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LKW-Fahrer 4.0 – Wie Unternehmen umdenken müssen, um dringend gesuchte Fahrer zu finden

Es leert sich auf Deutschlands Straßen. Denn wenn der aktuelle Trend anhält, dann hat die Bundesrepublik einen immer kleiner werdenden Pool an professionellen LKW-Fahrern, auf den hiesige Betriebe zurückgreifen können. Das stürzt die Logistik natürlich vor ein Problem.

Doch wo genau liegen die Ursachen hierfür, welchen Schwierigkeiten müssen Logistikunternehmen sich heutzutage stellen und gibt es bereits Lösungsansätze?

Quelle: pixabay.com/Jeff Chabot

Immer weniger LKW-Fahrer – Darum mangelt es flächendeckend an Personal

Der Mangel an Kraftfahrern ist vor allem auf eine schwache Nachwuchsförderung, verbunden mit einigen Gesetzesänderungen zurückzuführen, die damals als hoffnungsvoll geltende Konzepte nichtig gemacht haben.

Ohne eigene, flächendeckende Nachwuchskonzepte war die Logistikindustrie davon ausgegangen Personalabgänge durch Quereinsteiger auffüllen zu können. Doch im September 2009 verabschiedete die Bundesregierung ein Gesetz, das neben einem gültigen Führerschein (Klasse C1, C1E oder CE) eine Grundqualifikation oder eine beschleunigte Grundqualifikation erfordert. Dieses Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz disqualifizierte viele potentielle Kraftfahrer, die zwar die theoretischen Voraussetzungen erfüllten, denen jedoch ohne Grundqualifikation die gesetzliche Eignung fehlte. Diese Qualifikationsmaßnahme für den gewerblichen Güterverkehr auf deutschen Straßen ist ein Kostenfaktor, der für Quereinsteiger abschreckend wirkt.

Ein weiterer Faktor ist die die Verkleinerung der Bundeswehr, die entsprechend der Verringerung der Truppenstärke immer weniger qualifiziertes Fahrpersonal ausbildet, das nach Ende der Dienstzeit den Weg auf den zivilen Arbeitsmarkt findet.

Doch nicht nur diese harten Faktoren machen es immer schwieriger, qualifizierte LKW-Fahrer zu finden, auch ein Wertewandel innerhalb der Gesellschaft hat Auswirkungen auf den Job des Berufskraftfahrers. Gerade im internationalen Verteilerverkehr müssen Unternehmen verstärkt auf ausländische Subunternehmen zurückgreifen, denn gerade junge LKW-Fahrer möchten nicht regelmäßig Tage oder Wochen ohne ihre Familie verbringen müssen und entscheiden sich so häufiger für Jobs im regionalen Verteilerverkehr, der ihnen eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht.

Freud und Leid – Qualifizierte LKW-Fahrer profitieren vom Personalmangel

Da der Markt indes stark darauf ausgerichtet ist, die Zahl der Kraftfahrer gezielt zu werben, haben Berufskraftfahrer nicht nur gute Chancen, einen Job zu finden, sondern treffen in diesem Job auch auf sich weiter verbessernde Bedingungen.

Dazu gehören selbstverständlich monetäre Anreize und leistungsorientierte Bezahlmodelle, sowie zusätzliche Incentives. Doch auch kleinere Logistikunternehmen, die nicht einfach mehr Lohn bieten können, versuchen durch flexiblere Modelle und bessere Arbeitsbedingungen Fahrer an sich zu binden.

Damit alleine kann der derzeitige Mangel an LKW-Fahrer aber nicht behoben werden. Vor allem an der Infrastruktur der Ausbildung und Nachwuchsförderprogrammen muss nachgebessert werden – um die Wettbewerbsfähigkeit vom KMUs anhand der veränderten Rahmenbedingungen zu gewährleisten, sind auch Förderprogramme erforderlich.

Eine bisher vom Berufsstand der LKW-Fahrer stark vernachlässigte, demographische Gruppe steht hier besonders im Fokus: Die LKW-Fahrerinnen.

Denn rein physische … weiterlesen »

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