Bergneustadt – Eine niederschwellige, unbürokratische Unterstützung für Familien mit Kindern von 0-3 Jahren – das bietet das Pilotprojekt „Familienpatenschaft“ von Kreisjugendamt und Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises. Elf Ehrenamtliche wurden in den vergangenen Wochen für die ehrenamtliche Patenschaft ausgebildet. In den nächsten Tagen werden die ersten Kontakte mit Familien in Bergneustadt hergestellt – hier startet das Pilotprojekt.

Die Familienpatinnen und -paten verbringen einmal wöchentlich Zeit mit den Familien und stehen ihnen in alltäglichen Situationen entlastend zur Seite. Sie haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Eltern, verbringen aber auch Zeit mit den Kindern.

„So eine Unterstützung hätte ich mir in meiner Zeit Alleinerziehende auch gewünscht“, sagt die frischgebackene Familienpatin Jennifer Kunze. Die dreifache Mutter übernimmt eine Familienpatenschaft in Bergneustadt und möchte ihre eigenen Erfahrungen nutzen, um andere zu unterstützen: „Manchmal hilft es vielleicht schon, sich über den Tag auszutauschen.“

Die Familienpatenschaft bietet eine bedarfsgerechte Betreuung und ist auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt. Die Unterstützung wird gemeinsam zwischen den Ehrenamtlichen und den Familien individuell gestaltet. Das Kreisjugendamt und das Gesundheitsamt stehen den Patinnen und Paten begleitend bei Gruppentreffen und mit Gesprächen zur Verfügung.

Zu den elf Ehrenamtlichen, die eine Patenschaft übernehmen, gehört auch Jürgen Vogt. Der pensionierte Lehrer möchte auch im Ruhestand soziale Verantwortung übernehmen. „Die Schüler- und Elternarbeit und die Kommunikation hat mir immer sehr viel Spaß gemacht “, freut er sich seine Kenntnisse für die neue Aufgabe nutzen zu können. Die Patinnen und Paten des Pilotprojekts benötigen keine beruflichen Vorkenntnisse. Sie wurden in den vergangenen Wochen für ihr Ehrenamt geschult. Fünf Module – zu sozialräumlichen Strukturen, Kindeswohlgefährdung, Selbstfürsorge und medizinischem Notfallmanagement im Kleinkindalter – standen auf dem Lehrplan. Jetzt fand die Zertifikatsübergabe in der Begegnungsstätte Hackenberg statt.

Ralf Schmallenbach (Gesundheits- und Sozialdezernent des Oberbergischen Kreises) dankte den Teilnehmenden für ihr Engagement: „Heutzutage bildet die klassische Großfamilie mit ihren vielen helfenden Händen die Ausnahme. Mit der Familienpatenschaft setzten sie einen unterstützenden Impuls von außen.“

Quelle: Oberbergischer Kreis

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Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
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