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Wie Schule inklusiv wird: Zentrales Thema der 4. Bildungskonferenz im Oberbergischen

Oberbergischer Kreis – Wie müssen sich Schulen verändern, um allen Schülerinnen und Schülern – behinderten und nichtbehinderten – zukünftig gerecht zu werden? Wer hilft den Schulen und den Lehrenden bei dieser Herausforderung? Diese Fragen zum Thema Inklusion standen im Zentrum der diesjährigen Bildungskonferenz.

Die Bildungsregion Oberbergischer Kreis steht vor einer wichtigen Aufgabe: Es geht um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und damit um die Forderung nach einer „inklusiven Gesellschaft“. Diese bezieht behinderte Menschen mit ihren Bedürfnissen von Anfang an ein und grenzt gar nicht erst aus. Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen.

Bei der 4. Bildungskonferenz im Kulturzentrum Lindlar trafen Expertenrunden und 12 Arbeitsgruppen zusammen, um bestehende Konzepte, Unterstützungsangebote und Netzwerke vorzustellen. Dabei geht es insbesondere um Möglichkeiten, wie zukünftig zusammengearbeitet werden kann. Rund 150 Teilnehmende haben sich an der Bildungskonferenz zum Thema Inklusion beteiligt. Auch aufgrund dieser hohen Resonanz bezeichnete Landrat Hagen Jobi die 4. Bildungskonferenz als einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem inklusiven Oberberg.

„Dank unseres Bildungsnetzwerkes Oberberg verfügen wir über gute und bewährte Informations- und Steuerungsstrukturen. Beim Thema Inklusion profitieren wir von der engagierten, konstruktiven und abgestimmten Zusammenarbeit einer Vielzahl von erfahrenen Fachleuten“, sagte Hagen Jobi in seiner Eröffnungsrede. Der Landrat gab dabei auch zu bedenken, dass es viele drängende Fragen gebe – rechtliche, finanzielle und inhaltliche. „Lassen Sie uns dabei in Möglichkeiten und nicht in Schwierigkeiten denken. Lassen Sie uns – wie bisher bei jeder Bildungskonferenz – das Interesse der Kinder und Jugendliche als gemeinsamen Nenner in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen“, forderte der Landrat.

Angeregter Austausch zum Thema Inklusion (v.l.n.r.): Pfarrer Rainer Schmidt; Susanne Schlichtmann, Vors. "Elterninitiative für das besondere Kind"; Sozialdezernent Dr. Jorg Nürmberger; Schulamtsdirektorin Ursula Barth; Ulrich Wontorra, Dezernent des LVR (Foto: OBK)
Angeregter Austausch zum Thema Inklusion (v.l.n.r.): Pfarrer Rainer Schmidt; Susanne Schlichtmann, Vors. „Elterninitiative für das besondere Kind“; Sozialdezernent Dr. Jorg Nürmberger; Schulamtsdirektorin Ursula Barth; Ulrich Wontorra, Dezernent des LVR (Foto: OBK)

Im Grundschulbereich würden die geforderten Maßnahmen zur Inklusion schon gut umgesetzt, „aber bei Realschulen und Gymnasien gibt es noch große Ängste“, sagt Schulamtsdirektorin Ursula Barth. Genau dort setzt Pfarrer Rainer Schmidt – selbst körperbehindert – an. Der gebürtige Nümbrechter hat Mitte der 80er Jahre am Wiehler Gymnasium Abitur gemacht. Der Kabarettist und Referent ist froh, dass „das Thema Inklusion endlich Fahrt aufgenommen hat.“ Schmidt kritisiert Studien wie „Pisa“, bei denen die Leistung eines Schülers auf wenige Kriterien reduziert werde.

Das ist auch eines der zentralen Themen der „Elterninitiative für das besondere Kind“. Deren Vorsitzende Susanne Schlichtmann ist Mutter eines behinderten Kindes. Ihre größte Sorge sei es gewesen, wie ihr Kind in dieser Gesellschaft wahrgenommen werde. „Nur wenn behinderte und nichtbehinderte Kinder so früh wie möglich zusammenkommen, können wir die gewünschte Akzeptanz erreichen“, sagt Susanne Schlichtmann.

In diesem Zusammenhang gab es auch Kritik an den Vorgaben des Schulministeriums, neue Mindestgrößen für Förderschulen festzulegen. „Über die Zukunft dieser Einrichtungen muss die Politik entscheiden, wir wollen jedenfalls auf alles vorbereitet sein“, sagt Schulamtsdirektorin Ursula Barth.

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