Gummersbach – Vor der Partie hatten die Besucher in der ausverkaufen SCHWALBE arena bereits Grund zur Freude, als der Verein die vorzeitige Vertragsverlängerung von Simon Ernst bis zum Jahre 2018 bekanntgab. Der junge Ernst hat sich bereits in seiner ersten Bundesliga-Saison zu einer absolute Stütze der Mannschaft entwickelt, und VfL-Geschäftsführer Frank Flatten ist stolz, diesen Mann der Zukunft langfristig an den Club gebunden zu haben.

VfL Gummersbach – TuS N-Lübbecke 29:27 (13:16)

Was für Start in die zweite Halbzeit dieser Partie. Der VfL kam wie aufgedreht aus der Kabine und spielte den Gast zehn Minuten lang an die Wand. Mit einem 8:1-Lauf wurde aus dem Pausenrückstand eine 21:17-Führung. Maßgeblich beteiligt war Torhüter Matthias Puhle, der in dieser Phase seinen Kasten förmlich vernagelte. Für ein weiteres Highlight sorgte Lichtlein mit Siebenmeterparade Nummer drei, und im Angriff spielten Ernst, Bult, Schröder, Kühn und Santos mit der Deckung Katz und Maus. Kampflos wollte sich der Gast allerdings nicht geschlagen geben. Angeführt vom starken Vukovic schoss sich der Gast noch einmal heran, und der VfL ließ nun im Angriff zu viel liegen.

Mit dem 25:25 (51.) durch eben diesen ehemaligen Gummersbacher Vukovic war dann plötzlich alles wieder offen, aber nun trat VfL-Matchwinner Matthias Puhle wieder in Erscheinung und war erneut zur Stelle. Kühn schoss das umjubelte 26:25, und der folgende Tempogegenstoß hatte vorentscheidende Bedeutung. Santos ließ den Ball bereits liegen, aber Schröder schnappte sich das Leder noch kurz vor dem Tor und schob ein zum 27:25. Als Santos Sekunden später zum 28:25 nachlegte, hatte keiner der 4.132 Besucher in der ausverkauften SCHWALBE arena mehr einen Zweifel an einem weiteren Heimsieg der Blau-Weißen.

Lübbecke kam zwar in der Schlussminute noch einmal auf einen Treffer heran, aber drei Sekunden vor Schluss setzte Florian von Gruchalla mit seiner ersten Angriffsaktion den Schlusspunkt, der schon im grenzenlosen Jubel unterging.

Die Partie begann sehr munter mit reichenweise gelungenen Offensivaktionen. Der VfL kam gut raus und überzeugte im Angriff durch gelungene Aktionen. Die Gäste aus Lübbecke bewiesen aber ebenfalls, dass sie vor allem im Rückraum mit Spielmacher Vukovic sowie seinen Rückraumkollegen auf den Halbpositionen Schöngarth und Borozan stets gefährlich sind. Torhüter und Abwehrreihe sollten erst später in Erscheinung treten. Gegen Ende der ersten Hälfte verlor der VfL allerdings etwas den Faden, war in der Deckung manchmal einen Schritt zu spät und ließ auch im Angriff die Ideen vermissen.

Bis zum 13:13 durch Julius Kühn (26.) war die Partie dennoch völlig offen, zumal sich auch Matthias Puhle Mitte der ersten Hälfte zwischen den Pfosten stark einführte. Und für die besonderen Momente gab es dann auch noch Carsten Lichtlein, der in der ersten Hälfte bereits zwei Siebenmeter parierte. Ausgerechnet eine VfL-Auszeit brachte die Gastgeber dann allerdings in Rückstand. Mit 2:0 gewann der Gast diese Strafzeit, begünstigt durch zwei leichte Ballverluste des VfL, und ging mit einer nicht unverdienten Führung in die Kabine.

TuS N-Lübbecke: Nikola Blazicko (1. Bis 60., 11 Paraden), Malte Semisch (nur bei 2 Siebenmetern); Drago Vukovic (6), Gabor Langhans (2/1), Ramon Tauabo (1), Ales Pajovic, Richard Wöss (2/2), Jens Schöngarth (7), Vuko Borozan (5), Christian Klimek (3), Tim Remer (1)

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. bis 17., 5 Paraden, darunter 3 Siebenmeter), Matthias Puhle (17. Bis 60., 13 Paraden); Tobias Schroeter, Simon Ernst (4), Julius Kühn (4), Magnus Persson (n. e), Joakim Larsson, Gunnar Stein Jonsson, Florian von Gruchalla (1), Mark Bult (6), Alexander Becker (1), Andreas Schröder (4), Raul Santos (9/5), Maximilian Jaeger (n. e.), Andreas Heyme (n. e.)

Siebenmeter: 5:5 – 6:3 (Lichtlein hält zweimal gegen Remer und einmal gegen Langhans)

Strafminuten: 2:6 (Larsson – Langhans, Schöngarth, Vukovic)

Schiedsrichter: Philipp Dinges/Daniel Kirsch

Zuschauer: 4.132 (ausverkauft)

Spielfilm: 3:3 (4.), 8:9 (16.), 10:12 (23.), 13:13 (26.), 13:16 – 21:17 (41.), 23:20 (46.), 24:22 (47.), 25:25 (54.), 28:25 (57.), 29:27

Stimmen zum Spiel

Sead Hasanefendic (Trainer TuS N-Lübbecke): „Für mich war es ein Erlebnis, diese tolle Halle einmal vom Spielfeld aus zu erleben. Zufrieden bin ich natürlich dennoch nicht. Wir kämpfen um das Überleben in der Liga, aber im Moment haben wir große personelle Probleme. Zur Pause haben wir noch geführt. Den Umbruch nach der Pause kann ich mir auch nicht ganz erklären. Wir haben in der Deckung nicht mehr so gut gestanden und im Angriff zu viele klare Chancen vergeben. Hinzu kamen starke Torhüterleistungen. Glückwunsch an den VfL, der sich auch heute leidenschaftlich präsentiert hat mit dem unbedingten Glauben an den Erfolg.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL Gummersbach): „Das war kein einfacher Spiel für uns. Die Erwartungen mit einer ausverkauften Halle und einem Auswärtssieg im Rücken waren groß. Die erste Hälfte war ausgeglichen und Lübbecke hat seine große Klasse mehrfach unter Beweis gestellt. In manchen Phasen hat uns in der Deckung etwas der Zugriff gefehlt. Was dann aber nach dem Wechsel passiert ist, hat mich schon begeistert und ist für diese junge Truppe keinesfalls selbstverständlich. Kompliment an die Mannschaft für die Leistung und die tolle Saison. Wir haben einiges erreicht und ich bedanke mich bei allen, die mitgewirkt haben. Den tollen Fans, den Sponsoren und allen Freunden des VfL.“

Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): „Zum Spiel muss ich gar nicht mehr viel sagen. Ich kann nur sagen, dass ich stolz auf die Mannschaft, den Trainer und die Fans bin. Ich bedanke mich beim Umfeld für die Ruhe, bei den Gesellschaften, den Sponsoren und allen Beteiligten. Es macht einfach Spaß, diese Entwicklung zu verfolgen und ich hoffe sehr, dass die Fans das auch weiter tun noch weiter fleißig Dauerkarten abnehmen. Die Mannschaft hat es verdient.“

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