Eine sechstägige Ökumene-Fahrt zu wichtigen Stationen der Reformation haben das Katholische Kreisdekanat Oberberg und der Evangelische Kirchenkreis An der Agger unternommen. Am Pfingstmontag fuhren 50 katholische und evangelische Christen mit dem Bus nach Marburg, Eisenach mit der Wartburg, Erfurt, zum Kloster St. Marien zu Helfta, nach Eisleben, Mansfeld, Torgau, Wittenberg und Weimar. Die Reise wurde begleitet von Kreisdechant Christoph Bersch und Superintendent Jürgen Knabe. Kreisdechant Christoph Bersch sagte hinterher: „Eine wunderschöne dicht gefüllte Reise geht zu Ende. Wir sind alle bereichert worden, haben Neues kennengelernt und vieles besser verstanden.“ Superintendent Jürgen Knabe sprach von einer „erfüllenden Fahrt in sehr gutem ökumenischen Geist“.

Foto: Ev. Kirchenkreis An der Agger

Die Gruppe beschäftigte sich mit den Grundanliegen der Reformatoren Luther, Melanchthon und Zwingli, ihrem Wirken, dem Fortgang der Reformation und ihrer bildlichen Darstellung durch Cranach den Älteren und Jüngeren. Dabei gab es Einblicke in die intensive Verquickung von Theologie und politischen Interessen zur damaligen Zeit. Thematisiert wurde auch das Leben der heiligen Elisabeth sowie weiterer mittelalterlicher Frauen, die für die Kultur und das Klosterleben des Mittelalters von großer Bedeutung waren: Mechthild von Hackeborn, Gertrud von Helfta und Mechthild von Magdeburg. Auch das segensreiche Wirken von Katharina von Bora, Luthers Ehefrau, war ein Thema, vor allem die Ausbildung des schwarzen Klosters zu einem geistlichen Zentrum.

An jedem Tag gab es eine Andacht oder einen Gottesdienst, gemeinsame Gebete und Gesang. Jürgen Knabe gab Einblicke in die theologischen Hintergründe der Reformation und erläuterte die reformatorische Wende in Luthers Denken. Dieser habe erkannt, dass der Mensch „allein aus Gnaden“ gerechtfertigt sei und sich die Liebe Gottes nicht durch Leistung verdienen müsse. „Gottes Gerechtigkeit geht unserem Handeln voraus, unsere guten Werke sind eine Folge von Gottes Gnade und nicht ihre Vorbedingung.“

Es gab theologischen Diskussionsstoff, aber auch Konsens: Bersch und Knabe waren sich einig über das einheitsstiftende Sakrament der Taufe. „Das Taufsakrament macht uns zu Geschwistern“, ist Knabe überzeugt. „Die Zugehörigkeit zu Jesus Christus ist wichtiger als die Zugehörigkeit zu Konfessionen.“ In Marburg erzählte Christoph Bersch, dass Elisabeth von Thüringen ihre letzten Lebensjahre hier verbracht habe. Bei der aufopferungsvollen Pflege von Pestkranken sei sie mit nur 24 Jahren gestorben. Die seit dem 16. Jahrhundert evangelische Elisabethkirche sei zu ihrer Ehre, vor allem natürlich zur Ehre Gottes errichtet worden.

Die Reiseteilnehmer aus Gummersbach, Bergneustadt, Engelskirchen, Marienheide, Wiehl, Morsbach und Wipperfürth hatten bei dem vollen Programm immer auch viel Spaß. Jeden Tag wurde fröhlich gesungen – Geistliches und Volkslieder. Gemeinsam erfanden die Oberberger in Erfurt das „Treppenhaus-Halleluja“. Zu einer Andacht im 17. Stockwerk ihres Hotels ging es noch mit dem Aufzug. Als dieser seinen Dienst aufgab, musste die Gruppe den Weg hinunter zu Fuß gehen. 17 Stockwerke lang klang ein kräftiges „Treppenhaus-Halleluja“ durch das Hotel. Jürgen Knabe: „Die Reise hat uns darin bestärkt, dass wir auf einem gemeinsamen guten Weg sind, den Glauben in unserer Gesellschaft einladend zu bezeugen.“

Quellennachweis: Ev. Kirchenkreis An der Agger

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