Natürlichere Fluss-Strukturen in Verbindung mit Bodendenkmalschutz

Die Wupper wird wieder ein Stück natürlicher, damit Fische und Kleinlebewesen freie Bahn haben. Gestern starteten die Arbeiten an der Wehranlage Wipperhof in Wipperfürth am Flugplatz Neye.

Bisher bildete das Wehr Wipperhof ein unüberwindbares Hindernis für die Tiere im Fluss.
Im Auftrag des Wupperverbandes wird eine Baufirma eine Hälfte des Wehres entfernen, damit die Flusslebewesen ungehindert in der Wupper auf- und abwärts schwimmen können.

Foto: Wupperverband

Die Natursteine des Wehres werden dazu genutzt, den zuvor monotonen Rückstaubereich oberhalb des Wehres abwechslungsreicher zu gestalten. Durch die Steine entstehen auf einer Länge von ca. 150 Metern natürlichere Fluss-Strukturen mit unterschiedlichen Strömungen. Zudem werden die Uferbereiche der Wupper natürlich gestaltet. Zum Beispiel entfällt eine Wehrflügelmauer und der Uferbereich wird abgeflacht. Die Wuppersohle erhält dadurch ihr natürliches Gefälle zurück.

Das Projekt ist ein weiterer Mosaikstein im Gesamtkonzept des Wupperverbandes, die Wupper und ihre Nebenbäche im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie naturnah zu entwickeln. Die Arbeiten dauern ca. vier Wochen. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 150.000 Euro. Das Land NRW unterstützt das Projekt mit einer Förderung von 80 Prozent. Die verbleibendenden 20 % der Kosten werden vom Wupperverband getragen.

Da das Wehr ein Bodendenkmal ist, werden die Flussentwicklung und der Denkmalschutz verknüpft. Während die Fische wieder freie Bahn haben, bleiben die andere Wehrhälfte und auch das Abzweigbauwerk in den Obergraben erhalten. Das Projekt wird von einem Archäologen begleitet und dokumentiert.
Die Arbeiten finden außerhalb der Brut- und Vegetationsperiode statt, und auch der Flugbetrieb auf dem Flugplatz wird jahreszeitlich bedingt so gut wie gar nicht beeinträchtigt.

Bereits 2011 hat der Wupperverband die Wehranlage Schlossabrik in Hückeswagen entfernt und dort die Durchgängigkeit wieder hergestellt. Mit dem Projekt am Wehr Wipperhof wird die Durchgängigkeit noch erweitert, zwischen der Wuppervorsperre in Hückeswagen und dem Wehr Radium in Wipperfürth stoßen Fische nun auf einer Flussstrecke von 7,3 Kilometern auf keinerlei Hindernis mehr.

Quelle: Wupperverband

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Oberberg-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@oberberg-nachrichten.de

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