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Bürgermeister Karthaus: Engelskirchener tragen Maßnahmen zur Haushalts-Sanierung vorbildlich

Engelskirchen – Im Interview mit Oberberg-Nachrichten spricht der Bürgermeister der Gemeinde Engelskirchen, Dr. Gero Karthaus, unter anderem über den eventuellen neuen Bahnhaltepunkt Loope und weitere für 2013 geplante Maßnahmen.

Oberberg-Nachrichten (ON): Herr Karthaus, was war Ihr Highlight in 2012?

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Bild: Gemeinde Engelskirchen.

Dr. Gero Karthaus: Wir haben viele Dinge auf den Weg gebracht. Unter anderem die Einführung der Sekundarschule. Wir bekommen von den Eltern ein sehr gutes Feedback. Sie sind mit der Schule zufrieden. In den nächsten Tagen werden wir noch einen Kooperationsvertrag mit dem Aggertal-Gymnasium abschließen. Ich denke, die Entscheidung für die Sekundarschule war eine sehr gute.

ON: Was wird das Highlight 2013 sein?

Karthaus: Da gibt es gleich zwei. Zum einen werden wir im Juni 2013 den „Aggerstrand“ in Ründeroth eröffnen können. Mit einer Investition von etwa einer Millionen Euro werden am alten Freibad ein Jugendzentrum, ein Kindergarten und ein Parkgelände entstehen. Die Agger-Badebucht ist bereits fertig gestellt.

In den Sommerferien wird mit der Sanierung des Aggertal-Gymnasiums begonnen. Die ältesten Teile werden abgerissen und teilweise neugebaut. Andere Teile des Schulgebäudes werden saniert. Die Arbeiten werden insgesamt zwei Jahre dauern und zwischen zehn und zwölf Millionen Euro kosten. Wir haben aber Firmen gefunden, die die Schule für 30 Jahre unterhalten werden. Dies wird einen Mehrwert für Engelskirchen darstellen und ist gleichzeitig auch die günstigste Lösung.

ON: Welche Vorsätze für 2013 liegen auf Ihrem Kaminsims?

Karthaus: Ganz oben auf dem Zettel steht die Entscheidung über die Bahnhaltestelle Loope. Wir haben diese Haltestelle beantragt, aber die Overather möchten in Vilkerath auch eine weitere Haltestelle. Jetzt wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses soll Mitte des Jahres Aufschluss darauf geben, ob die Haltestelle nach Loope oder nach Vilkerath kommt.

ON: Aber ist denn ein weiterer Haltepunkt für die RB 25 überhaupt sinnvoll? Sollte man nicht eher versuchen, die Fahrtzeit zu verkürzen als durch einen weiteren Haltepunkt zu verlängern?

Karthaus: Generell ist das richtig. Aber wir sprechen hier über eine Haltzeit von zweieinhalb Minuten, die durch eine Streckenbeschleunigung wieder herausgeholt ist. Die neue Haltestelle bedeutet keine Verlängerung der Fahrtzeit. Wir müssen festhalten, dass der Abschnitt Engelskirchen-Overath der längste ist. Durch einen weiteren Haltepunkt würde die Strecke entzerrt werden.

ON: Gibt es weitere Vorsätze für 2013?

Karthaus: Mir persönlich ist es wichtig, sich in die Zukunftsgestaltung einzumischen. Und dabei müssen wir unsere Markenkerne betonen. Dies ist natürlich das „Christkind“. Wir haben hier einen der beliebtesten Christkind-Märkte direkt am Rathaus. Außerdem ist im „Alten Baumwolllager“ das Christkind mit dem Wunschzettel-Büro zu Hause.

An zweiter Stelle steht der Karneval, der der größte rechtsrheinisch ist. Das müssen wir für Engelskirchen ausnutzen. Als weiterer Markenkern gilt die Gesundheit. In eben diesem Bereich sind wir besser aufgestellt, als jede andere bergische Kommune. So werden zum Beispiel alleine rund 2.000 Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt.

ON: Wie sehen Sie die wirtschaftliche Lage 2013?

Karthaus: Zunächst möchte ich kurz auf 2012 eingehen. Das Haushaltsjahr haben wir deutlich besser abgeschlossen als erwartet, aber dennoch defizitär. Es ist schon schwer verständlich, wie eine Kommune mit der schlanksten Verwaltung und Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer keine schwarze Null schreibt.

Für 2013 bin ich vorsichtig optimistisch. Auch unsere Firmen haben eine optimistische Grundhaltung. Die Gesamtlage wird sicherlich positiver als bisher gedacht. Allerdings hat Engelskirchen keine Entwicklungsmöglichkeiten für Gewerbeflächen. Unser Gemeindegebiet besteht zu zwei Dritteln aus Wald. Die gesamte Industrie ist geballt im Agger- und Leppetal zu finden. Aber in diesem Bereich wollen wir eine erneute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lindlar eingehen und ein interkommunales Gewerbegebiet schaffen.

Natürlich wird 2013 auch vom Stärkungspakt beeinflusst sein. Wir wollen in fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt haben. Und dafür müssen wir einiges tun. Auch die Bürger müssen mit anpacken. So wurde zum Beispiel für 2013 die Grundsteuer erhöht. Allerdings in einem sehr vertretbaren Maß. Aufs Jahr gesehen, macht das quasi einen Kasten Bier aus. Darüber hinaus werden die Zuschüsse fürs Ehrenamt gekürzt werden. Aber alle Engelskirchener tragen diese Maßnahmen vorbildlich mit.

ON: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Simone Hawellek.

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