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Handball-Akademie: Anschlussförderung besser aufstellen

Gummersbach – In einem Interview mit Oberberg-Nachrichten zog der sportliche Leiter der Handball-Akademie Gummersbach, Jörg Lützelberger, eine Bilanz seines ersten halben Jahres im Amt und stellte seine Pläne für 2013 vor.

Oberberg-Nachrichten (ON): Wie ist es dazu gekommen, dass Sie die sportliche Leitung der Akademie übernommen haben?

Jörg Lützelberger: Nachdem Axel Renner als B-Jugendtrainer und Akademieleiter Ende 2012 gegangen war, entwickelten sich viele Dinge nicht mehr so positiv, weil einfach jemand fehlte, der sich um die Jungs kümmert. Ich habe dann Anfang April Gunnar Schmidt, Hans Schneider und Philipp Wilhelm zusammen genommen, und gemeinsam haben wir eine neue C-Jugend aufgebaut und mit der neuen B-Jugend die Qualifikation zur Oberliga geschafft. Parallel dazu habe ich Leszek Hoft bei der Arbeit mit der A-Jugend geholfen, weil er nicht nur ohne Leitung, sondern auch plötzlich ohne Co-Trainer auf sich allein gestellt war.

Irgendwie hat eines zum anderen geführt. Ich habe gesehen, wie das kleine Team in der Geschäftsstelle kämpfen musste, und dann habe ich da eben auch noch geholfen. Am Ende hatten wir ein tolles Event mit dem Finalrückspiel der A-Jugend in weniger als zehn Tagen organisiert. Sehr viele Menschen haben uns dabei geholfen. Im Anschluss haben wir die Jungs in die Sommerferien verabschiedet, und ich bin davon ausgegangen, dass die Akademie zum Trainingsbeginn einen neuen Akademieleiter präsentieren wird. Das hat aus den verschiedensten Gründen nicht geklappt, weshalb wir eine interne Lösung gefunden haben.

13-01-25luetzelbergerON: Wie fällt Ihre Bilanz für das erste halbe Jahr aus – persönlich und sportlich?

Lützelberger: Für mich persönlich waren es seit dem 1. September sehr intensive Monate. Wir haben versucht viele Dinge anzugehen, und einiges davon ist uns auch schon wirklich gut gelungen. Wir haben gesagt, die Saison 2012/2013 ist der Übergang, und wir stellen uns zur neuen Saison gut auf. Dazu müssen wir im ersten Halbjahr 2013 richtig Gas geben und viele Weichen stellen. Erfolgsentscheidend ist aus meiner Sicht die Zusammenarbeit im Verein. Geschäftsführung und Abteilungsleitung müssen sich gut abstimmen und die gleichen Ziele verfolgen. Dann wird es uns gelingen, die Akademie dahin zu bringen, wo wir sie immer schon haben wollten.

ON: Was sind Ihre genauen Pläne für die Akademie für 2013?

Lützelberger: Alle Jugendteams sollen in der höchst möglichen Spielklasse spielen. Die Akademie soll in allen Bereichen noch stärker leistungssportlichen Gütekriterien gerecht werden. Die Ausbildung unserer Spieler muss konstanter werden, und wir wollen effektiver und systematischer sichten – sowohl regional als auch überregional. Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sind weitere Aspekte, die in der Vergangenheit nicht intensiv genug bearbeitet wurden. Hierzu haben wir bereits tolle Ideen erarbeitet. Die Akademie soll zu den attraktivsten Nachwuchsstandorten werden. Ich freue mich auf 2013!

ON: Stellen Sie die Akademie kurz vor. Wie viele Sportler trainieren wie in welchen Mannschaften? Wie sieht der Tagesablauf aus?

Lützelberger: Gegenwärtig haben wir 42 Spieler zwischen 13 und 19 Jahren die für die Akademieteams U19, U17 und U15 im Einsatz sind. Je nach Alter und Entwicklungsstand haben die Jungs zwischen neun und 15 Stunden Programm in der Woche. Neben dem normalen Handballtraining und den Spielen kommen noch Motorik- und Athletiktraining sowie Videotraining und regenerative Maßnahmen dazu. In Verbindung mit den Anforderungen des Schulalltages ist das ein sehr anspruchsvolles Programm. Der Alltag eines Akademiespielers ist nicht für jedermann gemacht. Die Jungs wissen früher als viele ihrer Alterskollegen, was sie wollen.

ON: Was ist das Besondere an der Handball-Akademie Gummersbach?

Lützelberger: Die Akademie gehörte zu den ersten Nachwuchsleistungssporteinrichtungen im Handball in den alten Bundesländern. Wir haben tolle Trainingsmöglichkeiten und investieren viel Geld in die Qualität unserer Trainer. Zudem bestehen attraktive Voraussetzungen mit den Männerteams in der 1. und 3. Liga. Handball ist in der Region Oberberg die klare Nummer 1, und die Akademie steht Dank ihrer treuen und potenten Partner auf wirtschaftlich sehr soliden Beinen.

ON: Wem trauen Sie aus der aktuellen A- und auch B-Jugend den Sprung nach ganz oben zu?

Lützelberger: In der U17 ist eine Fülle talentierter Spieler im jüngeren 97-er Jahrgang. Der Weg für die Jungs ist aber noch so weit, dass es etwas zu früh ist, um hier einen Tipp abzugeben. Aus der aktuellen U19 wollen wir in der kommenden Saison Nicholas Plessers, Philipp Jaeger und Marc Strohl in die Anschlussförderung des Bundesligakaders übernehmen. Im jüngeren Jahrgang sind mit Srdjan Predragovic und Lukas Bader zudem zwei hoffnungsvolle Linkshänder.

ON: Paul Drux hat den Sprung nach oben geschafft – in Berlin. Warum nicht in Gummersbach?

Lützelberger: Warum Paul seinerzeit nach Berlin gewechselt ist, kann ich nicht genau beantworten. Ich freue mich, dass er dort eine gute Entwicklung gemacht hat.

ON: Wo liegen die Probleme in diesem Bereich? Was kann man ändern?

Lützelberger: Wir haben Potenziale in der Kontinuität unserer Talentförderung erkannt. Deshalb förderten die Spieler ab dem 97-er Jahrgang schon seit der C-Jugend und wollen künftig auch den Kinderhandball beim VfL und in der Region stärken. Ebenfalls müssen wir die Anschlussförderung besser aufstellen und hier Voraussetzungen schaffen, um unsere Spieler ernsthaft an den Kader Bundesligamannschaft heranzuführen.

ON: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Simone Hawellek. Foto: VfL Gummersbach.

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