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Wo sind all die Vögel hin – wo sind sie geblieben?

In diesem Jahr haben doppelt so viele Vogelfreunde aus dem Oberbergischen Kreis Ausschau nach den gefiederten Gartenbesuchern gehalten wie letztes Jahr, nämlich 662 fleißige Zähler .Dafür sagen wir hier ganz herzlich Dankeschön!

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Leider hat diese tolle Zahl auch nicht zu mehr Vögeln geführt, dafür aber zu genaueren Ergebnissen für die „Stunde der Wintervögel 2017“. Unerfreulicher Weise hat sich das schlechte Bauchgefühl bestätigt, welches so mancher vogelfütternde Garten- oder Balkonbesitzer in den letzten Monaten schon hatte. Es sind definitiv wesentlich weniger Vögel anwesend als die Jahre zuvor. Und das nicht nur in Oberberg, sondern deutschlandweit mit deutlichem Ost-West-Gefälle.

Haubenmeisen waren – als Nadelwaldbewohner – bei dieser Vogel-Zählung noch deutlich seltener, als normalerweise – Quelle: Tom Dove

Für den Oberbergischen Kreis sieht es konkret wie folgt aus:

Es wurden in 457 Gärten insgesamt 15.819 Vögel gezählt. Auf Platz eins flattert erfreulicherweise die Amsel. Die letzten Jahre landete sie jeweils nur auf dem vierten Platz, mit sorgenvollem Blick auf die vielen Usutu-Virus Fälle unter ihnen. Jetzt hat sie ein Plus von 25% zum Vorjahr gemacht.

Auf Platz zwei landet der Haussperling, der allerdings zum Vorjahr 19% verloren hat.

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Der dritte Platz geht an die Kohlmeise, welche somit zwar auf dem „Treppchen“ gelandet ist, aber eigentlich stellvertretend als großer Verlierer dasteht. Zum Vorjahr wurde sie 50% seltener gezählt und hatte in den letzten Jahren immer den ersten Platz inne.

Mit der Kohlmeise haben auch alle anderen Meisenarten verloren. Blau-, Tannen-, Hauben-, Weiden-, Sumpf- und Schwanzmeisen haben enorme Einbußen erlitten.

Auch die Kohlmeise, ein typischer Bewohner der oberbergischen Siedlungen, hatte diesmal deutliche Verluste – Quelle: Reiner Jacobs

Bei den Finken sieht es ähnlich aus. Bis auf Buch- und Bergfink, die in Oberberg leichte Bestandsanstiege vermerken ließen, sind die anderen Arten wie Gimpel, Kernbeißer, Stieglitz und Grünfink deutlich seltener gesehen worden als die Jahre zuvor.

Ebenfalls alle anderen regelmäßigen Besucher von Gärten und Futterhäuschen sind weniger zu sehen gewesen – wie Kleiber, Buntspecht, Erlenzeisig, Goldammer, Zaunkönig oder Heckenbraunelle.

Selbst die Rabenvögel sind betroffen: Rabenkrähen, Eichelhäher und Elster haben scheinbar ebenfalls Probleme, die Bestände aufrecht zu erhalten.

Es gibt wenige „Gewinner“ in dieser Stunde der Wintervögel 2017: Neben der Amsel hat der Feldsperling um 29% zugelegt, Stare und Drosseln haben scheinbar weniger Probleme zur Zeit und sind zahlreich vorhanden.

Amseln waren bei der Wintervogelzählung im Aufwind – Quelle: Reiner Jacobs

Fazit: es ist erstaunlich, dass der Rückgang der Bestände bei so vielen verschiedenen Arten spürbar ist. Vielleicht liegt die Ursache tatsächlich an den schlechten Brutbedingungen im Frühjahr und dem fehlenden Winterzuzug aus Osteuropa. Wir sind auf die „Stunde der Gartenvögel 2017“ im Mai gespannt und hoffen auf diesjährigen guten Bruterfolg der Vögel.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche verantwortet die Redaktion Oberberg-Nachrichten. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist telefonisch unter 02261-9989-885, oder über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected] - Redaktionssprechstunde: Mo, Di und Do von 10-12 Uhr.

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