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„Ein Hospiz ist mehr als eine Einrichtung zum Sterben“

Oberbergischer Kreis – Den Initiatoren um Horst Fasel von der Ehrenamtsinitiative Weitblick des Oberbergischen Kreises, den ambulanten Hospizdienst Wiehl und Nümbrecht, die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik und die Johannes-Hospiz Oberberg Stiftung ist ein echter Glücksgriff gelungen: Mit dem ehemaligen Bundesminister Franz Müntefering kam ein prominenter Gast zum 3. Hospiz- und Palliativtag nach Nümbrecht, der die rund 100 Zuhörer mit seinen Gedanken zur Hospizbewegung begeisterte.

30.06.2014: "Ein Hospiz ist mehr als eine Einrichtung zum Sterben" Seite 2 / 5 Praxis. Über die Palliativversorgung in ländlichen Regionen berichtete anschließend Prof. Dr. August-Wilhelm Bödecker. Der Allgemeinmediziner aus Wiehl kam zu dem Schluss, dass im Oberbergischen Kreis zwar nicht alles perfekt sei, „wir aber recht gut aufgestellt sind hinsichtlich der Anzahl an qualifizierten Ärzten, Pflegediensten und ehrenamtlich tätigen Gruppen“. So freute sich Mit-Organisator Horst Fasel über viele wichtige Botschaften und über das große Interesse an einem Thema, das nicht leicht zu vermitteln ist. „Es öffnen sich aber immer mehr Türen und die Menschen in der Region erkennen, dass es wichtig ist, sich mit dem Tod und dem Sterben auseinanderzusetzen“, sagt Fasel. Prof. Dr. Markus Ebke (Chefarzt Neurologie der Rhein- Sieg-Klinik), der die Veranstaltung gemeinsam mit Dr. Stefan Brettner (Chefarzt Palliativmedizin und Onkologie am Kreiskrankenhaus Waldbröl) moderierte, fügte hinzu: „Einem vierten Hospiz- und Palliativtag im kommenden Jahr steht nichts im Wege.“ Die Pressemitteilung verfügt über Links zu den Original-Fotos in hochauflöslichem Format. Einen bewegenden Vortrag zum Thema "Die Achtung vor dem leben - Sterben in Würde" hielt Franz Müntefering. (Foto: OBK)
Einen bewegenden Vortrag zum Thema „Die Achtung vor dem Leben
– Sterben in Würde“ hielt Franz Müntefering. (Foto: OBK)

Als Sterbehäuser seien Hospize früher bezeichnet worden. „Es war das Bild vorherrschend, dass die Menschen lebend ins Hospiz kommen und es zur Beerdigung wieder verlassen“, sagt Franz Müntefering. Diese abschätzige Sichtweise habe sich inzwischen ein Stück weit geändert. Denn ein Hospiz sei viel mehr als eine Einrichtung zum Sterben und der Hospizgedanke nicht an ein Haus gebunden. „Wir begreifen langsam, dass das Sterben eine Lebensphase ist. Und wir brauchen die Hospizbewegung, die dafür sorgt, dass Menschen in Würde begleitet werden“, betont der langjährige Politiker und ehemalige Bundesminister. Auch dieser Hospiz- und Palliativtag schenkt Kraft und Mut und trägt dazu bei, dem Sterben einen Platz im Leben einzuräumen, sagt Dr. Jorg Nürmberger, Sozialdezernent des Oberbergischen Kreises. „Die Verantwortung für das Thema Sterben kann nicht an Experten delegiert werden. Sterbende zu begleiten und sich mit Sterben auseinanderzusetzen, dabei ist jeder von uns gleichermaßen gefragt“, so Nürmberger.

Auch für Müntefering ist es ein ganz wichtiges Thema. So wichtig, dass er bereits um 5 Uhr in der Früh aufgestanden ist, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom heimischen Sauerland ins Oberbergische zu reisen. Die Lebenserwartung steige, die Gesellschaft werde immer älter und es gebe eine zunehmend große Krankheit in Deutschland: „Das ist die Einsamkeit“, sagt Müntefering. Dabei seien soziale Kontakte von großer Bedeutung – gerade in Zeiten, in denen die Familien kleiner würden und nicht selten in größerer Distanz voneinander entfernt lebten. Auffangen können das ambulante Hospizdienste, die die Angehörigen entlasten. „Helfen und sich helfen lassen, aufeinander achten und füreinander sorgen“, lautet Münteferings Botschaft. „Dann besteht die große Chance, gut und menschlich, und bei professioneller Betreuung in der Regel auch ohne große Schmerzen, den letzten Lebensweg zu beschreiten“, sagt der 74-Jährige. Ein wichtiger Baustein seien gut ausgebildete Pflegekräfte. Das habe er nicht zuletzt auch persönlich bei der Sterbebegleitung für seine Mutter und seine Ehefrau gemerkt. „Und da stellt sich die Frage, ob die Anerkennung für die Pflegerinnen und Pfleger ausreichend ist. Wir müssen uns überlegen, was uns diese wichtige Arbeit wert ist“, sagt Müntefering in seinem bewegenden Vortrag.

Rund 100 Zuhörer verfolgten die Veranstaltung in der Dr. Becker Rhein- Sieg-Klinik in Nümbrecht. (Foto: OBK)
Rund 100 Zuhörer verfolgten die Veranstaltung in der Dr. Becker Rhein-
Sieg-Klinik in Nümbrecht. (Foto: OBK)

Dass die palliative Pflege deutlich früher einsetzen muss und nicht erst in der letzten Lebensphase, stellte auch Prof. Dr. Stefan Lorenzl in seinen Ausführungen zur „Palliativmedizin bei neurologischen Erkrankungen“ heraus. Dazu schilderte er einige positive Beispiele aus der Praxis. Über die Palliativversorgung in ländlichen Regionen berichtete anschließend Prof. Dr. August-Wilhelm Bödecker. Der Allgemeinmediziner aus Wiehl kam zu dem Schluss, dass im Oberbergischen Kreis zwar nicht alles perfekt sei, „wir aber recht gut aufgestellt sind hinsichtlich der Anzahl an qualifizierten Ärzten, Pflegediensten und ehrenamtlich tätigen Gruppen“.

So freute sich Mit-Organisator Horst Fasel über viele wichtige Botschaften und über das große Interesse an einem Thema, das nicht leicht zu vermitteln ist. „Es öffnen sich aber immer mehr Türen und die Menschen in der Region erkennen, dass es wichtig ist, sich mit dem Tod und dem Sterben auseinanderzusetzen“, sagt Fasel. Prof. Dr. Markus Ebke (Chefarzt Neurologie der Rhein- Sieg-Klinik), der die Veranstaltung gemeinsam mit Dr. Stefan Brettner (Chefarzt Palliativmedizin und Onkologie am Kreiskrankenhaus Waldbröl) moderierte, fügte hinzu: „Einem vierten Hospiz- und Palliativtag im kommenden Jahr steht nichts im Wege.“

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