Wenn man sich ein Piercing stechen lässt, muss es zwar nicht zwangsläufig zu Komplikationen kommen, es ist aber durchaus möglich. Das Durchstechen von Haut- und Körperstellen birgt immer ein gewisses Risiko. Genauso wie bei einer Operation kann es beispielsweise zu unvorhersehbaren Blutungen kommen. Ein Piercing ist zunächst einmal eine offene Wunde, die sich schnell mal Entzünden kann. Die Folge sind Rötungen, und schmerzhafte Schwellungen. Unbehandelt wird daraus ganz schnell eine Infektion.

Schlimmstenfalls fängt die Wunde an zu Eitern. Die Entzündung breitet sich im Körper aus und eine Blutvergiftung bahnt sich an. Grundsätzlich besteht auch immer das Risiko sich, wegen nicht sterilisiertem und unsauberen Instrumenten, mit Hepatitis und HIV anzustecken. Darum sollte man sich sein Piercingstudio auch genau aussuchen. Einmalmaterial und natürlich funktionstüchtige Geräte beugen Infektionen vor. Dennoch kann es zu Entzündungen kommen wenn das Piercingmaterial nicht vertragen werden. Allergische Reaktionen auf das Material sind nicht ungewöhnlich. Besonders Hautfreundlich und Antiallergisch ist Piercingschmuck aus Kunststoff und Titan.  Wie ein man ein entzündeten Piercing erkennt und wie er am besten heilt, erklärt der Ratgeber zum Thema gereizte und entzündete Piercings .

Welche Körperstellen sind besonders Anfällig

Es gibt natürlich Körperstellen die anfälliger sind für Entzündungen. Unter anderem sind das:

  1. Zungenpiercing
  2. Intimpiercing
  3. Brustwarzenpiercing
  4. Ohrknorpelpiercing
  5. Bauchnabelpiercing
  6. Nasenpiercing

Welche Folgen hat ein entzündetes Piercing

Quelle: pixabay.com

Piercings durch den Ohrknorpel sind besonders Anfällig für Infektionen. Der Ohrknorpel ist schlechter mit Blut versorgt. Eine Infektionsbehandlung ist hier schwieriger als üblich. Meistens muss die Behandlung chirurgisch erfolgen und das kann Bedeuten, dass ein Teil des Ohrknorpel entfernt werden muss damit sich die Entzündung nicht auf das umliegende Gewebe ausbreitet. Im schlimmsten Fall muss ein Teil vom Ohr abgenommen werden.

Piercings im Genitalbereich können ebenfalls schlimme Folgen haben. Je nachdem kann beim Prinz-Albert-Piercing beim Mann die Harnröhre verletzt werden. Bei einem Eichelpiercing können größere Blutgefäße und Nerven verletzt werden. Infektionen im Genitalbereich können sich außerdem auf die inneren Geschlechtsorgane von Mann und Frau erweitern und zur Unfruchtbarkeit führen.

Eine ungewollte Schwangerschaft kann auch mit einem Intimpiercing zu tun haben. Beispielsweise wenn das Intimpiercing das Kondom schädigt. Ebenso sind Verletzungen beim Geschlechtsverkehr möglich.

Achten Sie zudem auf Ihre Gesundheit bevor Sie sich ein Piercing stechen lassen. Mit einem geschwächtes Immunsystem kommt es eher zu Komplikationen. Auch die Nachsorge sollten Sie nicht vernachlässigen.

Wie lange dauert die Heilung?

Damit es gar nicht erst zu Komplikationen kommt und ein Piercing schnell heilen kann, sollte man sein Piercing besonders sorgfältig pflegen. In den meisten Fällen heilt ein frisch gestochenes Piercing jedoch relativ schnell und unkompliziert. Wie lange der Heilungsprozess dauert hängt auch von der Körperstelle ab wo das Piercing gestochen wurde. Mit 6-8 Wochen muss man mindestens rechnen. An Problemstellen kann es auch mehrere Monate dauern bis die Piercingwunde komplett ausgeheilt ist.

Wie finde ich ein seriöses Piercingstudio?

Hygiene ist das A und O sowohl beim Piercing als auch beim Stechen eines Tattoos. Die richtige Wahl des Studios ist entscheidend. Bevor es mit dem Piercen los geht sollte eine Beratung vorangehen. Hier einige Punkte für ein professionelles Studio:

  • wie und wo werden Piercingnadeln gereinigt, desinfiziert und sterilisiert
  • sind Einmalinstrumente vorhanden
  • wird geeignete Kleidung getragen
  • werden Einmalhandschuhe benutzt
  • wird ordentlich Aufgeklärt
  • ist Wissen über die Anatomie des Körpers vorhanden
  • sind Erfahrungswerte vorhanden
  • ist eine Nachsorge im Preis inbegriffen
  • werden Pflegemaßnahmen nach dem Piercen besprochen
  • welches Erstmaterial wird verwendet

 

Veröffentlicht von:

Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@oberberg-nachrichten.de direkt erreichbar.

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