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Trauer bei Kindern und Jugendlichen

Johanniter-Hospizdienst informierte

Waldbröl – Die Nudel stört, sie schmerzt und hindert beim Auftreten und Springen. Am eigenen Körper haben die Zuhörer beim Infoabend „Junge Menschen in der Krise“ erlebt, wie ein kontinuierlicher Schmerz das Leben beeinträchtigt. Referentin Silke Kirchmann, Leiterin des Hospizdienstes Caritasverband Wuppertal/Solingen, hatte die Gäste im evangelischen Gemeindehaus in Waldbröl gebeten, sich jeweils eine Nudel seitlich in den Schuh zu stecken und damit zu laufen, zu springen und zu stehen. Zu der Veranstaltung hatte der Johanniter-Hospizdienst für Morsbach, Reichshof und Waldbröl anlässlich seines zehnjährigen Bestehens eingeladen.

Trauma- und Trauertherapeutin Silke Kirchmann zog den Vergleich mit der Trauer: „Sie verschwindet nie, folgt keinen festen Regeln und schmerzt, sobald man an ihr rührt.“ Und das bringe manche Menschen zum Versteinern, führe andere in den Aktionismus und veranlasse weitere zur Aggressivität oder zum Weinen. „Es gibt keine richtige Art des Trauerns, jeder findet seine eigene Methode, mit der er trotz eines Verlustes weiterleben kann“, sagte Referentin Kirchmann in Waldbröl. Die Aufforderung „Nun wein‘ doch mal!“ sei daher nicht immer hilfreich: „Entgegen landläufiger Meinungen vergießen nur knapp die Hälfte aller trauernden Menschen Tränen.“

Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

„Worüber trauert ihr?“ Auf diese Frage haben bei einer Umfrage unter 500 Schülern fast Dreiviertel von ihnen die Scheidung der Eltern genannt. „Andere Untersuchungen ergeben außerdem, dass Jugendliche ungefähr 70 mal am Tag den Tod auf einem PC- oder TV-Bildschirm mitansehen“, berichtete Kirchmann.

Kinder sollten also nicht von Gesprächen über das Sterben und die Trauer ferngehalten werden. Im Gegenteil: „Trauer darf nicht permanent unterdrückt werden, sie muss ihren Ausdruck finden und von der Umgebung anerkannt werden.“ Junge Menschen sollten daher bei einer Krise nicht nur Ansprechpartner finden, sondern außerdem die Möglichkeit haben, ihre Gefühle auszuleben und auszudrücken.

Nachweisbar nehme die Trauer den Menschen auch biologisch noch lange in Beschlag: „Die Leukozyten eines Trauernden sinken von einem Normalwert von 4000 nach einem Jahr auf 700 und setzen damit das Immunsystem herab.“

Bei dem Infoabend gab es nach dem Referat viele Gespräche, außerdem waren die von Waldbröler Schüler gestalteten Paradieshemden zu sehen.

Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Gespräche über die Trauer bietet der Ambulante Johanniter-Hospizdienst für Morsbach, Reichshof und Waldbröl den Menschen aller Altersgruppen an unter Telefon 02291/9265387.

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