Seit 2002 wird alljährlich der Weltkatzentag gefeiert. Ursprünglich war der dahinter stehende Gedanke, dass auf Missstände aufmerksam gemacht werden sollte, unter denen Katzen leben bzw. gehalten werden. Katzenschutz ist nach wie vor auch heute ein wichtiges Thema. Andererseits feiern viele Katzenfreunde an dem Tag ihre Katzenliebe mit anderen.

Nach Schätzungen leben in Deutschland etwa zwei Millionen Katzen auf der Straße

Sie sind in der Regel nicht geimpft, kastriert, krank und auch oft abgemagert. Durch häufige Paarungen und zahlreiche Geburten nimmt die Zahl immer weiter zu. Es sind häufig heimatlose Katzen, die ihren ursprünglichen Besitzern entlaufen sind. Um das einzudämmen ist eine Kastrationspflicht wichtig, die es im Oberbergischen Kreis seit dem 01.03.2018 gilt. Durch diese Verordnung müssen freilebende Katzen und Katzen mit Freigang kastriert, gechipt und registriert werden. Die Umsetzung dieser Vorgabe hat daher für das Tierheim Wipperfürth eine hohe Priorität, denn sonst kommen erfahrungsgemäß mehrfach im Jahr viele kranke Katzen mit ihren ebenso oft kranken Katzenjungen ins Tierheim.

In diesem Jahr möchte das Tierheim Wipperfürth aber den Schwerpunkt beim Internationalen Katzentag auf Katzen lenken, die das Coronavirus in sich tragen

Diese ansteckende Krankheit schreckt potenzielle Interessenten ab, eine solche Katze aufzunehmen, obwohl die Verschlimmerung durch den Virus bei den wenigsten Katzen auftritt. Leider ist es so, dass diese Krankheit ansteckend ist. Im Tierheim Wipperfürth leben im Moment drei Katzen mit diesem Virus, die so gerne in ein eigenes Zuhause umziehen möchten. Der total liebe und verschmuste Kater Balou aus dem Tierheim Wipperfürth wendet sich selbst an mögliche Interessenten und erklärt seine Krankheit. Für ihn – und seine ebenfalls betroffenen Mitbewohner – wäre es toll, wenn sie bald aus dem Tierheim ausziehen könnten. Weitere Informationen zu dem Coronavirus und den Katzen, die davon betroffen sind, finden Sie unter https://www.tierheim-wipperfuerth.de/unsere-notfälle-pflegestelle-gesucht.

Hallo mein Name ist Balou, ich bin 11 Jahre alt und lebe im Tierheim Wipperfürth

Kater Balou Fotograf: Christian Bosbach

Bisher habe ich leider noch kein neues zu Hause gefunden, da die Menschen zurückschrecken wenn sie hören, dass ich das Coronavirus habe. Ich lebe noch mit 2 weiteren „Corona-Katzen“ zusammen in einem Außengehege und möchte euch einmal etwas über diese Krankheit erzählen: Eigentlich ist es harmlos, das Coronavirus. In seltenen Fällen verursacht es ein bisschen Schnupfen oder Durchfall. Doch es gibt sie leider auch – die unglücklichen Ausnahmen –, nämlich die Katzen, bei denen das Coronavirus FIP auslöst. Rund 50 % meiner Artgenossen sind im Laufe ihres Lebens mit dem Virus in Berührung gekommen.

Ein Ansteckungs-Risiko für Freigänger besteht daher immer

Wenn eine gesunde Katze mit dem Coronavirus infiziert wird, reagiert ihr Immunsystem mit Antikörpern gegen das Virus. Die Infektion wird erfolgreich bekämpft. Diese Antikörper sind im Blut (Antikörper-Titer) nachweisbar. Wenn das Coronavirus zum FIP-Virus mutiert, kann dieses veränderte Virus die Fresszellen der Immunabwehr infizieren und gelangt auf diesem Weg über das Blut überall in den Körper. Je nach Stärke des Immunsystems kommt es gleich, gar nicht oder einige Zeit später zum Ausbruch von FIP. Nur zehn Prozent meiner Artgenossen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, bekommen FIP. Das heißt, bei 90 Prozent der infizierten Katzen kommt es entweder zu keinerlei oder vorübergehenden, milden Beschwerden. Wir Katzen, die das Feline Coronavirus in uns tragen, scheiden den Erreger mit dem Kot aus – auch wenn wir keine Symptome einer Erkrankung zeigen. Über Nase und Mund können sich andere Katzen dann anstecken. Mir und meinen Artgenossen geht es gesundheitlich gut. Wir haben Lebensfreude und den Wunsch nach einem schönen, ruhigen zu Hause, in dem wir so geliebt werden wie wir sind.

Quellennnachweis: Tierheim Wipperfürth

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Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in GM-Windhagen und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: redaktion@oberberg-nachrichten.de für unsere Leser erreichbar.

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