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Nur mit Helm auf’s Fahrrad

Appell von Landrat, Polizei Oberberg und Klinikum Oberberg an Radfahrer

Gummersbach/Waldbröl – Die Zahl der verletzten Fahrradfahrer, die in den Notfallambulanzen der Kreiskrankenhäuser Gummersbach und Waldbröl, in diesen Tagen Hilfe suchen, steigt. Schwere Kopfverletzungen könnten vermieden werden, wenn jeder Radfahrer einen Helm tragen würde.

Landrat Hagen Jobi bedauert: „Das Tragen eines Fahrradhelms hat sich bisher nicht flächendeckend durchgesetzt.“ Wie eklatant ein Helm den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmacht, hat eine Untersuchung von Unfallforschern ergeben. 95 % aller getöteten Fahrradfahrer trugen keinen Helm, so ein Ergebnis der Analyse, die die Unfallforschung der Versicherer (UDV) mit dem Institut für Rechtsmedizin München und dem Uniklinikum Münster erstellt hat. 543 Unfälle zwischen 2012 und 2013 mit 117 Toten durchleuchteten die Wissenschaftler. Insgesamt trugen von den untersuchten Fahrradfahrern nur 17 Prozent einen Helm.

Mehr als 50 % der getöteten Fahrradfahrer starben an einem Schädel-Hirn-Trauma. Viele hätten überleben können. Auch bei Unfällen mit Verletzten zeigt sich die Schutzwirkung des Helms deutlich: von den Radfahrern mit schweren Kopfverletzungen hatte keiner einen Helm getragen.

Hagen Jobi, Joachim Höller, Jürgen Poschner, Dr. Walter Schäfer und Maximilian Altz werben für den Fahrradhelm - Foto: Klinikum Oberberg GmbH
Hagen Jobi, Joachim Höller, Jürgen Poschner, Dr. Walter Schäfer und Maximilian Altz werben für den Fahrradhelm – Foto: Klinikum Oberberg GmbH

Die Polizei Oberberg verzeichnet jährlich rund 100 Fahrradunfälle. „Viele, die mit dem Fahrrad einen Unfall erleiden, melden sich aber nicht bei der Polizei“, erklärt Direktionsleiter Verkehr, Joachim Höller. Das bestätigen die Zahlen des Klinikum Oberberg, in dessen beiden Kreiskrankenhäusern im vergangenen Jahr rund 700 Verletzte nach Fahrradunfällen versorgt wurden, wie Dr. Walter Schäfer, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, berichtet. Von den 700 Verletzten erlitten etwa 100 Patienten ein Schädel-Hirn-Trauma. In diesem Jahr haben Dr. Schäfer und sein Team bereits rund 400 verletzte Radfahrer behandelt. Darunter deutlich mehr Erwachsene als Kinder. „Radfahrer, die einen Helm getragen haben, erleiden ganz selten Kopfverletzungen“, schildert Dr. Schäfer seine Erfahrungen. Aber erst vor wenigen Tagen musste er einen Patienten mit schweren Hirnblutungen versorgen, der leider ohne Helm mit dem Fahrrad unterwegs war und stürzte. Sein 11-jähriger Patient Maximilian Altz hingegen hatte Glück im Unglück. Er trug bei seinem Fahrradunfall einen Helm. Der Kopfschutz hat nun einen Riss, aber der Kopf ist heil. Leider hat sich Maximilian aber den Arm gebrochen. „Aus ärztlicher Sicht gibt es in Deutschland leider keine Fahrradhelm-Pflicht“, bedauert der Chefarzt, wenn er an seine Patienten denkt, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben.

Den Helm macht Jürgen Poschner, der sich bei der Kreispolizei um die Prävention von Fahrradunfällen kümmert, bei Grundschülern auch ohne gesetzliche Grundlage zur Pflicht. Er nimmt den Schülern die Fahrradprüfung ab und trainiert vorher mit ihnen. „Das Land Nordrhein-Westfalen hat festgelegt, dass Kinder in der Grundschule eine Fahrradausbildung machen müssen. Und bei mir fahren die Kinder nur mit, wenn sie einen Helm tragen.“ Poschner appelliert auch immer an die Eltern als gutes Vorbild einen Fahrradhelm aufzusetzen, wenn es auf’s Rad geht. „Dank der Radfahrausbildung sind Kinder bei uns relativ sicher im Straßenverkehr unterwegs“, so Poschner. Vor allem Kinder unter zehn Jahren tragen beim Radfahren einen Helm, in der Gruppe der Sechs- bis Zehnjährigen liegt die Quote bei 75 %, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen ermittelt hat. Landrat Jobi fasst zusammen: „Profis tragen Helm.“

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