HückeswagenPolitik in Oberberg

Vorstellung: Bürgermeisterkandidat Frank Mombauer

Kommunalwahl 2020

Hückeswagen – In Hückeswagen treten zur kommenden Kommunalwahl am 13. September 2020 zwei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters an. Frank Mombauer tritt gegen den amtierenden Bürgermeister Dietmar Persian an. Herr Mombauer hat einen Fragebogen für Sie beantwortet, der ihn und seine Ziele vorstellen soll.

Steckbrief

Alter: Am Wahlabend 53 Jahre

Beruf und Beruflicher Werdegang

Ausbildung bei der Firma C&A als Substitut mit Stationen in Duisburg, Dortmund, Hannover, Bonn, Berlin, Landau, München, Dortmund. Verkaufsleiter bei C & A in Goslar und Münster, Filialleiter in Lippstadt und vorgesehen als Einkäufer in Brüssel mit Tätigkeit in Fernost; Wechsel zur ECE (Einkaufs-Center-Entwicklungsgesellschaft/gehört zum Otto-Konzern) als Centermanager in verschiedenen Städten, u.a. Centermanager des Allee-Centers in Remscheid und „Bürgermeister einer Kleinstadt“ für 100 Mietpartner und 1000 Mitarbeiter; Wechsel in den Bereich Holz und Verpackung – als Geschäftsführer in Hagen, Witten, Augsburg und Regensburg; aktuell Verantwortlich für einen Stahlnahen Dienstleistungsbereich – ebenfalls im Bereich Holz und Verpackung und verantwortlich für ca. 200 Mitarbeiter und einem hohen zweistelligen Millionenumsatz

Wie lange wohnen Sie schon in Hückeswagen?

Seit Februar 2001

Was verbinden Sie mit Hückeswagen?

Ein tolle Stadt mit historischem Ambiente, einem tollen Schloss und einem netten und großem Bekannten- und Freundeskreis, die ich alle sehr schätze!

Welche politischen Erfahrungen haben Sie bisher gesammelt?

Ich war früher Mitglied der Jungen Union und der CDU und habe beispielsweise Wahlkampf gemacht für Landes- und Bundestagsabgeordnete!

Was ist Ihre persönliche Motivation Bürgermeister zu werden?

Ich möchte Dinge in Hückeswagen verändern: Die letzten Jahre hat sich Hückeswagen eher zurückentwickelt, statt sich weiter entwickelt. Ich komme aus der Wirtschaft und war im Rahmen meiner früheren Tätigkeit bei der ECE bereits „Bürgermeister einer Kleinstadt“. Dort habe ich bereits erfolgreich unter Beweis stellen dürfen, was es heißt, eine Kleinstadt zu entwickeln, zu bewerben und erfolgreich zu vermarkten!

Persönliche Schwerpunkte:

Welche Themen sind für Sie persönlich in Hückeswagen wichtig?

Hückeswagen liegt voll im demografischem Trend. Dem müssen wir entgegenwirken und auch etwas tun, damit sich junge Familien und Jugendliche wieder wohlfühlen. Wir müssen Gewerbe und Industrien ansiedeln, die hier ihre Steuern zahlen. Und: Die Innenstadt und das Schloß müssen belebt werden. Hierfür brauchen wir einen Masterplan, damit wir auf das DOC in Remscheid – Lennep, dem Wandel im Handel und die neuen Erfordernissen an Ladenflächen jetzt und sofort reagieren können. Ansonsten stirbt die Islandstraße und mit ihr die schöne historische Altstadt. Das gilt es zu verhindern!

Was würden Sie gerne verändern?

Ich möchte Hückeswagen wirtschaftlich weiterentwickeln, um die Einnahmesituation zu verbessern und fit zu machen für die Zukunft. Mehr Aktivitäten für Hückeswagen entwickeln und zu einem alten „Wir-Gefühl“ zurückfinden. Hückeswagen aus dem Dornröschenschlaf einfach wachküssen. Und ich möchte ein Kümmerer für die Anliegen der Bürger, der Wirtschaft und der Politik sein!

Lokaler Klimaschutz und Mobilität:

Sehr wichtig! Der Klimawandel führt uns aktuell vor Augen, dass wir nicht so weitermachen dürfen, wie bisher. Energetische Sanierung (private wie öffentliche Immobilien), die Verbesserung der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität und die Anbindung an die Hotspots des Bergischen Landes sowie Köln ist wichtig, wenn wir Hückeswagen attraktiv machen möchten für die jüngere Generation.

Fahrradwege: Ausbau, Beleuchtung und Sicherheit: Wie würden Sie als Bürgermeister Fahrradwege fördern?

Wir fordern nunmehr seit über 50 Jahren die Umgehungsstraße für Hückeswagen! Die Umsetzung muss höchste Priorität haben, so dass wir die dann entlasteten Straßen für Fahrräder auch mitnutzen können. Eine zusätzliche Fahrbahnmarkierung – farblich analog dem holländischen System – würde die Sicherheit zudem deutlich erhöhen.

E-Mobilität: Wie stehen Sie zu E-Mobilität? Wie kann E-Mobilität vor Ort gefördert werden?

Aufgrund der ländlichen Struktur wird das Auto weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Da sich die Antriebstechniken in den nächsten Jahren radikal wandeln werden (E-Mobilität/ggfs. Wasserstoffantrieb) müssen wir hierfür eine verbesserte Infrastruktur den Bürgern anbieten – hin zu einer CO2 armen Mobilität. Gefördert werden müssen Normalladepunkte mit einer Ladeleistung bis 22 Kilowatt, Schnellladepunkte mit mehr als 22 Kilowatt, sowie der erforderliche Anschluss an das Nieder- bzw. Mittelspannungsnetz. Hier müssen wir schnellstmöglich Gespräche mit der BEW oder leistungsstarken Kooperationspartnern suchen, die eine schnelle und kostengünstige Umsetzung ermöglichen.

Wie kann der ÖPNV ausgebaut oder verbessert werden?

Auch die Anbindung in die Metropolregionen des Bergischen Landes müssen verbessert und optimiert werden. Gleiches gilt für E-Busse und Wasserstoffangetriebene Busse, die wir – teils selbstfahrend – auf die Straße bringen müssen. Das ist allerdings ein Projektvorhaben, dass auf Kreis- und Landesebene mit abgestimmt werden muss!

Persönliche Relevanz: Welche weiteren Umwelt- und Klimathemen würden Sie als Bürgermeister fördern?

Neue Bauvorhaben sollten CO2 neutral gebaut und gefördert werden, die energetische Sanierung öffentlicher und privater Gebäude sollte fokussiert werden, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED Technik muss vorangetrieben werden, bis hin zur Nutzung regenerativer Energien (Biogas) sowie die Stromerzeugung und Einspeisung über Photovoltaik.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich an einem Klimaschutzwettbewerb zu beteiligen, und zwar organisiert von der Leitmarktagentur NRW, dem NRW Wirtschaftsministerium:
Gesucht: Beispielhafte Ideen für den kommunalen Klimaschutz made in NRW!

Mit dem Projektaufruf KommunalerKlimaschutz.NRW wird das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen die Umsetzung von Maßnahmen fördern, die den Ausstoß von Treibhausgasemissionen in einer Kommune verringern. In Verbindung mit treibhausgasmindernden Maßnahmen sind auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel förderfähig.

Städte, Gemeinden und Kreise aus Nordrhein-Westfalen können für Maßnahmen, die sich aus einem Klimakonzept oder der Teilnahme am European Energy Award ableiten lassen, eine Förderung beantragen. Voraussetzung ist, eine ganzheitliche Strategie mit integriertem Charakter aus diesen Maßnahmen abzuleiten. Die Vorhaben sollen sich nicht auf isolierte Einzelmaßnahmen beschränken, sondern einen umfassenden modellhaften Ansatz verfolgen.

In Zusammenarbeit mit den nordrhein-westfälischen Kommunen können zur Umsetzung der Maßnahmen auch folgende Einrichtungen teilnehmen: Kommunale Eigenbetriebe, Beratungseinrichtungen, Wirtschafts- und Arbeitnehmerverbände, Kammern, Verbände, gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen.

Die zur Förderung beantragten Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung können einen oder mehrere der relevanten Klima-Bereiche einer Kommune umfassen, wie zum Beispiel:

  • Klimagerechte Quartiers-, Stadt- und Raumentwicklung
  • Nichtwohngebäude und Anlagen Versorgung und Entsorgung
  • Mobilität
  • Personal und Organisation
  • Kommunikation, Kooperation und Partizipation
  • Klimaneutrale Kommunalverwaltung

Ergänzend werden in einem besonderen Förderbereich „Emissionsfreie Innenstadt“ bis zu vier Modellkommunen gesucht, die konkrete Mobilitätslösungen umsetzen. Die Herausforderung besteht darin, die Abhängigkeit des Verkehrssystems von fossilen Kraftstoffen zu lösen, ohne die Mobilität einzuschränken. Hier bedarf es neuer Handlungsansätze, um bekanntes Wissen umzusetzen.

Kinder, Jugend und Bildung:

Was würden Sie in Hückeswagen für Kinder, Jugend und Bildung tun?

Die Kinder- und Ganztagsbetreuung, sowie bezahlbarer Wohnraum sind ein Baustein einer guten Familienpolitik. Freizeitangebote für Jugendliche spielen ebenso eine Rolle wie gute Veranstaltungsangebote in der Stadt. In all diesen Punkten gibt es meiner Meinung nach Defizite, die wir dringend abstellen müssen, wenn wir dem demographischen Wandel in dieser Stadt erfolgreich die Stirn bieten wollen. Heißt: Wir müssen mehr machen für junge Leute, als dies bislang der Fall ist!
Beispiele: Holen wir das Juze ins Stadtgeschehen und siedeln es dort an, wo der Hotspot der Jugendlichen sich aufhält: Am Skaterpark (z.B. in Form eines alten Wagons auf den Schienen) und beleben wir aktiv die Wupperauen (Wupperbeach in den Sommermonaten mit Gastro-Angeboten und Liveacts)

Bildungsangebote: Ich forciere beispielsweise eine ins Spiel gebrachte Junior-Akademie nach dem Vorbild der Junior-Universität in Wuppertal. Eine hervorragende Idee, um den Bildungsstandort Hückeswagen weiterzuentwickeln

Internetausbau:

Eine gute Internetverbindung ist sowohl für Privatpersonen als auch für Gewerbe ein wichtiger Standortfaktor. Was würden Sie tun, um die Internetversorgung zu verbessern?

Das Internet in Hückeswagen wird gerade mit dem Breitbandausbau endlich erneuert. Das ist längst überfällig. In den ländlichen Regionen gibt es allerdings Gebiete, die leider aus Kostengründen komplett ausgeklammert werden. Das ist ein No-Go. Mobile Anlagen sollen und müssen dazu beitragen, dass das Internet in dem letzten Winkel der Stadt nutzbar ist. Eine schnelle Internetverbindung ist für den Privatgebrauch, die Verwaltung und die Wirtschaft heute unverzichtbar!

Wirtschaftsförderung:

Viele Branchen sind derzeit geschwächt. Wie kann die Wirtschaft in der Region wieder gestärkt werden?

In dem wir Hückeswagen für Unternehmen auch wirklich attraktiv machen: Wir müssen Taktgeber sein im Bereich der Digitalisierung, bezahlbare Gewerbe- und Industrieflächen entwickeln und anbieten und interessierte Unternehmen an die Hand nehmen und das unmögliche möglich machen (baulich/bei den Förderanträgen/bei Brandschutzthemen/bei der Standortsuche). Hier ist die Wirtschaftsförderung gefragt, Akquise von Unternehmen zu betreiben, die wir hier unbedingt haben wollen. Wir brauchen diesbezüglich einen Masterplan der definiert, was wir wann wie entwickelt haben wollen (mit klarer Zeitschiene), so dass man dann auch in eine aktive Akquise werblich und erfolgreich einsteigen kann. Ohne Visionen – kein Erfolg: Und diese Visionen fehlen in der aktuellen Politik!

Und: Eine Gewerbesteuererhöhung wäre sicherlich in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal!

Die ersten 100 Tage:

Welche drei Ziele haben Sie in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit?

1) Den längst überfälligen Nachtragshaushalt auf den Weg bringen, den die Stadtverwaltung und der heutige Rat leider bis nach der Wahl auf die lange Bank schiebt

2) Schauen, wo wir sparen können und was wir machen müssen, um den Auswirkungen der Corona Krise zu trotzen – alles das, was die derzeitige Stadtverwaltung und der Bürgermeister sowie der Rat aktuell nicht machen, obwohl es ihre Pflicht wäre.

3) Möglichst vielen Vereinen, Bürgern und Wirtschaftsvertretern zuhören und gemeinsam einen Masterplan entwickeln – und zwar in Bezug auf die Innenstadtentwicklung, die Wirtschaftsentwicklung und der Frage, wie ich die Einnahmesituation durch die Ansiedlung von Betrieben deutlich verbessern kann.

Quelle: Bürgermeisterkandidat Frank Mombauer
Autorin: Amei Schüttler

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.

Themen
Mehr aufrufen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an [email protected] (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Back to top button
Close
Close

Adblock Detected

Unsere Online-Zeitung ist kostenlos und zeigt nur eine minimale Anzahl von Werbeflächen an. Mit dieser Werbung zahlen wir unsere Redakteure. Alle reden vom Mindestlohn. Dieser sollte auch für unser Medium gelten!