Die Kooperation der sechs Biologischen Stationen und des Wupperverbandes wird als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen.

Seit 2013 setzen sich die Biologischen Stationen Ennepe-Ruhr-Kreis, Mittlere Wupper, Oberberg, Rhein-Berg, die NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln und der Wupperverband im Rahmen eines gemeinsamen Umweltnetzwerks für den Biotop- und Artenschutz ein. Ziel der Kooperation ist es, mit praktischen Projekten im Wupperverbandsgebiet den Artenschutz zu fördern und die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln. Im vergangenen Jahr trat auch das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis dem Umweltnetzwerk bei.

Im Rahmen der praktischen Arbeit vernetzen die Partner ihr Wissen, planen gemeinsam Gewässerschutzmaßnahmen und entwickeln gezielt Projekte zur Förderung einzelner Arten auf Flächen und Betriebsstandorten des Wupperverbandes. Hierfür bieten die 11 Kläranlagen und die 14 vom Verband bewirtschafteten Talsperren sowie weitere Betriebs- und Forstflächen zahlreiche Möglichkeiten.

Verleihung der Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt in der Kläranlage Kohlfurth in Wuppertal.
v.l.n.r.: Gerd Eppe (Naturschutzzentrum Märkischer Kreis), Dr. Bernd Freymann (Biologische Station Rhein-Berg / Oberberg), Sönke Geske (NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln), Alexandra Preuß-Ochel (Wupperverband), Tobias Mika (Biologische Station Rhein-Berg), Britta Kunz (Biologische Station Ennepe-Ruhr), Georg Wulf (Vorstand Wupperverband), Dr. Jan Boomers (Biologische Station Mittlere Wupper), Karsten Dufft (Deutscher Olympischer Sportbund und Jurymitglied UN-Dekade), Prof. Dr. Ernst-Andreas Ziegler (Junior Uni Wuppertal)
Quelle: Wupperverband

Biologische Vielfalt auf Verbandsanlagen fördern

Auf den Kläranlagen wurden nach einem Öko-Check Maßnahmen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt wie z.B. Blumenwiesen für Insekten angelegt, Obstbäume gepflegt, Nistkästen für Vögel angebracht und Sommerquartiere für Fledermäuse realisiert. In der rund 16 Hektar großen Kläranlage Kohlfurth gibt es außerdem eine vom Betriebspersonal speziell entwickelte „Amphibienleiter“. Sie ermöglicht den Amphibien den Ausstieg aus dem Kläranlagen-Zulauf, der bisher eine Falle für die Tiere war. Auch begrünte Dächer sind ein Lebensraum für zahlreiche Insekten.

An der Hauptverwaltung des Verbandes bietet ein großes Insektenhotel u.a. Wildbienen einen Unterschlupf. An der Wupper-Talsperre werden Flächen durch Schafe und Ziegen beweidet, um die artenreiche Entwicklung dieser Flächen zu fördern. Im Umfeld der Großen Dhünn-Talsperre wurden an Vorsperren und Tümpeln standortfremde Fichten und Gehölze entfernt. So bekommen diese Biotope wieder Raum und Licht.

Rundgang Kläranlage Kohlfurth
Quelle: Wupperverband

Fachliche Unterstützung und Umweltbildung für die Belegschaft

Neben diesen Artenschutz- und Biotopmaßnahmen unterstützen die Biologischen Stationen den Wupperverband bei der Planung von Projekten an den Flüssen im Wuppergebiet und beim Monitoring, ob umgesetzte Projekte z. B. für die EU-Wasserrahmenrichtlinie die gewünschte Wirkung zeigen. Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist auch, die Belegschaft des Wupperverbandes für den Artenschutz zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Im Rahmen von Umweltbildungsangeboten wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Umgang mit Bienen-, Wespen und Hornissennestern, Möglichkeiten effektiver Bekämpfung invasiver Neophyten, den Bau von Vogelnisthilfen und Wildbienenhotels sowie zur Bedeutung von Dach- und Fassadenbegrünung eingeführt.

Diese Aktivitäten haben die UN-Dekade-Fachjury beeindruckt. Karsten Dufft vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Jurymitglied und Prof. Dr. Ernst-Andreas Ziegler, Initiator der Wuppertaler Junior Uni, haben die Auszeichnung am 22. Oktober in der Kläranlage Kohlfurth überreicht. Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhalten die Projektpartner einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht. Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Hintergrundinformationen zur UN-Dekade Biologische Vielfalt:

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen.
Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade Fachjury tagt zweimal im Jahr. Zur Beteiligung am Wettbewerb bestehen keine Fristen. Eine Bewerbung als UN-Dekade-Projekt erfolgt online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt unter www.undekade-biologischevielfalt.de.

Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten widerspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.

Quelle: Wupperverband

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Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Oberberg-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in GM-Windhagen und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: redaktion@oberberg-nachrichten.de für unsere Leser erreichbar.

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