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Krisenmanagement der Hansestadt Wipperfürth

Wipperfürth – Aktuelles vom Krisenmanagement der Hansestadt Wipperfürth.

  • Krise noch nicht überstanden
  • Bürgermeister in regelmäßigem Austausch mit Einzelhandel und Unternehmen
  • Schutzmaßnahmen in Wipperfürther Schulen werden unter Hochdruck vorbereitet
  • Verwaltungschef fasst behutsame Öffnung der Außengastronomie ins Auge
  • AHA-Formel hilft, Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern
  • Besuch der Stadtbücherei ab nächster Woche mit Einzelterminen möglich

Laut der aktuellen Meldung des Oberbergischen Kreises gibt es derzeit 15 Personen in Wipperfürth, die positiv auf das Corona-Virus getestet sind (Stand 21.04.2020). „Dem überwiegend verantwortungsbewussten Verhalten der rund 21.000 Bürgerinnen und Bürger in Wipperfürth verdanken wir, dass die Zahl der Infektionen bei uns in den vergangenen Wochen nicht stärker gestiegen ist. Dennoch ist die Krise keineswegs schon überstanden“, warnt Bürgermeister Michael von Rekowski. „Es gibt immer noch Neuinfektionen im Kreisgebiet, auch in Wipperfürth, und wir werden die Lage in den kommenden Tagen und Wochen weiter sehr genau im Auge behalten und immer wieder neu bewerten müssen“, so der Bürgermeister weiter. Eine Rückkehr zum „Shutdown“ sei dabei nicht auszuschließen.

In der Wipperfürther Innenstadt gibt es hauptsächlich Geschäfte mit einer eher kleinen, beengten Verkaufsfläche, jedenfalls deutlich unter 800 Quadratmeter. Die jüngsten Lockerungen, die von Bund und Land beschlossen wurden, haben also dazu geführt, dass die allermeisten Geschäfte in der Innenstadt seit Beginn dieser Woche wieder für Kundschaft geöffnet sind. Der Verwaltungschef beobachtet dies in der aktuellen Situation mit gemischten Gefühlen. „Einerseits freue ich mich sehr für unsere Geschäftsleute, dass sie ihren Betrieb nun wiederaufnehmen können. Für die meisten der Wipperfürther Einzelhändler handelt es sich schließlich um die eigene Existenzgrundlage. Das ist mir sehr bewusst und ich habe allergrößten Respekt davor, wie einige die Zeit der Schließung mit kreativen Ideen, kundenorientierten Services und einer großen Portion Optimismus überbrückt haben. Andererseits müssen wir nach wie vor alles daransetzen, die Zahl der Neuinfektionen weiter in einem vertretbaren Ausmaß zu halten, damit unser Gesundheitssystem die Pandemie weiter so gut beherrschen kann wie bisher. Wenn jetzt alle die Möglichkeit zum ausgiebigen Shoppen in den Geschäften nutzen, steigt damit natürlich auch die Ansteckungsgefahr“ äußert sich Michael von Rekowski skeptisch.

Aus diesem Grund werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamts auch in den kommenden Wochen verstärkt Kontrollen in den Geschäften durchführen. Dabei setzen die Ordnungskräfte der Hansestadt in erster Linie auf die Vernunft und Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, so dass Bußgelder im Großen und Ganzen hoffentlich vermieden werden können. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen bei ihren Kontrollgängen selbstverständlich auch für Fragen zur Verfügung, falls es noch Unklarheiten geben sollte. Schließlich ist die aktuelle Rechtslage nach den verschiedenen Änderungen innerhalb kürzester Zeit alles andere als übersichtlich,“ weiß auch Ordnungsamtsleiter Björn Unterstenhöfer, der dem Krisenstab der Hansestadt Wipperfürth angehört und derzeit selbst mit vielen Fragen konfrontiert wird; die Telefone im Ordnungsamt stehen kaum still.

Wenngleich die Geschäfte nun wieder öffnen dürfen, gilt dennoch weiterhin das in der Coronaschutzverordnung geregelte Kontaktverbot im öffentlichen Raum. Bürgermeister Michael von Rekowski bittet daher die Wipperfürtherinnen und Wipperfürther eindringlich, die geltenden Bestimmungen weiterhin einzuhalten. „Mit der AHA-Formel kann man sich die wichtigsten Regeln sehr leicht einprägen: Halten Sie Abstand, halten Sie die Hygienevorschriften ein und verwenden Sie zum Einkaufen und im ÖPNV eine Alltagsmaske, die auch gerne selbstgenäht und bunt gemustert sein darf. Mein neustes DIY-Exemplar ist mittelgrau mit kleinen, weißen Sternchen“, verrät der Bürgermeister mit einem Lachen. Auch wenn es für manche sicher noch etwas Überwindung kostet, mit Mund-/Nasenschutz zum Einkaufen zu gehen oder zur Arbeit zu fahren, ist dies doch im Moment eine wirksame Methode, um die Zahl der Neuinfektionen einigermaßen in Schach zu halten. Die Verwendung von Behelfsmasken ist ein wichtiger Baustein, mit dem die Gesellschaft Schritt für Schritt zurück zu einer gewissen Normalität gelangen kann.

Sobald es die vom Kreis gemeldeten Zahlen zulassen, will sich von Rekowski auch auf Kreisebene für die Wipperfürther Gastronomen einsetzen. Zu den weiteren Überlegungen im Rahmen der Exit-Strategie gehört aus Sicht des Bürgermeisters perspektivisch auch, dass die Gastronomen ihre Außengastronomie wieder bedienen können und ihr Angebot nicht länger nur auf Abhol- und Lieferservice beschränken müssen. „Der fertige Marktplatz und die angrenzenden Areale bieten nun genügend Fläche, um Tische in ausreichendem Abstand zueinander aufstellen zu können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Wirte und Gäste eben auch selbst verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und beispielsweise die Husten- und Niesetikette einhalten. Wer Symptome einer Erkältung hat, sollte in jedem Falle vorsichtshalber zu Hause bleiben. Nur so kann es funktionieren.“

Allen Steuerpflichtigen, die durch die Corona-Pandemie bereits in finanzielle Engpässe geraten sind, soll möglichst schnell und unkompliziert geholfen werden. Dies gilt vorrangig für die Gewerbesteuer, aber auch für Grundbesitzabgaben und Vergnügungssteuerforderungen. Nähere Auskünfte hierzu erteilt die Steuerabteilung.

Dass die Corona-Krise auch finanzielle Auswirkungen für den städtischen Haushalt haben wird, dessen ist sich die Verwaltungsspitze bereits jetzt bewusst. „Aber nicht nur deshalb stehe ich in regelmäßigem Austausch mit den Unternehmen, dem Einzelhandel und der Gastronomie. Mir ist es wichtig, die Betriebe mit den aktuellen Herausforderungen nicht alleine zu lassen.“ Neben den Wirtschaftsunternehmen steht der Bürgermeister auch in engem Kontakt mit der Helios-Klinik und den Leitungen diverser Pflegeeinrichtungen sowie den Sprechern der Hausärzte in Wipperfürth, um bei Unterstützungsbedarf schnell reagieren zu können.

Dass tatsächlich umfassende Normalität auch in den Schulen einkehrt, wird wohl noch etwas dauern. „Aber auch hier schaffen wir jetzt die nötigen Rahmenbedingungen, so dass die Schülerinnen und Schüler nach und nach wieder in einen sicheren Schulalltag zurückfinden können. Wir befinden uns derzeit in enger Abstimmung mit den Schulleitungen, wie wir als Schulträger vor Ort in den Schulgebäuden die aktuellen Hygienevorschriften umsetzen und wie wir zudem einen möglichst infektionsarmen Transport der Schülerinnen und Schüler in den Bussen gewährleisten können“, erläutert Michael von Rekowski. „Wir haben die schulfreie Zeit bereits genutzt, um alle städtischen Schulen, Kitas und Sporthallen umfangreichen Grundreinigungen zu unterziehen. Das Regionale Gebäudemanagement, kurz RGM, hat die Reinigungsfirmen bereits instruiert, die Reinigungsintervalle den aktuellen Gegebenheiten in den kommenden Wochen anzupassen. Auch unsere Hausmeister wurden dahingehend sensibilisiert, verstärkt auf die hygienischen Verhältnisse in den Schulen zu achten.“

Der ÖPNV hat nach den Ferien wieder seine regulären Fahrpläne aktiviert, so dass grundsätzlich genügend Busse zur Verfügung stehen. Schutzmaterial wie beispielsweise Mund-/Nasenschutz und Desinfektionsmittel wird den Schulen zumindest fürs Erste von Seiten der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt.

„Da die Tische in den Klassenräumen weit genug auseinander stehen, wird das Tragen von Schutzmasken während des Unterrichts wahrscheinlich nicht erforderlich sein, aber während der Fahrt zur Schule und nach Hause und in den Pausen wäre dies zumindest ratsam, auch wenn die sogenannten Behelfsmasken nicht den Träger selbst, sondern vielmehr die anderen schützt. Wenn aber alle einen Schutz über Mund und Nase tragen, sei es auch ein behelfsmäßig hergestellter, entsteht innerhalb der Gruppe ein gegenseitiger Schutz vor Ansteckung und das ist unser Ziel,“ so die übereinstimmende Auffassung des Wipperfürther Krisenstabs.

Zur Wipperfürther Exit-Strategie gehört selbstverständlich auch, dass der Sitzungsbetrieb der politischen Gremien wieder in Gang gesetzt wird. Mit einigen Ausschuss-Sitzungen wird man in die Alte Drahtzieherei ausweichen. Dort können auch bei der nächsten Ratssitzung am 19. Mai die gebotenen Abstände sichergestellt werden. Ein anderer Teil der Ausschuss-Sitzungen wird voraussichtlich im Sitzungssaal im Rathaus oder im Ratssaal abgehalten. Auch für die Rats- und Ausschussmitglieder gilt: Wer Symptome einer Erkältung oder Erkrankung aufweist, sollte den Sitzungen fernbleiben und stattdessen lieber einen Vertreter schicken.

„Ich möchte an dieser Stelle unbedingt auch nochmal auf die verschiedenen Hilfsangebote in Wipperfürth aufmerksam machen. Da gibt es zum einen die Ökumenische Hilfsbörse, die unter der Hotline 02267/8889900 montags bis freitags in der Zeit von 9.00 – 18.00 Uhr erreichbar ist. Dann gibt es verschiedene Abhol- und Lieferdienste der Gastronomen und Einzelhändler, die wir neben anderen hilfreichen Kontaktdaten unter dem Stichwort Corona auf der städtischen Homepage zusammengestellt haben. Besonders ans Herz legen möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern das Portal Zusammenhalt-wipp.de, wo es ein Forum zum Austausch und eine gut strukturierte Übersicht über die verschiedenen Angebote und Dienstleistungen gibt. Kürzlich hinzugekommen ist dann noch das Portal des Bergischen Boten unter bergischhilft.de, das sich an das gesamte Bergische Land richtet. Einige Unternehmen aus Wipperfürth sind auch dort bereits gelistet. Wenn alle weiter so gut zusammenhalten wie in den ersten Wochen, bin ich sicher, dass wir auch diese Krise gemeinsam überstehen und in vielerlei Hinsicht gestärkt und mit neuen Ideen daraus hervorgehen werden“, so Bürgermeister Michael von Rekowski. „Mein herzlicher Dank gilt nach wie vor allen, die an der Bewältigung dieser Krise mitwirken.“

Wer Fragen an den Bürgermeister hat, dem wird empfohlen, gerne eine seiner Sprechstunden zu nutzen, die aktuell in relativ kurzen Abständen online per Skype stattfinden. Nähere Infos und Termine gibt es auf der städtischen Homepage unter www.wipperfuerth.de.

Auch wenn es nun Lockerungen für den Einzelhandel und die Schulen gibt, sind persönliche Besuche im Rathaus und in den Nebenstellen der Stadtverwaltung auch in den kommenden Wochen vorerst nur mit Einzelterminvergabe möglich. Vom Grundsatz her gilt das Kontaktverbot im öffentlichen Raum. Die üblichen Dienstleistungen der Stadtverwaltung werden jedoch selbstverständlich weiter angeboten und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger wie gewohnt bearbeitet.

Die Stadtbücherei bleibt am Montag, den 27.04.2020, im Anschluss an die urlaubsbedingte Schließung noch geschlossen. Wer in der Zwischenzeit schon alle geliehenen Bücher durchgelesen hat und jetzt gerne neue Medien ausleihen möchte, kann sich ab dem kommenden Montag gerne telefonisch einen Termin für einen persönlichen Besuch in der Bücherei geben lassen (Tel.: 02267/64-480 oder -454).

Quelle: Hansestadt Wipperfürth

Veröffentlicht von:

Sandra Dolas
Sandra Dolas ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in GM-Windhagen und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar. Die telefonische Redaktionssprechstunde ist Mo, Di und Do von 10-12 Uhr.

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