Gummersbach – Die Entscheidung von Angelina Jolie sich präventiv die Brüste abnehmen zu lassen, machte 2013 weltweit Schlagzeilen. Ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken, war so hoch, dass sie sich für die Brustamputation entschied. Um die beiden Gene, die Brust- und Eierstockkrebs verursachen, drehte sich das diesjährige Brustkrebsforum Oberberg, zu dem das Brustzentrum am Kreiskrankenhaus Gummersbach eingeladen hatte. Rund 80 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit mit der Spezialistin der Universitätsklinik Köln für erblichen Brust- und Eierstockkrebs, PD Dr. Kerstin Rhiem, über den Nutzen des Gen-Screenings zu diskutieren.

Die Angst vor Brustkrebs ist groß

„Brustkrebs macht Angst“, weiß Dr. Anja Weishap, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums am Kreiskrankenhaus Gummersbach. Um aufzuklären, zu informieren und zu motivieren hat Dr. Weishap gemeinsam mit ihrem Team am Samstag, 12. Oktober, zum Brustkrebsforum Oberberg in die Räume der Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren nach Gummersbach eingeladen. 70.000 Frauen erkranken bundesweit jedes Jahr neu an Brustkrebs, so die erschreckende Nachricht der Gynäkologin. „Der Heilungserfolg liegt bei 80 Prozent“, schob sie die gute Nachricht gleich hinterher. „Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser die Erfolgsaussichten“, warb Dr. Weishap für die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeprogrammen.

PD Dr. Kerstin Rhiem machte deutlich, dass nicht die 80-jährige Patientin, die an Brustkrebs erkrankt, einen erblich bedingten Tumor in sich trägt, sondern dass junge Frauen ab 35 Jahren mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit erkrankt sind, weil sie Trägerin eines veränderten BRCA1 oder BRCA2-Gens sind. Für ihre Schwester oder ihre Töchter sei es wichtig zu wissen, ob ein erblich bedingter Brustkrebs vorliegt. „Wenn ich von dem Risiko weiß, kann ich ganz anders damit umgehen“, so PD Dr. Rhiem, Leitende Oberärztin im Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs am Universitätsklinikum Köln.

Dr. Anja Weishap, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, und PD Dr. Kerstin Rhiem, Leitende Oberärztin des Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsklinik Köln
Foto: Klinikum Oberberg

Raum für individuelle Fragen

Die Referentin sowie Dr. Weishap nahmen sich viel Zeit für die individuellen Fragen der Forumsteilnehmerinnen. Viele Gespräche wurden auch bei den Workshops zu Sport, zu Ernährung und zur Selbstuntersuchung der Brust sowie an den Infoständen geführt. Petra Dehler vom Haarkompetenzzentrum Gummersbach machte den Besucherinnen Mut zur Perücke mit zahlreichen schicken Modellen. Außerdem präsentierte das „Herzkissenteam“ aus Denklingen Selbstgenähtes wie zum Beispiel die Herzkissen, die sie jeder Brustkrebspatientin im Kreiskrankenhaus Gummersbach schenken. Unter den Arm geklemmt lindert das Kissen den Schmerz auf eine Operationswunde an der Brust.

Die Versorgungsmöglichkeiten mit Hilfsmitteln bei Brustkrebs sowie schicke Bademode und Unterwäsche, der aktuelle Stand der Pharmazie, selbst die Möglichkeit eine Brustwarze in 3D-Technik zu tattowieren, wurden vorgestellt. Auch Informationen über schmerzlindernde Öle und kühlende Wickel fehlten nicht. Das Team des Schmerzdienstes am Kreiskrankenhaus Gummersbach gab interessierten Besucherinnen außerdem praktische Tipps aus der Aromatherapie und Naturheilkunde. Die Selbsthilfegruppe Mamma Campy aus Nümbrecht stellte sich dazu noch vor, es gab Fitness-Angebote für Frauen und die Mayerische Buchhandlung hatte Fachliteratur zum Nachlesen im Angebot.

Quelle: Klinikum Oberberg GmbH

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Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in GM-Windhagen und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: redaktion@oberberg-nachrichten.de für unsere Leser erreichbar.

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