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Goldene Narrenkappe 2016 an den „Bergischen Jung“ Willibert Pauels

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Reichshof – Zum 25. Mal wurde in diesem Jahr im Denklinger Rathaus die „Goldene Narrenkappe“ verliehen! Auf Initiative von Urgestein, Mitbegründer und Ehrenpräsident der KG Rot-Weiß Denklingen, Wolfgang „Köbes“ Köckerling wird die „Goldene Narrenkappe“ seit 1992 an Personen verliehen wird, die sich um den oberbergischen Karneval in besonderer Weise verdient gemacht haben. Und zu ihrem „Silberjubiläum“ ging die diesjährige „Goldene Narrenkappe“ an den „Bergischen Jung“ und „DiaClown“ Willibert Pauels.

Der neue Preisträger freite sich "wie jeck" - Foto: Juppi Steinfort
Der neue Preisträger freite sich „wie jeck“ – Foto: Juppi Steinfort

Er wuchs als drittes von vier Kindern einer tiefkatholischen Familie in Wipperfürth im Bergischen Land auf. Er war der einzige Junge und musste sich gegen 3 Schwestern „behaupten“. Sein Vater war Volkschullehrer. Nach dem Abitur am Engelbert-vom-Berg-Gymnasium im Jahre 1973 studierte er Katholische Theologie in Bonn und Münster, zunächst mit dem Ziel, Priester zu werden. Weil jedoch seine „Hormone nicht wollten“ (so sagt er selbst), wurde er nach dem Diplom „Laientheologe“, absolvierte in dieser Zeit eine Ausbildung zum Freizeitpädagogen und wurde nach der entsprechenden Vorbereitung 1993 zum katholischen Diakon geweiht.

Bis November 2006 war er als solcher – neben den anderen Verpflichtungen – in verschiedenen Pfarrgemeinden hauptamtlich tätig, seither ist er „Diakon mit Zivilberuf“. Im privaten Umfeld, Schule und Freundeskreis fiel er früh durch seine humoristische, parodistische und schauspielerische Begabung auf. 1975 trat er erstmals auf einer Karnevalssitzung auf, der Kajuja in Wipperfürth, und in den folgenden Jahren dann regelmäßig im regionalen Karneval. Dieter Steudter von den 3 Colonias entdeckte ihn 1995 für den Kölner Karneval, 1996 stand er dort erstmalig in der Bütt und mauserte sich schnell als „Bergischer Jung“ zu einem der bekanntesten „kölschen“ Karnevalisten.

Regelmäßig schreibt er als Kolumnist für den „Bergischen Boten“ und ist auch häufiger im Kölner „Domradio“ zu hören. Auch ist er immer wieder ein gerngesehener Gast im Fernsehen und Ehrenmitglied in vielen Karnevalsgesellschaften sowie Träger zahlreicher Auszeichnungen. Kritik wurde mitunter von Katholiken geäußert, die seine Tätigkeit als Diakon als nicht vereinbar sahen mit den Auftritten Pauels im Karneval, doch er wies und weist hingegen immer wieder aufs Neue auf die historisch enge Verbindung von Kirche und Karneval hin: Er sei „hauptberuflicher DiaClown mit Nebenberuf Diakon“. Sein früherer „Chef“, der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, von ihm liebevoll „Kanalmeister“ genannt, stützte ihn stets in dieser Einstellung.

Im August 2012 musste der „Bergische Jung“ jedoch dem Stress im Karneval Tribut zollen. Er zog die Reißleine, sagte von jetzt auf gleich 200 Auftrittstermine ab und begab sich in eine Neusser Klinik, um seine Depression behandeln zu lassen. Ein Kraftakt für ihn, seine Familie und seine Agentur, aber rückblickend war dies, laut seiner eigenen Einschätzung, die beste Entscheidung seines Lebens. Seit rund 2 Jahren sieht man Willibert Pauels aber wieder „wohldosiert“ und mit viel Spaß an der Freud vor seinem Publikum, das ihm immer noch treu zur Seite steht. Man findet ihn jedoch nicht mehr auf der großen Bühne und in großen Hallen, sondern vielmehr in kleinen Pfarrgemeinden und bei Kabarettabenden. Hier freut man sich „wie jeck“ auf ihn, empfängt ihn begeistert, „trägt“ ihn förmlich durch seinen Auftritt und hofft, dass er noch möglichst lange Spaß an solchen Auftritten hat. Pauels bedankte sich im Anschluss mit einer beeindruckenden und ausgiebigen „Sonntagspredigt“ mit viel „Hätz un Jeföhl“ beim sichtlich gerührten „Köbes“ Köckerling, der beim Vortrag der Laudatio seinen Tränen freien lauf ließ, aber so emotional kennt und liebt man den lieben „Köbes“ nicht nur in Denklingen.

Textautor: Juppi Steinfort

Gruppenbild aller Tollitäten - Foto: Juppi Steinfort
Gruppenbild aller Tollitäten – Foto: Juppi Steinfort
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