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Leserbrief zur „Causa Holberg“ – „Freispruch“ für Bürgermeister Holberg?

Leserbrief von Jens-Holger Pütz

Bergneustadt – Das Antwortschreiben vom Landrat Jochen Hagt / der Bezirksregierung ist aus meiner Sicht rein juristisch zu sehen. Von einem „Freispruch“ kann politisch und moralisch gesehen jedoch überhaupt keine Rede sein.

In der freien Wirtschaft wären bei einem solchen Versagen sicherlich Köpfe gerollt. Hier bleiben die 750.000 EUR, die in den Sand gesetzt wurden, rein juristisch ohne jegliche Konsequenz. Das ist für die Bürger nicht nachvollziehbar und führt zu weiterer Politikverdrossenheit.

Dass der Haushalt nicht belastet wird, ist Augenwischerei. Es werden jährlich 15.000 EUR über 50 Jahre abgeschrieben. Hört sich so nicht viel an, aber es bleiben 750.000 EUR. Hätte man die 750.000 EUR einmalig und sofort in den Haushalt stellen müssen, wäre man wohl um eine Erhöhung der Grundsteuer B nicht herumgekommen.

Die interne Fehlerbehandlung und der Umgang mit dem Thema Wiedeneststraße war vom Bürgermeister desaströs. Er hat sich zwar entschuldigt und er meinte, dass er die volle Verantwortung für den Fehler übernehme. Aber was heißt denn hier „volle Verantwortung übernehmen?“ Es gab keinerlei gravierende Konsequenzen. Bei Bekanntwerden hätte er seinen Rücktritt anbieten bzw. erklären müssen. Also war diese Aussage nichts weiter als eine hohle Phrase.

Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Politik rechtzeitig im Herbst 2017 im Ausschuss auf die Abrechnung der Wiedeneststraße hingewiesen hat, ist dieser dramatische Fehler noch viel schlimmer zu beurteilen. Auch macht es sich der Bürgermeister viel zu einfach, wenn er den Hauptgrund in einer Langzeiterkrankung eines Mitarbeiters sieht. Hier wurde schlicht und einfach versäumt, wichtige Termine und Fristen zu überwachen. Und das auf Kosten der Bürger. Gerade weil es diesen langzeiterkrankten Mitarbeiter in der Verwaltung gab, der für diese Abrechnungen zuständig war, hätte man umso gewissenhafter darauf achten müssen. Am besten hätte man „Wissen von außen eingekauft“, das heißt, man hätte, wie dies auch andere Städte und Gemeinden machen, eine externe Firma beauftragen müssen.

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