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Up- and Downloads: Fachleute informierten über Risiken im Internet

Wiehl – „Up- and Downloads – Risiken im Internet“ war das Thema einer Informationsveranstaltung, zu der das IT-Forum Oberberg gestern Abend in die Räumlichkeiten der Volksbank Oberberg in Wiehl geladen hatte. Als Referenten waren der Kölner Medienanwalt Steffen Wilde und Damian Gewanda, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhochschule Köln, Campus Gummersbach, gekommen.

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Birgit Steuer, stellvertretende Vorsitzende des IT-Forums Oberberg, begrüßte die Gäste.
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Der Medienanwalt Steffen Wilde informierte über die rechtlichen Aspekte einer Urheberrechts-Verletzung.

Wilde machte den Anfang und informierte über die rechtlichen Auswirkungen einer Urheberrechtsverletzung. Auch im digitalen Zeitalter seien Privatkopien erlaubt, nicht aber die Vervielfältigung im großen Rahmen für Dritte. Das Problem der Urheberrechtsverletzung ergebe sich im Bereich des Downloads von illegalen Internetportalen. In vielen Fällen lade man sich zum Beispiel ein Film herunter, gleichzeitig biete der User eben diesen Film wieder zum Download an. Und hier liege dann die Verletzung vor: „Bei einem Upload kommt es zu einer Vervielfältigung des Dokuments. Und dies darf nur der Urheber.“

Als Folge erhält der User dann ein Anwaltsschreiben, in dem auf die Rechtsverletzung aufmerksam gemacht und zu einer Entschädigungszahlung aufgefordert werde. Dann gebe es mehrere Möglichkeiten, mit einem solchen Schreiben umzugehen, so Wilde. Erstens: Man gehe damit gar nicht um. „Dies kann aber auf Dauer anstrengend sein, weil die Anwälte viel Druck ausüben. Daher ist es eigentlich keine Lösung, nichts zu tun.“ Man könne eine Gegendarstellung schreiben und erläutern, dass man nicht der Täter sei. Als weitere Möglichkeit steht die Zahlung der Forderung im Raum. Der Betroffene könne aber auch eine Unterlassungserklärung abgeben oder die Zahlung verweigern. 13-02-21itforum3

Wie kann man sich schützen? Auch auf diese Frage ging Wilde ein. Gibt es mehrere Nutzer eines Anschlusses (Eltern, Kinder, WG-Mitbewohner, Mitarbeiter) muss eine klare Einweisung und Dokumentation erfolgen. In Unternehmen müsse eine ausführliche Mitarbeitervereinbarung getroffen werden. In beiden Fällen müsse man aber deutlich machen, dass der Internetanschluss für keine illegalen Handlungen genutzt werden darf. Um einen ungewollten Zugriff von außen auf ein WLAN-Netzwerk zu verhindern, sollte dieses auch ausreichend gesichert sein.

Einen Einblick in die Praxis des Datenschutzes gab dann Gewanda in seinem Referat. Es gebe drei verschiedene User-Typen. Der erste habe nichts zu verbergen. Der zweite gebe eigentlich nichts von sich preis. Und der Dritte nutze es nur zu Werbezwecken. „Aber das Internet ist ein öffentlicher Raum, so dass Inhalte potentiell von allen einsehbar sind“, so Gewanda.

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Hatte praktische Beispiele im Gepäck: Damian Gawenda von der FH Köln.

Und dies verdeutlichte er an drei Live-Beispielen. Viele nutzen „Skype“, aber hier gibt es eigentlich eine sehr große Datenschutzlücke. Denn bei Skype läuft eine quelloffene Datenbank im Hintergrund. Auch ohne einen Kontakt hinzuzufügen ist es möglich, an alle im Profil gespeicherten Informationen zu kommen. Dies sei auch zum Beispiel mit Bildern möglich, die per Smartphone ins WorldWideWeb hochgeladen werden. Gawenda: „Die Aussage: ‚Lade dein Foto hoch, und ich sage dir, wo du bist‘ ist in die Tat umzusetzen. Denn in den Bildeigenschaften werden GPS-Daten gespeichert.“

Im Anschluss an die Referate fand noch eine Podiumsdiskussion statt, die von Sven-Oliver Rüsche (AR-Kreativ und Media) moderiert wurde. Hier hatten die Besucher die Möglichkeit, mit den Fachleuten Fragen zu klären, was auch rege genutzt wurde.

Wer an der gestrigen Veranstaltung nicht teilnehmen konnte, hat am kommenden Dienstag (26. Februar 2013) nochmals die Möglichkeit, sich über die Risiken im Internet zu informieren. „Up- and Downloads“ findet dann in der Zeit von 19 bis 21 Uhr in den Räumlichkeiten des Berufskollegs Wipperfürth statt.

Text und Bilder: Simone Hawellek

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Bei der Podiumsdiskussion stellten sich Gawenda (links) und Wilde (rechts) den Fragen des Publikums und des Moderators Sven-Oliver Rüsche (AR – Kreativ und Media).

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