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Goldene Narrenkappe 2014 an Carmen Peffeköver

Reichshhof – Es war wieder DAS Stelldichein aller oberbergischen Tollitäten, als am Sonntagmorgen im Rathaus zu Denklingen zum 23. Male die „Goldenen Narrenkappe“ verliehen wurde. Ob Dreigestirn oder Prinzenpaar, alle hatten sich zum munteren „Frühschoppen“ eingefunden, um dem neuen Preisträger bzw. der neuen Preisträgerin die Ehre zu erweisen. Auf Initiative von Urgestein, Mitbegründer und Ehrenpräsident der KG Rot-Weiß Denklingen, Wolfgang „Köbes“ Köckerling wird die „Goldene Narrenkappe“ seit 1992 an Personen verliehen wird, die sich um den oberbergischen Karneval in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Neben dem Bürgermeister und „Hausherr“ Rüdiger Gennies, Dr. Axel Haas und noch einigen anderen „Kappenträgern“ aus früheren Jahren konnte Köckerling im neugestalteten und wiederum bis auf den letzten Platz gefüllten Rathausfoyer auch eine große Abordnung des Regionalverbandes im Bund Deutscher Karneval sowie Abordnungen nahezu aller oberbergischen Karnevalsgesellschaften begrüßen, die allesamt der Preisverleihung erneut einen würdigen und feierlichen Rahmen gaben.

Gleich nachdem alle Tollitäten nach dem obligatorischen Gruppenfoto auf der Rathaustreppe wieder ihren Platz eingenommen hatten, war es soweit und „Köbes“ lüftete das bestgehütete Geheimnis Westeuropas, das sogar der NSA verborgen geblieben war. Die GOLDENE NARRENKAPPE geht in diesem Jahr an Carmen Peffeköver aus der KG Närrische Oberberger Engelskirchen.

Fotos: Franz "Juppi" Steinfort
Fotos: Franz „Juppi“ Steinfort

Die neue Preisträgerin erblickte im Jahre 1972 in der karnevalistischen Diaspora Gummersbach das Licht der Welt. Dort hatte sie auch ihre ersten Berührungenspunkte mit der Tanzerei. Sie besuchte die klassische Ballettschule Altus und stand dort schon sehr früh bei den alljährlichen Aufführungen auf der Bühne. Nach einem Sportunfall in der Leichtathletik durfte sie den Spitzentanz nicht mehr ausüben und musste die Ballettkarriere beenden. Zwischenzeitlich zog sie mit Ihren Eltern nach Wiehlmünden und besuchte in Ründeroth die Realschule. Eine Schulfreundin nahm Carmen dann einfach mal mit zum Training der Jugendtanzgruppe der KG Närrischen Oberberger. Die bereits 1999 mit der Goldenen Narrenkappe ausgezeichneten Gisela Hens und Edeltraut Kaltenbach trainierten damals diese Gruppe und unsere neue Kappenträgerin war überglücklich, denn sie konnte endlich wieder tanzen.

In ihrem ersten aktiven Jahr zeigte sich Carmen total überrascht von der Tatsache, das der Fastelovend nicht erst Weiberfastnacht, sondern schon mit dem „Engelskirchener Prinzenball“ startet. Auf einem solchen „Prinzenball“ wurde sie dann von Dieter Neumann (Betreuer des Tanzcorps Rot-Weiss) angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen könne schon 1990 in dem Tanzcorps Rot-Weiß als erste Marie zu tanzen. In den kommenden Jahren hat sie zusammen mit ihrem jetzigen Ehemann Michael, den sie 1995 heiratete, als „Erste Tanzmarie“ getanzt. Immer häufiger unterstützte die neue Preisträgerin in den kommenden Jahren den damaligen Trainer Gottfried Löhr bei der Trainingsleitung, wurde sehr bald Co-Trainerin und kümmerte sich um die Tanzgruppe an den Tagen, an denen Friedel nicht da war.

Mit ihrem Tanzcops Rot-Weiß war sie auf vielen Bühnen im Rheinischen Karneval präsent. Unter anderem im gesamten Oberbergischen Kreis, in Köln, Wesel, Kleve, Calpe (Spanien), Leverkusen und bei der Närrischen Hitparade im WDR, um nur einige Stationen zu nennen. Dass sie ein Händchen im Umgang mit jungen Tänzerinnen und Tänzern hat, sprach sich auch bis zur Klus nach Denklingen rum und Rosenmontag 1998 nahmen sie Wolfgang und Holger Köckerling zur Seite und klopften ganz einfach mal ganz frech an, ob sich die neue Kappenträgerin nicht mal ein bisschen um die „Denklinger Burggarde“ kümmern könne. Die Tanzgruppe bestand damals aus acht Mädels, die die KG Rot-Weiß Denklingen tänzerisch repräsentieren wollten. Sie sagte spontan zu, hat dann in den folgenden Jahren zusätzlich zu ihrem eigenen Training in Engelskirchen die Mädels in Denklingen trainiert und stand somit oft viermal die Woche in der Trainingshalle.

img_0415-aIn besondere Erinnerung blieb hier auch ein Trainingslager in Österreich, bei dem vor allem der Spaß im Vordergrund stand. Im Jahr 2000 nahm sie beim Tanzkorps Rot-Weiß der KG Närrischen Oberberger ihren Abschied um sich um die Familienplanung zu kümmern. Sie hat aber weiterhin die „Burggarde“ trainiert und sie über die Jahre zu einem der besten Tanzcorps im Rechtsrheinischen geformt. Kaum war sie nach der Geburt ihres Sohnes Leon (er ist in diesem Jahr übrigens Kinderprinz in Engelskirchen) aus dem Krankenhaus entlassen, machte sie sich schon wieder auf, um bei der Verleihung der Goldenen Narrenkappe an Udo Landsberg anwesend zu sein. Nachdem sie dann „nur“ noch Trainerin der Burggarde war, wurde der Ruf, sich wieder auf den Bühnen im Oberbergischen zu zeigen, immer lauter. 2003 folgte sie diesem Ruf und wurde erste Marie und Trainerin der Schlossgarde Ruttger von Quadt zu Alsbach. Die Schlossgarde wollte gerne ein wenig auf der Bühne schunkeln und wenn möglich auch ein klein wenig tanzen. Das war aber mit der neuen Kappenträgerin nicht zu machen. Sie forderte und förderte die Jungs ganz ordentlich bis diese dann eine wirklich „tanzende Truppe“ wurde, die bis heute einzigartig historische Kostüme mit flotter, peppiger Musik kombiniert. 2008 gab sie das Training und Tanzen bei der Schlossgarde auf, um sich sofort in neue Aufgaben zu stürzen.

Seit 2009 ist sie als Mutter von Leon mit den verschiedenen Kinderschmölzchen unterwegs. Erst als Adjutantenmutter , dann als Mutter des Kinderzeremonienmeisters und jetzt als Prinzenmutter. Zwischenzeitlich war sie 2012 auch noch Prinzessin in Engelskirchen, machte Ihren Trainerschein für Fitness und trainiert eine Hobby-Truppe von Freundinnen (das Tanzkorps „Rüschelchen Rot-Weiß“, das auf Festen und Feiern im Freundeskreis auftritt). Brachte vielen Tollitäten der oberbergischen Vereine die passenden Schritte für Ihre Sessionslieder bei und war und ist auch ansonsten immer da wenn man sie ruft. Da sie nun so viele Jahre Ihre Freizeit als Trainerin und Betreuerin in den Trainingshallen des Oberbergischen verbracht hatte, reichte sie dann 2012 Ihren Rücktritt als Trainerin der Burggarde ein. Sie schaut aber auch heute noch ab und an beim Training in Denklingen vorbei, wenn „Not am Mann“ bzw. der Frau ist.

Ein Leben ohne Sport und Tanzen geht für sie aber gar nicht. Seit letztem Jahr besucht sie jetzt drei Mal die Woche Zumba und Fitness-Kurse in einem Sportstudio. Sie genießt es, jetzt mal nicht vor, sondern in der Gruppe zu stehen. Mal sehen wie lange das gut geht, denn sie schaut aktuell schon wieder nach Fortbildungskursen, die sie für die Verlängerung des Trainerscheins braucht. Ganz besonders liegt der neuen Preisträgerin der Zusammenhalt aller Karnevalsvereine am Herzen und für sie ist es egal, welche Farbe die Mütze hat. Carmen Peffeköver ist in allen Vereinen des Oberbergischen bekannt, immer ein gern gesehener Gast und hat dort auch in den Jahren viele Freunde gefunden.

Die total ahnungslose, sichtlich überraschte neue Preisträgerin war emotional ergriffen, als ihr „Köbes“ Köckerling die GOLDENE NARRENKAPPE 2014 überreichte. Ihr Mann Michael, gleichzeitig auch auch 2.Vorsitzender der KG Närrische Oberberger, hatte sie mit dem Schmölzjen des Kinderprinzenpaares nach Denklingen gelockt. Es folgten noch Ehrungen durch den BDK sowie zahlreiche Gratulationen Das Publikum dankte Carmen wiederum mit „Standing Ovations“ für Ihren Einsatz im oberbergischen „Fastelovend“. Nachdem die neue Kappenträgerin die zahlreichen Glückwünsche entgegengenommen hatte, begeisterten noch der Kinderelferat der KG, die „Burgmäuse“ und die „Pänz von der Burg“ die Jecken im Rathausfoyer mit ihren Auftritten. Mit einem traditionell zünftigen Mittagsessen (Kassler und Sauerkraut), ein paar leckeren Kölsch sowie viel kölschen Tön zum Nachtisch ging eine rundum gelungene Preisverleihung am frühen Nachmittag zuende.

Text: Franz „Juppi“ Steinfort

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