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Weltkatzentag: Tierheim Wipperfürth appelliert für Zusammenarbeit

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Wipperfürth – Mit dem seit 2002 „gefeierten“ Weltkatzentag sollte ursprünglich auf Missstände aufmerksam gemacht werden, unter denen Katzen leben bzw. gehalten werden. Da sich daran seitdem leider nur wenig geändert hat, möchte das Tierheim in Wipperfürth diesen Tag erneut zum Anlass nehmen, um darauf hinzuweisen, dass immer noch viele Katzen Hilfe benötigen und wie das passieren kann.

Der Deutsche Tierschutzbund belegt das Katzenelend so: Bundesweit gibt es etwa zwei Millionen freilebende Katzen. Sie stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen aus Privathaushalten oder ausgesetzten Tieren ab. Durch häufige Paarungen und zahlreiche Geburten nimmt die Zahl immer weiter zu. Wenn man davon ausgeht, dass eine Katze zweimal im Jahr Kitten bekommt und pro Wurf 3 bis 6 oder mehr Kitten gebärt, kommt man im ersten Jahr auf 12 Katzen. Die Kitten wiederum werden nach 5 bis 6 Monaten geschlechtsreif. Der Deutsche Tierschutzbund rechnet bei einer Katze mit 487 Nachkommen im 3. Jahr und im 5. Jahr mit 19.073 Katzen. Demzufolge hat der Deutsche Tierschutzbund errechnet, dass aus einer unkastrierten Katze nach 10 Jahren rund 200 Millionen weitere Katzen entstehen können. Diese Zahl sprengt unser Vorstellungsvermögen, ist aber möglich, wenn nicht gegengesteuert wird.

Katzen sind als domestizierte Haustiere auf menschliche Zuwendung angewiesen. Viele der Straßentiere leiden unter Krankheiten, Parasiten sowie Mangel- und Unterernährung. Die einzige nachhaltige und tierschutzgerechte Methode, um ihre Zahl in den Griff zu bekommen, ist die Kastration – ein Routineeingriff.

Um die unkontrollierte Vermehrung der Katzen einzudämmen, ist eine Kastrationspflicht unabdingbar. Im Oberbergischen Kreis gilt diese seit dem 01.03.2018. Dafür hatte der Tierschutzverein Wipperfürth e.V. jahrelang gekämpft.

In der Verordnung ist festgelegt, dass freilebende Katzen kastriert und tätowiert oder gechipt werden müssen. Außerdem muss eine Registrierung durch Eintrag der Kennzeichnung der Katze sowie Name und Anschrift des Halters in ein kostenfreies Haustierregister wie Tasso oder Findefix des Deutschen Tierschutzbundes erfolgen.

Die Umsetzung dieser Vorgabe hat daher für das Tierheim Wipperfürth eine hohe Priorität, denn sonst kommen erfahrungsgemäß mehrfach im Jahr viele kranke Katzen mit ihren ebenso oft kranken Katzenjungen ins Tierheim.

In diesem Jahr gibt es schon zum zweiten Mal in Folge eine sehr hohe Zahl an „wilden“ Katzen mit Jungen, die im Tierheim aufgenommen wurden. Teilweise wurden die Kitten mit ihren Müttern eingefangen und ins Tierheim gebracht, teilweise sind die Katzenjungen aber auch erst im Tierheim geboren worden. Bisher wurden 7 Mütter mit 26 Kitten aufgenommen. Das sind aber nur die noch unvollständigen Zahlen für die erste Jahreshälfte. Im Herbst kommen möglicherweise noch einmal viele trächtige Katzen hinzu. Das ist eine große Herausforderung, da das Tierheim zwischendurch räumlich an seine Grenzen gekommen ist. Während die Kitten, wenn sie ein bestimmtes Alter haben (in der Regel 10 Wochen) und geimpft sind, erfahrungsgemäß alle schnell vermittelt werden, sind es bei den Mutterkatzen nur wenige, die etwas Zutrauen zu Menschen fassen können und in ein Zuhause einziehen können. Die meisten werden jedoch – nachdem sie selbstverständlich kastriert und gechipt worden sind – wieder an die Fundstelle zurückgebracht. Dort werden sie von ehrenamtlichen Katzenfreunden an Futterstellen gefüttert und „betreut“.

Zwischenzeitlich hatte das Tierheim sogar 11 Kitten aus verschiedenen Würfen in einem Spielzimmer, die aber mittlerweile fast alle ein neues Zuhause gefunden haben. Es bleibt aber unbefriedigend, dass die Katzen eingefangen und ins Tierheim gebracht werden. Es gelingt erfahrungsgemäß nur, einen Teil der freilebenden Katzen einzufangen. Die restlichen Katzen vermehren sich immer weiter. Als Folge kommt es zu Inzucht, kranken und behinderten Katzen. Daher appelliert das Tierheim Wipperfürth an die Katzenhalter, alle Katzen mit Freigang kastrieren zu lassen. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder.

Wer freilebende Katzen beobachtet, die offensichtlich kein Zuhause haben, sollte sich mit dem Tierheim in Verbindung setzen. Es wäre schön, wenn diese Katzen eingefangen und kastriert werden könnten. Helfen auch Sie mit, das Elend der wilden Katzen zu verringern.

Quelle: Tierschutzverein Wipperfürth e.V.

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt. Sie ist per Mail [email protected] für unsere Leser erreichbar.
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