Radevormwald – Demografischer Wandel und Bürgerbefragung mal anders: 50 Schüler befragten Familien in zwei Neubaugebieten im Rahmen ihres Sozialwissenschafts-Unterrichtes. „Für uns als Schüler war es totoal interessant, einen Fragenkatalog zu erstellen und dann die Auswertung der Antworten machen zu dürfen“, so Katrin Wellershaus (Schülerin am Thedor-Heuss-Gymnasiums in Radevormwald).

Die Jahre dramatischer Einwohnerverluste im Oberbergischen Kreis durch negative Wanderungssalden scheinen vorbei zu sein. 2013 könnte erstmals seit 2004 wieder ein leichter Wanderungsgewinn erreicht werden – die abschließenden Zahlen liegen noch nicht vor. Der Kreis kann dabei besonders bei den Altersgruppen unter 18 Jahren und 25 bis unter 50 Jahren, also den Familien, profitieren.

Diese Entwicklung ist – wenn auch nur mit niedrigen absoluten Zahlen – auch in Radevormwald festzustellen. Dies wurde zum Anlass genommen, am Beispiel der Stadt Radevormwald die Gründe für den Zuzug von Familien in den Oberbergischen Kreis zu hinterfragen. Auf Initiative des Demografieforums Oberberg haben zwei SoWi-Kurse der Jahrgangsstufe 10 des Theodor-Heuss-Gymnasiums Radevormwald einen Fragebogen entwickelt, der von der Stadt Radevormwald an die rd. 140 Familien, die in den Neubaugebieten Lohsche Weide und Laaker Felder ihr neues Zuhause gefunden haben, verschickt worden ist.

50 Schüler des Thedor-Heuss-Gymnasiums in Radevormwald stellten
ihre Untersuchungsergebnisse vor. (Foto: OBK)

Abgefragt wurden im Wesentlichen die Gründe für die Wahl des Wohnstandortes in dem jeweiligen Baugebiet sowie die Zufriedenheit der Bewohner mit ihrer Wohnsituation in Radevormwald. Schon der Umfang des Rücklaufs ist erfreulich. Insgesamt 62 Fragebögen wurden ausgefüllt und an die Stadt zurückgesandt. Das macht 45% aus und übersteigt die Erwartungen deutlich. Die Auswertung der zurückgesendeten ausgefüllten Fragebögen gibt ein überwiegend positives Stimmungsbild wider. Bemerkenswert ist insbesondere die Zahl der niedergelassenen Familien.

Allein unter den beteiligten Haushalten befinden sich 34 Familien mit insgesamt 60 Kindern. Zwei Drittel der Befragten sind im Alter zwischen 25 und 49 Jahren. Etwa ein Fünftel der Aktionsteilnehmer ist aus dem Bergischen Städtedreieck zugezogen. Rund 78% geben an, im eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung zu leben, haben sich also dauerhaft in Radevormwald niedergelassen. „Als Grund, sich in Radevormwald niedergelassen zu haben, geben 50% familiäre Gründe an, 39% die Nähe zum Arbeitsplatz und immerhin 36%, dass sie aus der Region stammen – ein Zeichen für Heimatverbundenheit. Für 31% ist es wichtig, dass Radevormwald ihre Ansprüche als Wohnort erfüllt, für 23% spielt auch die Nähe zum Bergischen Städtedreieck eine Rolle“, stellten die Schüler fest.

„Mir ist es sehr wichtig, dass wir uns gemeinsam dem Thema Demogrfie stellen. Daran gekoppelt ist aber auch die Frage nach einem geeigneten Wohnstandort. Und hier denke ich, kann der Oberbergische Kreis punkten“, unterstrich Kreisdirektor Jochen Hagt. Alle Ergebnisse hat der Oberbergische Kreis als Ausgabe 02/2014 der Downloadreihe Zahlen, Daten, Fakten veröffentlicht. Unter www.demografie-oberberg.de steht sie zum Download zur Verfügung.

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