Ratgeber

Hacker greifen jetzt auch Online Apotheken an

Mit pharmazeutischen Produkten ist gutes Geld zu verdienen. Es hat schließlich seinen Grund, warum Online-Apotheken in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Nun will sich eine Erpressergruppe ein Stück vom Kuchen abschneiden und erpresst per DDoS-Attacke diverse Online-Apotheken. Es sind Online-Shops deutscher Anbieter, die in den letzten Tagen angegriffen wurden. Bisher war der Schaden begrenzt, doch es war nur ein Vorgeschmack auf das, was angedroht wurde: Ein stunden- oder gar tagelanger Ausfall.

Die Hackergruppe nennt sich „Gladius“ und schickte den schlechten Vorgeschmack eines Totalausfalls bereits auf die Reise. Ein in englischer Sprache verfasster Brief besagt: „Wie Sie hoffentlich realisiert haben, haben wir die Infrastruktur Ihres Online-Shops angegriffen.“ Im gleichen Atemzug fordern sie pro Online-Apotheke eine „Nicht-Angriffs-Gebühr“ von 1.500 Euro, sonst würde der Shop innerhalb von drei Tagen lahmgelegt. Die Drohungen sind angesichts der bereits stattgefunden Aktionen ernst zu nehmen.

Die Tragweite der Angriffe war deutlich zu spüren. Der IT-Dienstleister und Geschäftsführer Christian Mauve gesteht, dass es solche intensiven Attacken in den letzten zehn Jahren nicht gegeben habe. Statt einer Verarbeitungsgröße von 50.000 Paketen pro Sekunde seien in den letzten Tagen ca. 1 Million Pakete in der Sekunde eingeflogen. Ohne Schutzmaßnahmen setzten solche Angriffe jeden Server lahm. Nach Angabe der Provider sind die gespeicherten Kundendaten jedoch nicht in Gefahr, da die Attacken nur eine Überlastung des Netzes darstellt, der zu einem Zusammenbruch des Online-Shops führt.

Sicherheit bei der Bestellung von Medikamenten

Insbesondere medizinische Daten zur individuellen Person sind nicht nur bei Krankenkassen hochbegehrt. Darum sind Apotheken sogar via Gesetz verpflichtet besonders vorsichtig mit den Informationen ihrer Kunden umzugehen. Das Internet ist jedoch voll von gefälschten Medikamenten und Fallen um Daten abzugreifen. Wer sich für die Bestellung von Medikamenten im Netz entscheidet sollte sich den Webauftritt aufmerksam ansehen. Hinweise auf Datenschutz und auch Prüfsiegel sind zwar keine Pflicht, aber Angebote, die getestet wurden, auch von unabhängigen Portalen, bergen zumeist weniger Gefahren. Eine DDoS-Attacke bleibt jedoch für den User weitgehend unsichtbar, bis die Webseite einen Absturz erleidet.

Digitale Erpressung im 21. Jahrhundert

DDoS-Attacken sind gezielte Angriffe auf Unternehmen. Dabei werden so viele Anfragen in kürzester Zeit gestellt, dass die Server vollkommen überlastet und die betroffenen Webseiten nicht mehr erreichbar sind. Verständlicherweise bedeuten solche Angriffe für Online-Anbieter einen erheblichen Umsatzausfall, dem kaum zu widerstehen ist. Die Betreiber der jeweiligen Unternehmen können kaum etwas dagegen tun, hier sind die jeweiligen Provider gefragt, mit entsprechenden Schutzmaßnahmen ihre Klienten wiederum vor solchen Angriffen zu schützen. Hacker verdienen sich weltweit ein beachtliches Geld mit solchen DDoS-Attacken. Betroffen wird geraten

, eine Anzeige bei der Polizei zu erstellen und auf keinen Fall das geforderte Lösegeld zu zahlen. Zu groß ist das Risiko, dass dieses System weitere Angriffe nach sich zieht. Die Provider wiederum müssen mit speziellen Filtern als Gegenmaßnahme ihre Kunden vor einem Totalausfall schützen.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche verantwortet die Redaktion Oberberg-Nachrichten. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist telefonisch unter 02261-9989-885, oder über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected] - Redaktionssprechstunde: Mo, Di und Do von 10-12 Uhr.

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