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Handball-Bundesliga: VfL Gummersbach auswärts in Bietigheim

Vorschau-Bericht Handball-Bundesliga
SG BBM Bietigheim – VfL Gummersbach (Samstag, 20:15 Uhr)

Bietigheim/Gummersbach – Bereits zum dritten Mal in dieser Saison kreuzt der VfL Gummersbach mit Aufsteiger SG BBM Bietigheim die Klingen, wobei bisher die Schützlinge von Emir Kurtagic immer als Sieger vom Parkett gingen: Das Bundesliga-Heimspiel wurde mit 35:29 gewonnen und auch im Pokalspiel der 1. Hauptrunde hatten unsere Handballer in der SCHWALBE arena mit 33:27 am Ende das bessere Ende für sich. Und angesichts des Tabellenstandes – mit 7:41 Punkten tragen die Schützlinge von Trainer Hartmut Mayerhoffer die „rote Laterne“ – trägt der VfL sicherlich auch diesmal die Favoritenrolle.

„Das wird kein Selbstläufer“, ist VfL-Trainer Emir Kurtagic dennoch überzeugt, denn diese gäbe es in der Handball-Bundesliga nicht. „Natürlich steht der Gegner mit dem Rücken zur Wand, aber sie werden gegen uns kämpfen, laufen und werfen bis zuletzt. Wir müssen hochkonzentriert sein, wenn wir dieses Spiel gewinnen wollen“, so Kurtagic weiter, der diese Partie als schwieriger einstuft als das letzte Heimspiel gegen Erlangen. Dort konnte sein Team dank Torhüter Matthias Puhle und einer guten Defensivleistung die Oberhand behalten. Im Angriff wurden die erarbeiteten Gelegenheiten allerdings nur zu selten genutzt.

Sicherlich auch ein Grund dafür war die Tatsache, dass nun auch den VfL das Verletzungspech erstmals heimgesucht hat. Mark Bult musste wegen einem Virus passen, Alexander Becker ging geschwächt in die Partie und Joakim Larsson fiel wegen einer Bauchmuskelzerrung aus. „Ich denke, dass wir es in Anbetracht dieser Ausfälle gut gemacht haben“, so Kurtagic. Dennoch müssten sich einige Akteure steigern, wenn sie echte Alternativen zu den Stammkräften werden möchten. In Bietigheim werden weitere Gelegenheiten folgen, auch wenn der Coach zuversichtlich ist, am Samstag alle Spieler wieder einsetzen zu können.

Vorsicht ist dennoch geboten: Bietigheim muss sich zwar langsam an den Gedanken gewöhnen, dass das Gastspiel in der „stärksten Liga der Welt“ am Ende der Saison wieder vorbei ist, aber dadurch kann der Aufsteiger unbeschwert aufspielen. Und dass der Neuling etwas von dem Handball-ABC verstehen, unterstrich er erst am vergangenen Wochenende beim Deutschen Meister THW Kiel: Zwar landeten die Kieler am Ende zwar einen standesgemäßen 40:27-Sieg, aber in der ersten Halbzeit war Bietigheim über weite Strecke die spielbestimmende Mannschaft und musste erst in der Schlussminute den ersten Rückstand zum 17:18-Halbzeitstand hinnehmen. Und am vergangenen Dienstag musste Bietigheim bei den Rhein-Neckar-Löwen beim zweiten Titelanwärter schon wieder um Bundesligapunkte kämpfen – diesmal gab es eine 25:35-Niederlage.

In eigener Halle werden die Bietigheimer aber sicherlich alles versuchen, ihre Fans wieder zu versöhnen, vor allem für die letzte 22:34-Heimschlappe gegen den TBV Lemgo. Dass die Bietigheimer derzeit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz rangieren, ist sicherlich zum Teil auch ihrem zwischenzeitlichen Verletzungspech geschuldet. Aber das Lazarett hat sich mittlerweile gelichtet, zumal auch Kreisläufer Christian Heuberbergin dieser Woche nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback gab. Und in den letzten Monaten hatten die SG-Verantwortlichen auf die vielen Ausfälle reagiert und insgesamt noch dreimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

Die spektakulärste Verstärkung gelang ihnen damit zweifelsfrei mit der Verpflichtung des serbischen Weltklassetorhüters Darko Stanic (36), der immerhin bei der Europameisterschaft 2012 ins All-Star-Team gewählt wurde. An einem guten Tag kann Stanic, der kommende Saison das Tor der Rhein-Neckar-Löwen hüten wird, das Tor buchstäblich vernageln – die VfL-Werfer sollten also gewarnt sein. Und mit dem österreichischen Nationalspieler Romas Kirveliavicius und dem slowenischen Internationalen Rok Praznik wurden zwei weitere routinierte Rückraumspieler kurzfristig verpflichtet, so dass die heutige Bietigheimer Mannschaft nicht mehr vergleichbar mit dem Team ist, das bisher zweimal gegen den VfL den Kürzeren gezogen hat. Hinzu kommt die Rückraumachse Robin Haller, Tim Dahlhaus und Timo Salzer, die in den vergangenen beiden Spielen unserer Abwehr schon einige Probleme bereitete.

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