Eine Rhapsodie kennt keine Feste Form, sie ist frei – tut, was ihr gefällt und verbindet, was sich gut zusammen anfühlt und genau deshalb zusammen gehört – oder?

Mit Michal Jacksons „They don’t care about us“ eröffnete die 12.Klasse der FWS Oberberg ihr Abendprogramm „ausgeARTet“ – der Künstlerische Abschluss in Musik und Eurythmie – und sorgte direkt für den ersten Gänsehautmoment des Abends, sowohl am 15.06.2019 in Gummersbach als auch am 04.07.2019 im Kulturbunker in Köln. Im 100. Jubiläumsjahr der Waldorfpädagogik gastierten die Schüler bei der Kulturwoche rheinischer Waldorfschulen „Waldorf on Stage“, die im Rahmen des Jubiläumsfestes „Waldorf 100“ statt fand. Dieser Auftritt war eine großartige Gelegenheit ein Publikum jenseits der Waldorffamilie zu erreichen und eine große Herausforderung, mal eine ganz andere Bühne zu erobern.

Mit der Eurythmiedarbietung zu Rudolf Steiners „Morgenspruch“ der Klassen 5 bis 13 in den verschiedensten Sprachen war sofort die Welt zu Gast auf der Bühne – und die Bühne zu Gast in der Welt. Es gab feinste Kammermusik mit Milhauds „Scaramouche“, gespielt von zwei wunderbaren Pianistinnen. Und bei „The Rose“ von Ola Gjeilo kam unterstützt von Klavierspiel und Streichmusik wieder die ganze Klasse auf der Bühne zusammen und „sets the world on fire“, wie es in dem Lied heißt. Himmlisch! Wir schwebten direkt zum eurythmischen Zwillingsstück nach Musik von Einaudi, welches die drei (!) Zwillingspaare der Klasse zusammen auf die Bühne brachten. Bei „Can’t Help Falling in Love“ kamen zwei herausragende Stimmen im Duett zusammen, die uns staunen ließen. Und dann wurde die Rhapsodie magisch. Die komplett schwarz gekleideten Schüler wurden mit dem schwarzen Raum eins und man sah nur noch tanzende Stäbe, die zu herrlichsten Formen zusammen fanden – „Das große Tor von Kiew“ wurde im Schwarzlicht lebendig.

Quelle: Dirk Burghaus

Nach einer Pause von der Rhapsodie startete der zweite Teil des Abends mit einem eurythmischen Paukenschlag – beim „Tanz der Ritter“ mit allen 28 Schülern der Klasse. Dass diese Klasse sich als Gruppe versteht und als Klassengemeinschaft die Bühne musikalisch und eurythmisch hell erleuchtet, war mittlerweile jedem Zuschauer klar, aber wie gut sie aufeinander eingespielt sind und welches Gefühl jeder Einzelne für den Anderen hat, demonstrierten sie mit Totos „Africa“. Da spielte sich jeder an seinem Instrument irgendwie ein, so schien es, und dann, als wäre es das Einfachste auf der Welt, finden sich alle Instrumente zusammen und harmonieren perfekt. Nach coolen Cowboys mit „Old town road“ wurde es Zeit für Humor, unter anderem mit Loriots „Ich sitze hier“ und herrlich komischer Eurythmie zu Ottos „Im Körper von Herrn Soßt“. Dann wurde es nochmal dramatisch mit „Light of the seven“ aus der Serie „Game of Thrones“, bevor es mit Pink Floyd musikalisch und eurythmisch ins finale Feuerwerk ging. Und zum Schluß, „Is this real life, is this just fantasy…“ – Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“ kam wie ein Goldregen über das Publikum, kraftvoll, anmutig, berührend – einfach zauberhaft.

Eine Rhapsodie kennt keine feste Form, sie ist frei – tut, was ihr gefällt und verbindet, was sich gut zusammen anfühlt und genau deshalb zusammen gehört – genau wie diese 12.Klasse, genau wie alles, was wir sehen und erleben durften an diesen beiden unvergesslichen Abenden. Danke dafür!

Quelle: Öffentlichkeitsarbeit FWS Oberberg e.V.

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