Lindlar – Der Vorsitzende der Schulpflegschaft der Janusz ‐ Korczak ‐ Schule Lindlar, Harald Orbach, hat am 24. Mai eine Liste mit 2.004 gesammelten Unterschriften für den Erhalt der Lindlarer Förderschule an den Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach (CDU) überreicht. Die Übergabe erfolgte im Beisein von Schülerinnen und Schülern sowie von Bürgermeister Dr. Georg Ludwig und Schulamtsleiterin Ingrid Neumann. Peter Biesenbach wird die Unterschriften auf Bitte der Schulpflegschaft an den Petitionsausschuss des Landtags weiterleiten.

Eigentliche Adressatin der Unterschriften und des Protests ist die Landesregierung, die hinter dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz und der damit verbundenen Mindestgrößenverordnung steht, die eine Schließung von Förderschulen verlangt, die unter eine bestimmte Mindestanzahl an Schülerinnen und Schülern fallen. Vor diesem Hintergrund hatte die Bezirksregierung Köln die Gemeinde Lindlar als Schulträger bereits 2015 aufgefordert, dieses Gesetz zu befolgen und die Schließung der Schule im Gemeinderat zu beschließen. Der Gemeinderat hat den Beschluss der auslaufenden Schließung der Schule dann Ende Januar auf einer Sondersitzung gefasst. Auslaufende Schließung bedeutet, dass die Schule ab dem kommenden Schuljahr keine Kinder mehr in ihren Eingangsklassen aufnehmen darf. Dabei brachten die Mehrheit der Ratsmitglieder und der Bürgermeister zum Ausdruck, dass sie die Mindestgrößenverordnung des 9. Schulrechts ‐ änderungsgesetzes ablehnen, jedoch zur Entscheidung gezwungen sind, um nicht widerrechtlich zu handeln.

Brachten insgesamt 2.004 Unterschriften und die Petition zum Erhalt der Förderschule gemeinsam auf den Weg zum Petitionsausschuss: Harald Orbach, Vorsitzender der Schulpflegschaft (3. von rechts) mit dem CDU ‐ Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach, Schülerinnen und Schülern der Janusz ‐ Korczak ‐ Schule, Schulamtsleiterin Ingrid Neumann (Mitte) und Bürgermeister Dr. Georg Ludwig (links) (Quelle: Gemeinde Lindlar)

Die Unterschriftenaktion zeigt nun, dass nicht nur eine politische Mehrheit gegen die Schließung ist, sondern dass insbesondere viele Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt der Schule sind. „Wichtig ist bereits das Signal, das von der Petition und den Unterschriften ausgeht. Dies sollte den Verantwortlichen bei der Landesregierung zu denken geben“, erklärt Bürgermeister Dr. Georg Ludwig. Auch der Städte ‐ und Gemeindebund und Lehrerverbände warnen vor der vorschnellen Schließung von Förderschulen, denn die vom Land propagierte Inklusion in den Regelschulen ist nicht ordentlich vorbereitet, es fehlt an Geld, Personal und klar definierten Qualitätsstandards, an denen sich die Schulen und Schulträger orientieren könnten. Die Gemeinde Lindlar arbeitet derzeit intensiv daran, einen privaten Träger zu finden, damit es auch künftig eine Förderschule in Lindlar gibt – damit die Kinder wohnortnah beschult werden und die Eltern eine echte Wahlfreiheit über die richtige Schule für ihr Kind haben.

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Aline Walter
Aline Walter ist Redakteurin und kaufmännische Mitarbeiterin bei ARKM. Als Reporterin versorgt die Studentin des Medienmanagements sowie der Unternehmensführung die Oberberg-Nachrichten täglich mit aktuellen Nachrichten und Berichten aus der Region.

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