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Stammzellenforschung: Eine Frage der Ethik oder lebensnotwendig?

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Für die einen die Zukunft der Medizin, für andere ein ethischer Scheideweg: In der Regenerativen Medizin wird bereits seit einiger Zeit versucht, bestimmte Zelltypen aus sog. „Stammzellen“ zu züchten. Doch welche Vorteile bietet die Stammzellenforschung? Und ist sie überhaupt moralisch vertretbar?

Was sind eigentlich Stammzellen?

Quelle: PublicDomainPictures (219985) – pixabay.com
Quelle: PublicDomainPictures (219985) – pixabay.com

Stammzellen sind die Alleskönner unseres Körpers. Im embryonalen Stadium enthalten sie den kompletten genetischen Bauplan eines Lebewesens und werden im Laufe der Embryonalentwicklung zu den verschiedenen Gewebetypen (Haut, Organe, Muskeln etc.). Beim voll entwickelten Menschen sorgen sie hingegen für die Zellregeneration. In der Forschung wird zwischen drei Arten von Stammzellen unterschieden, die auf jeweils unterschiedliche Weise gewonnen und medizinisch unterschiedlich eingesetzt werden:

  • Embryonale Stammzellen: Embryonale Stammzellen werden in einem sehr frühen Stadium aus der befruchteten Eizelle (dem Embryo) gewonnen. Sie haben das größte Entwicklungspotenzial, da sie der Ursprung einer jeden Körperzelle sind und somit theoretisch auch für die Behandlung jedes Organs verwendet werden können. Embryonale Stammzellen sind „pluripotent“.
  • Adulte Stammzellen: „Adult“ sind die Stammzellen ab dem Moment der Geburt. Adulte Stammzellen werden aus dem Knochenmark, der Haut und dem Blut gewonnen, sind in ihrer Entwicklungsfähigkeit jedoch eingeschränkt, da sie wiederum ausschließlich weitere Haut- und Blutzellen hervorbringen können. Adulte Stammzellen gelten daher als „multipotent“.
  • Induzierte pluripotente Stammzellen: Die dritte Art von Stammzellen, kurz iPS, hat ihren Ursprung im Labor und besitzt ähnliche Eigenschaften wie die embryonalen Stammzellen.

Stammzellentherapie: Anwendungsgebiete und Möglichkeiten

Stammzellen sind die größte Hoffnung der Regenerativen Medizin, die sich mit der Wiederherstellung funktionsgestörter Zellen beschäftigt. Die Behandlung erfolgt entweder durch die Stimulation der körpereigenen Reparationsprozesse, indem Stammzellen in das betroffene Gewebe eingesetzt werden, oder durch eine Ersetzung des erkrankten Gewebes durch künstlich aus Stammzellen gezüchtetes Gewebe. Gegenwärtig wird die Stammzellentherapie bei Herz- und Gefäßerkrankungen (z.B. für den Wiederaufbau von Herzmuskelgewebe), Erkrankungen des Knochenmarks (z.B. in Fällen von Leukämie) und bei Hirnschäden, wie sie nach schweren Traumata auftreten, angewandt. Darüber hinaus setzt die Medizin große Hoffnungen in die Gewinnung von Stammzellen aus Nabelschnurblut: Die Zellen des Nabelschnurbluts sind zwar nicht ganz so jung wie embryonale Stammzellen, tragen aber dennoch ein sehr geringes Risiko für genetische Schädigungen. Da sie sich noch sehr schnell teilen und theoretisch zu unterschiedlichen Zelltypen differenzieren lassen, gelten Stammzellen aus Nabelschnurblut ebenfalls als „pluripotent“.

Nabelschnurblutbanken wie Seracell bieten mittlerweile die Einlagerung von Nabelschnurblut als Vorsorgeschutz an, da die körpereigenen Zellen im Falle einer späteren Erkrankung des Kindes normalerweise optimal angenommen werden. Mit Stammzellen aus Nabelschnurblut können u.a. Leukämie, Hirnschädigungen und Herz- und Gefäßerkrankungen behandelt werden. Mehr zur Aufbereitung, Einlagerung und Transplantation von Stammzellpräparaten findet sich auf der entsprechenden Website.

Embryonale Stammzellenforschung: zwischen Ethik und Fortschritt

Grundsätzlich gilt für Stammzellen: Je jünger, desto besser. Je früher eine Stammzelle gewonnen wird, desto freier ist sie von Zellmutationen und desto erfolgreicher kann sie sich vermehren. Das bedeutet, dass in der Forschung mit embryonalen Stammzellen die besten Erfolgschancen liegen. Während die Stammzellentherapie mit adulten Zellen bei der Behandlung von Leukämie und der Transplantation von (Haut)-gewebe bereits gute Ergebnisse erzielt, gehen Forscher davon aus, dass das medizinische Potenzial von embryonalen Stammzellen quasi unbegrenzt ist und dass körpereigene Stammzellen theoretisch sogar darauf „programmiert“ werden könnten, die Funktionen von erkranktem Körpergewebe zu übernehmen. Die moderne Medizin ist also an einer Ausweitung der embryonalen Stammzellenforschung interessiert.

Der Grund dafür, dass die entsprechende Forschung derzeit nur sehr eingeschränkt zugelassen ist, ist die Tatsache, dass embryonale Stammzellen ausschließlich aus Embryonen gewonnen werden können. Diese werden bei dem Prozess jedoch vollständig zerstört. Die Stammzellen, mit denen derzeit eingeschränkt experimentiert werden darf, stammen aus der „In-vitro-Fertilisation“. Da bei diesem Prozess grundsätzlich mehrere Embryonen entstehen, werden die „überschüssigen“ in Stickstoff eingelagert und, das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt, für die Forschung freigegeben. Sollten embryonale Stammzellen allerdings tatsächlich für die Therapie freigegeben werden, so würde dies einen erheblich höheren Bedarf an Embryonen bedeuten, welche in diesem Falle ausschließlich für medizinische Zwecke „gezüchtet“ und zerstört würden.

Stammzellenforschung: lebensnotwendig oder nicht vertretbar?

Die Frage, ob die medizinischen Möglichkeiten der Stammzellenforschung die ethischen Bedenken aufwiegen, oder ob der Schutz des ungeborenen Lebens wichtiger ist als der medizinische Fortschritt, muss letzten Endes jeder für sich selbst entscheiden. In Anbetracht der Tatsache, dass die embryonale Stammzellenforschung derzeit jedoch nur sehr eingeschränkt erlaubt ist und die Therapie ausschließlich mit adulten Zellen durchgeführt wird, scheinen die Vorteile gegenwärtig zu überwiegen. Die Stammzellentherapie bietet in folgenden Fällen eine Behandlungsmöglichkeit:

  • Herz- und Gefäßerkrankungen
  • Hirnschädigungen
  • Verletzungen des Gewebes (z.B. großflächige Verbrennungen)
  • Leukämie
  • Lymphdrüsenkrebs

Da sowohl die induzierten pluripotenten als auch jene adulten Stammzellen, die aus Nabelschnurblut gewonnen werden, sehr ähnliche Eigenschaften besitzen wie die embryonalen Stammzellen, scheint darüber hinaus derzeit keine Notwendigkeit vorzuliegen, die embryonale Stammzellenforschung zu intensivieren.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche verantwortet die Redaktion Oberberg-Nachrichten. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist telefonisch unter 02261-9989-885, oder über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected] - Redaktionssprechstunde: Mo, Di und Do von 10-12 Uhr.
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