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Interkulturelle Woche – Interview mit ev. Pfarrerin Anja Karthäuser

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Gummersbach – Der Evangelische Kirchenkreis An der Agger gehört neben dem Oberbergischen Kreis und der Caritas zu den Veranstaltern der Interkulturellen Woche in Oberberg vom 25. September bis 3. Oktober 2015. Pfarrerin Anja Karthäuser hat unter anderem das Turnier der Kulturen in Bergneustadt organisiert. Ein Gespräch.

Frau Karthäuser, Sie vertreten den Evangelischen Kirchenkreis An der Agger in der Steuerungsgruppe für die Interkulturelle Woche. Was ist Ihr Anliegen?

Ich möchte Menschen mit unterschiedlichem kulturellem und religiösem Hintergrund zusammenbringen – zu fruchtbarem Miteinander, verständnisvoller Begegnung und regem Austausch. Wie eine Keimzelle erlebe ich dazu die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei der Organisation der Interkulturellen Woche: dem Oberbergischen Kreis, der Caritas und verschiedenen Migrantenorganisationen. Uns ist wichtig, dass wir uns als evangelische Kirche den drängenden gesellschaftspolitischen Fragen stellen und Lösungswege ermöglichen. Wir sind von Christus dazu gesandt, Frieden zu stiften und uns der bedürftigen Menschen anzunehmen. Damit beginnen wir direkt vor unserer oberbergischen Haustür. Und wir feiern das Interkulturelle Leben im Oberbergischen Kreis.

Quelle: Kirchenkreis An der Agger
Quelle: Kirchenkreis An der Agger

Wo liegen in diesem Jahr die Schwerpunkte der Interkulturellen Woche?

Thematischer Schwerpunkt bildet ganz klar das brennende Thema der Flüchtlingsfragen. Da geht es auch um ganz praktische Fragen und Suche nach Lösungen. Unser diesjähriges Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ gibt eine Richtung vor. Des Weiteren gibt es einen inneren Schwerpunkt: „Alles Leben ist Begegnung.“ Dieser Satz von Martin Buber ist auch Titel einer unserer Veranstaltungen und durchzieht die Interkulturelle Woche in diesem Jahr wie ein roter Faden. Wir bieten mit der Interkulturellen Woche unterschiedlichste Räume der Begegnung. Diese schaffen Integration und friedvolles Miteinander auch in aller Vielfalt.

Was konkret bietet das Programm?

Wir haben erstmals mehr als 40 Veranstaltungen im Programm: Filme, Lesungen, Diskussionsabende, Talk, Ausstellungen, Vorträge, gemeinsame Feiern und noch mehr. Auch die Zahl der Veranstaltungsorte und die Zahl der Veranstalter sind gewachsen. Wir freuen uns, dass auf diese Weise Menschen im gesamten Kreisgebiet kreisweit ohne weite Wege an Veranstaltungen der Interkulturellen Woche teilnehmen können. Das Programm stellen wir offiziell am Donnerstag im Kreishaus vor, das wird eine runde Sache.

Wo setzt der Evangelische Kirchenkreis An der Agger seinen Schwerpunkt?

Wir bereiten federführend, in enger Zusammenarbeit mit den Bergneustädter Vertretern unserer Gruppe, die große Auftaktveranstaltung am 26.9. vor: das Turnier der Kulturen. Nach einer sehr symbolträchtigen Eröffnung findet unter dem Motto „Sport verbindet Religionen und Kulturen“ ein interkulturelles Brennballturnier statt. Danach gibt es Spiel und Spaß mit bekannten Sportlern aus der Region. Mehrere unserer Angebote greifen den Akzent der Begegnung auf, vor allem am 27.9. die Veranstaltung des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger „Willkommen auf Deutsch“ in Gummersbach-Steinenbrück.

Das ist für mich das Herzstück der Interkulturellen Woche. Bei „Willkommen auf Deutsch“ geht es um den Austausch aller in der Flüchtlingsarbeit Engagierten. Ich moderiere das große „Forum der Präsentationen“, da geht es um Vernetzung und gegenseitige Beratung. Es gibt den aktuellen Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“ und eine Gesprächsrunde mit Flüchtlingen, der evangelischen Flüchtlingsberatungsstelle, dem Oberbergischen Kreis, der Stadt Gummersbach und mehreren Flüchtlingsinitiativen. Frank-Michael Rommert moderiert, auf die Veranstaltung freue ich mich schon sehr. Dass wir als Christinnen und Christen auch Gesellschaftsverantwortung tragen, betont das Politische Nachtgebet am 30.9. in Dieringhausen mit dem Thema „Friede sei mit dir“. Pfarrer Michael Höhn und Monika Höhn, die sich seit so vielen Jahren im Kirchenkreis für das OmetepeProjekt Nicaragua engagieren, bieten vier Veranstaltungen an, unter anderem am 30.9 ein Gespräch mit jungen Flüchtlingen. Ich wünsche mir sehr, dass viele Menschen diese Chance zu Begegnungen wahrnehmen.

Warum sind Ihnen diese Akzente gerade jetzt wichtig?

Die Flüchtlingsberatungsstelle des Evangelischen Kirchenkreises setzt sich seit mehr als 20 Jahren für Flüchtlinge ein. Im Moment sind die Mitarbeitenden noch stärker gefordert als sonst. Die Situation ist emotional oft bedrückend. Wir sehen die große Hilflosigkeit auf Seiten der Flüchtlinge und auf der anderen Seite die große Hilfsbereitschaft der vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Flüchtlinge stark machen. Diese Hilfsbereitschaft ist ein wahrer Reichtum. Wir müssen jetzt Beratung und Vernetzung für die Helfenden bieten, was wir mit unserem Forum am 27.9. ja tun. Für die Flüchtlinge ist nach der Erstversorgung das erzwungene Warten oft kaum erträglich. Das hören wir immer wieder von den Kollegen aus der Flüchtlingsberatungsstelle, von Omar Sabalbal, Christine Althöfer und Naeem Khalaf und den ehrenamtlich Mitarbeitenden aus allen unseren 26 Kirchengemeinden. Die Flüchtlinge möchten etwas tun: deutsch lernen, sich integrieren, wieder als Individuum wahrgenommen werden. Wir als evangelische Kirche wollen wir dazu anregen, durch eine gute Willkommenskultur mit Sport und gemeinsamen Kochen zum Beispiel die Situation zu entspannen und den Menschen wieder Lebensfreude und Lebenswert zu bringen.

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