Die Entsorgung von Altkleidern wird in Deutschland großgeschrieben. Laut einer aktuellen Statista-Umfrage geben 70% der Teilnehmer an, ihre gebrauchten Kleidungsstücke in einem Container zu entsorgen oder sie an einen gemeinnützigen Verein zu spenden. Die wesentlichen Beweggründe der Deutschen, die sich bewusst für diese Wege der Entsorgung entscheiden, sind neben der Unterstützung von bedürftigen Menschen und Vereinen auch der Wunsch, selbst etwas zum Umweltschutz beitragen zu können. Dennoch besteht das Problem der falschen Altkleiderentsorgung noch immer, welches das Resultat von zu wenig Aufklärungsarbeit darstellt. So geben Menschen oftmals Textilien und Schuhe in einem Container ab, die sich nicht zur Weiterverwertung eignen.

„Altkleider“: Was genau ist hierunter zu verstehen?

Foto: pixabay.com

In die Altkleidersammlung gehören ausschließlich Textilien, die zwar getragen und gebraucht worden sind, aber immer noch als verwertbar gelten. Dazu zählen saubere Kleidung, Hüte, (Leder-)Taschen, gut erhaltene Schuhe (an den Schnüren miteinander verbunden), Bettwäsche und andere Haushaltswäsche sowie Tischdecken. Nicht in den Container, sondern in den Restmüll gehören hingegen stark verschmutzte und somit unbrauchbare Kleidungsstücke, die zum Beispiel Öl- oder Farbflecken enthalten.

Das passiert mit den Altkleidern nach der Entsorgung

Nachdem die alte Kleidung in der Altkleidersammlung abgegeben wurde, endet der Entsorgungsprozess für den Konsumenten, während ein langer, aufwändiger Prozess für Recycling-Organisationen gerade erst beginnt. Der erste Schritt ist die Abholung der Altkleider, die dann in einer Sortieranlage in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Dabei handelt es sich bei dem Großteil der Textilien um noch tragbare Kleidung, die oft ins Ausland verschifft und dort an Bedürftige weitergegeben wird. Ein anderer Teil der Altkleider wird in einer Recyclinganlage zu Dämmstoffen, Isolierstoffen sowie zu Industrieputzlappen verarbeitet, während der Rest für die Verbrennung bestimmt ist. Der Umsatz, der durch die Entsorgung entsteht, fließt direkt an die Stadt oder die gemeinnützigen Verbände, die die Container platziert haben. Mit gebrauchter Kleidung, die gespendet wird, entsteht in Deutschland ein Umsatz von rund 800 Millionen Euro.

Entsorgungsalternativen

Wer seine noch gut erhaltene Kleidung eher ungern im Altkleidercontainer abgeben möchte, hat einige Alternativen. In der heutigen Zeit, in der Trends schnelllebig sind und die Kleiderschränke demnach nach einigen Jahren aus allen Nähten platzen, spielen die richtige Entsorgung und Upcycling eine enorme Rolle. Handelt es sich bei den aussortierten Kleidungsstücken um sehr hochwertige, teure Mode, die selten getragen wurde, da sie nicht mehr gefällt, fällt die Entsorgung im Container oft schwer. Alternativ lohnt es sich, alte Kleidung im Internet zu verkaufen, sodass sich jemand anderes an der Mode erfreuen kann. Auch Secondhand-Läden sind heute so gefragt wie noch nie zuvor. Die wohl umweltfreundlichste, verantwortungsbewusste Variante ist und bleibt jedoch die bewusste und vor allem reduzierte Anschaffung von neuen Kleidungsstücken. Viel zu oft folgen Konsumenten Trends, die ihnen gar nicht wirklich gefallen. Sie kaufen, um für einen kurzen Moment Glücksgefühle zu verspüren. Wer in Zukunft Nachhaltigkeit im eigenen Alltag stärker umsetzen möchte, sollte sich vor jedem Kauf fragen, ob dieser nötig ist oder ob aus der vorrätigen Garderobe doch noch einige Schätze neu kombiniert oder neu verwertet werden können.

Achtsamkeit bei der Entsorgung 

Bei der Entsorgung von Altkleidern im Container sollte unbedingt auf die Professionalität und die Legalität dieser geachtet werden. Die Vielzahl an heute existierenden Containern verschärft häufig das Problem für den Konsumenten, nicht mehr einschätzen zu können, ob der dahinterstehenden Organisation zu vertrauen ist oder eben nicht. Es gilt: Eigenständiges Informieren über den Aufsteller des Containers lohnt sich, denn nur dann handelt es sich um Entsorgung mit gutem Gewissen. Auf den Containern befinden sich Informationen wie Telefonnummer, Adresse oder Homepage der dafür verantwortlichen Institution. Mit ein paar Klicks im Internet kann schnell herausgefunden werden, ob die Altkleider im Container nebenan gut aufgehoben sind.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Oberberg-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist telefonisch unter 02261-9989-885, oder über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@oberberg-nachrichten.de

ON - Oberberg Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Einsortiert unter:

Ihr Kommentar zum Thema

Ich akzeptiere