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Radevormwald: GIRA – Wandel und Kontinuität

Radevormwald – Heutzutage würde man von einem Technologie-Startup sprechen: Am 1. August vor 111 Jahren entschieden sich die Brüder Gustav und Richard Giersiepen, gemeinsam in zwei angemieteten Räumen in Wuppertal-Wichlinghausen eine „Fabrik von Apparaten für die elektrische Beleuchtung“ zu gründen – der Anfang der Marke Gira und der heutigen Gira Giersiepen GmbH & Co. KG (www.gira.de). Basis für die Firmengründung im Sommer 1905 war die Weiterentwicklung des Tumbler-Schalters, für die Richard Giersiepen 1903 ein Patent erhalten hatte.

Wandel – vom Schalter zur Gebäudesteuerung

Technologie-Startup: Gustav und Richard Giersiepen legen 1905 mit der Gründung ihrer „Fabrik von Apparaten für die elektrische Beleuchtung“ den Grundstein für die Marke Gira. (Foto: Gira)
Technologie-Startup: Gustav und Richard Giersiepen legen 1905 mit der Gründung ihrer „Fabrik von Apparaten für die elektrische Beleuchtung“ den Grundstein für die Marke Gira. (Foto: Gira)

„In unserer schnelllebigen Zeit als Unternehmen 111 Jahre erfolgreich im Markt zu bestehen,“ heißt es in einem Brief, den die Gira Geschäftsführung aus Anlass des besonderen Jubiläums an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerichtet hat, „ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine ganz besondere Leistung, auf die wir alle mit Fug und Recht stolz sein können.“ Tatsächlich werden – statistisch betrachtet – Unternehmen in Deutschland heute im Durchschnitt nicht älter als 15 Jahre. Dass die Gira Geschichte inzwischen mehr als elf Jahrzehnte andauert, liegt auch daran, dass sich das Unternehmen eine wichtige Fähigkeit aus dem Gründungsmoment erhalten hat: die Bereitschaft, immer wieder Hergebrachtes in Frage zu stellen, neue Herausforderungen aktiv anzugehen, dabei auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten und sich, wenn nötig, ein Stück weit neu zu erfinden.

So hat sich das als Zwei-Mann-Betrieb gegründete Familienunternehmen vom regionalen Hersteller von Steckdosen und Schaltern zu einem der international angesehenen Anbieter innovativer Systemlösungen für die elektrotechnische und vernetzte digitale Gebäudesteuerung fortentwickelt. Mit seinen zahlreichen Innovationen und Entwicklungen beeinflussen der Mittelständler im Bergischen Land und seine mehr als 1.200 Mitarbeiter seit 111 Jahren die Welt der Elektroinstallation und intelligenten Gebäudetechnik maßgeblich mit. Längst geht es dabei nicht mehr allein um das elektromechanische An und Aus der Beleuchtung, sondern darüber hinaus um die nutzerorientierte funk- oder leitungsgebundene Steuerung verschiedenster Anwendungen in Gebäuden: von der Regelung der Lichtintensität und -farbe über die Bedienung der Jalousien bis hin zur Einstellung der Zimmertemperatur, von der Abfrage aktueller Wetterdaten über die Zeitschaltung von Haushaltsgeräten bis hin zur Inszenierung unterschiedlicher Raumstimmungen per Knopfdruck, von Türkommunikationssystemen, die die Funktionen Sehen, Hören und Sprechen in sich vereinen, über Bewegungsmelder mit Orientierungsbeleuchtung bis hin zum „Radio in der Wand“.

Gesteuert werden die Gebäudetechnikfunktionen dabei über die Bedieneinheit vor Ort oder über das Smart Device mit entsprechender App von unterwegs. Und das sowohl in Neu- wie auch in Bestandsbauten. Nicht umsonst finden Gira Lösungen heute in mehr als 40 Ländern Anwendung, etwa im Berliner Hauptbahnhof, im Olympia-Stadion in Kiew, im „Messner Mountain Museum: Corones“ am Südtiroler Kronplatz oder im Banyan Tree Hotel in Schanghai.

Kontinuität – Qualität, Funktionalität, Design, Kundennutzen
Dabei bilden die Herkunft als durchgehend familiengeführtes Unternehmen, die in 111 Jahren gewachsene Firmenkultur und Wertelandschaft, zu denen strikte Kundenorientierung, Verbindlichkeit und wechselseitiger Respekt gehören, eine stabile Basis für Wandel und Veränderungen. Und – aufbauend auf dem Pioniergeist der Gründerväter – für die Entfaltung von Erfindungsreichtum und Innovationslust. Dabei zieht sich als „roter Faden“ durch die Unternehmensgeschichte der Anspruch, in den eigenen Produkten und Lösungen höchste Qualität, Perfektion in Funktion und Form sowie verbesserten Nutzen für den Gebraucher zu vereinen. So waren die Steckdose Nr. 265 (1926) und der Doppel-Riegelschalter (1929) über Jahrzehnte hinweg im deutschen Markt Vorreiter in Sachen Qualität und Produktsicherheit.

Ebenso kompakt wie intelligent: Gira G1 ist die Bedienzentrale für die gesamte Gebäudetechnik. (Foto: Gira)
Ebenso kompakt wie intelligent: Gira G1 ist die Bedienzentrale für die gesamte Gebäudetechnik. (Foto: Gira)

Für Furore sorgten der Flächenschalter (1966) sowie die Schalter-Programme S-Komfort (1975) und S-Color (1985), weil sie ganz anders waren als alle vergleichbaren Produkte auf dem Markt. Denn obschon die „gute Form“ immer auch ein Anliegen der Produktentwicklung bei Gira war, gelang es mit diesen Schalterserien erstmals, Produktdesign und Architektur konsequent zusammenzuführen. Ein Ansatz, den das Unternehmen mit den Systemen 55 (2000) und TX_44 (2002) in Plattform-Konzepte für den Innen- und Außenbereich fortentwickelt. Darüber hinaus integrieren beide Plattformlösungen neben den bekannten auch neue, zum Teil eher ungewöhnliche Funktionen in die Schalterwelt: etwa ein Radio oder eine Türsprechanlage. Und auch der zukunftsträchtigen Entwicklung zum vernetzten „Smart Home“ und zur Digitalisierung von Gebäuden gibt Gira von Beginn an maßgebliche Impulse: mit der Beteiligung an der Einführung des Europäischen Bussystems EIB (1991/92), der Entwicklung des HomeServers (2000) und nicht zuletzt mit dem G1 (2015) als ebenso kompakter wie intelligenter Bedienzentrale für die gesamte Gebäudetechnik.

„Wir verantworten Zukunft“
Die Notwendigkeit, Wandel und Kontinuität in der richtigen Balance zu halten, verdichtet sich bei Gira seit 111 Jahren in dem unternehmerischen Anspruch, in Denken und Handeln Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen: im Interesse der Kunden, der Beschäftigten, der Gesellschaft und der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Oder in den Worten des geschäftsführenden Gesellschafters Dirk Giersiepen: „Ein verantwortungsvolles Unternehmen produziert ebenso verlässliche wie zukunftsweisende Produkte und handelt dabei immer kundenorientiert. Zudem muss es in der heutigen Zeit stets die sozialen und ökologischen Effekte des eigenen Handelns im Blick behalten und daraus neu entstehende Anforderungen in seinen Leistungsprozess integrieren.“ Ein guter Ansatz, um die bisherige Geschichte gemeinsam mit Mitarbeitern und Marktpartnern in aller Welt erfolgreich fortzuschreiben.

Veröffentlicht von:

Aline Walter
Aline Walter ist Redakteurin und kaufmännische Mitarbeiterin bei ARKM. Als Reporterin versorgt die Studentin des Medienmanagements sowie der Unternehmensführung die Oberberg-Nachrichten täglich mit aktuellen Nachrichten und Berichten aus der Region.

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