Oberbergischer Kreis – Im Vorfeld der Personalratswahlen für die Schulen in NRW, die bis zum 15. Juni 2016 laufen, übergab der Philologenverband Nordrhein-Westfalen durch die Spitzenkandidaten am 28. April 2016 ein Protestschreiben mit dem Titel „Es reicht!- Entlastungen jetzt“ mit Unterschriften an Sigrid Beer und Eva-Maria Voigt-Küppers (schulpolitische Sprecherinnen von Die Grünen und SPD).

Vier dicke Aktenordner und der Rücklauf von rund 85% aller Schulen machten deutlich, dass eine große Unzufriedenheit mit der Schulpolitik der Landesregierung herrscht. Seit Jahren kämpft der Philologenverband um die Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Schulen. André Schmitz-Niggemann, Vorsitzender des Bezirks Oberberg, nannte die aktuellen Personalratswahlen eine wichtige Basis zur Durchsetzung einer vernünftigen Bildungspolitik in NRW. „Nur mit einem starken Philologenverband werden wir die gymnasialen Bildungsangebote stärken können. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Denn ohne wirklich studierfähige Schulabgänger wird die Entwicklung unseres Landes in Zukunft schwierig.“

André Schmitz-Niggemann und Sabine Mistler (Quelle: Philologenverband Nordrhein-Westfalen Bezirk Oberberg)

„Dabei muss nicht nur das Schulsystem gut durchdacht sein. Angesichts der Fülle von teilweise unnötigen Verwaltungsaufgaben in den Schulen, den Herausforderungen durch Inklusion und durch die Integration von Flüchtlingen müssen vor allem unverzichtbare Rahmenbedingungen für eine solide Bildungsarbeit geschaffen werden“, ergänzt Sabine Mistler, stellvertretende Landesvorsitzende des Philologenverbandes und Vorstandsmitglied im Bezirk Oberberg. „Unsere Lehrerinnen und Lehrer brauchen bessere Arbeitsbedingungen. Daher fordern wir:

• eine Verringerung der Unterrichtsverpflichtung auf 23,5 Wochenstunden,
• die Klassen- und Kursgrößen spürbar abzusenken,
• wirksame Entlastungen für besonders korrekturbelastete Kolleginnen und Kollegen zu schaffen,
• das Kontingent an Entlastungsstunden für die Kollegien deutlich aufzustocken,
• den Verwaltungsaufwand deutlich abzubauen und die ausufernde Konzeptomanie zu beenden,
• die Zahl der Konferenzen und Dienstbesprechungen zu reduzieren,
• eine hinreichende Vertretungsreserve einzurichten,
• eine durchgängige Doppelbesetzung im inklusiven Unterricht!“

Die oberbergischen Philologen wollen um möglichst viele Stimmen für diese Forderungen kämpfen. „Das sind wir den Schülerinnen und Schülern und den Lehrerinnen und Lehrern schuldig“, unterstreicht Mistler.

Veröffentlicht von:

Aline Walter
Aline Walter ist Redakteurin und kaufmännische Mitarbeiterin bei ARKM. Als Reporterin versorgt die Studentin des Medienmanagements sowie der Unternehmensführung die Oberberg-Nachrichten täglich mit aktuellen Nachrichten und Berichten aus der Region.

ON - Oberberg Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Einsortiert unter:

Ihr Kommentar zum Thema

Ich akzeptiere