstleitung, oder Bettina Hüttig-Reusch, Hospizberatungsdienst & Aufnahmemanagement, Telefon 02262 6922-0 bzw. per Email [email protected]

Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Rhein.-/Oberberg

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt. Sie ist per Mail [email protected] für unsere Leser erreichbar.

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