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Vorbericht zum Halbfinalhinspiel im EHF-Pokal VfL Gummersbach – CAI BM Aragon

Gummersbach. VfL-Coach Sead Hasanefendic hat es am Mittwochabend kurz nach dem deutlichen Sieg gegen Dormagen auf den Punkt gebracht: „Vor uns liegt die Woche der Wahrheit.“ Man kann dem Trainer nur Recht geben, der VfL hat zwei Spiele vor der Brust, in denen sich entscheidet, ob die Oberbergischen nach vielen Jahren endlich wieder in einem Finale stehen.

Am morgigen Samstag (25. April) um 15 Uhr in der Eugen-Haas-Halle (Karten sind noch an der Tageskasse erhältlich) trifft das Hasanefendic-Team im Halbfinalhinspiel des EHF-Pokals auf den spanischen Vertreter CAI BM Aragon. Sechs Tage später, am 1. Mai, steht dann das Rückspiel im Pabellón Principe Felipe in Saragoza an.

Aragon steht zum dritten Mal hintereinander im Halbfinale des EHF-Pokals, zu einem Sieg hat es für das Team von Trainer Veroljub Kosovac jedoch noch nicht gereicht. 2007 scheiterte Aragon im Finale am SC Magdeburg, 2008 war im Halbfinale die HSG Nordhorn Endstation. In diesem Jahr wagen die Spanier also einen dritten Anlauf, den Pokal zu gewinnen. Der EHF-Cup bietet für die Aragonesen die letzte Gelegenheit, eine ansonsten eher verpatzte Saison zu retten. Im Ligapokal hat das Team den Einzug ins Viertelfinale verpasst und auch in der Liga Asobal hatten sich die vielen Aragon-Fans mehr von ihrer Mannschaft versprochen. Mit 22 Punkten rangiert das Team lediglich auf Platz acht. Allerdings reist die Gastmannschaft mit einem Sieg im Gepäck nach Gummersbach: Am Mittwochabend gewann sie das Auswärtsspiel beim Tabellenzwölften Torrevieja mit 30:29.

Souveränität zeigte das Kosovac-Team nur im EHF-Pokal: Ohne viel Mühe und ohne Niederlage – genau wie der VfL – qualifizierte sich das Team mit Siegen gegen RK Nexe (Kroatien), OS Belenenses (Portugal) und Ligakonkurrent Arrate für das Halbfinale.

Im Aragon-Kader stehen einige namhafte Internationale, die von spanischen Spielern ergänzt werden. Die Mannschaft ist schon einige Jahre zusammen und dementsprechend eingespielt. Kompaktheit, körperliche Stärke und Schnelligkeit sind die Stärken des Gastes. Die Stützen der Mannschaft sind der norwegische Nationalspieler Stian Vatne, die beiden Schweden Dalibor Doder und Robert Arrhenius sowie die Halbschützen Ivan Stankovic (Serbien) und Hussein Ali Zaky (Ägypten). Mittelmann Zaky laboriert allerdings an einem Mittelhandbruch und wird aller Voraussicht nach nicht einsatzfähig sein. Zwischen den Pfosten steht ein alter Bekannter: Yohann Ploquin gab in der Hinrunde ein kurzes Gastspiel im Tor des VfL Gummersbachs, als Goran Stojanovic verletzt ausfiel. Ploquin bildet zusammen mit dem Spanier Pablo Hernandez ein erfahrenes Torwartduo, das sich mit dem Gummersbacher Gespann Fazekas/Stojanovic messen kann.

„Aragon hat einige Weltklassespieler in seinem Kader“, weiß VfL-Geschäftsführer François-Xavier Houlet, der ein enges, hartes Spiel erwartet. „Wenn deutsche und spanische Mannschaften aufeinander treffen, spielt die Physis immer eine große Rolle. Gegen die körperlich starken Spanier müssen wir gegenhalten und den Kampf annehmen“, sagt Houlet. Wichtig sei, dass die VfL-Profis sich trotz des zu erwartenden harten Schlagabtausches nicht aus dem Konzept bringen lassen. „Es wird schwere Phasen in dem Spiel geben, da müssen wir unsere Linie behalten und besser als der Gegner spielen“, sagt Houlet, der ein schönes Spiel für die Zuschauer erwartet. „Es wird ein schnelles Spiel mit vielen Toren“, glaubt Houlet. Der VfL will sich im morgigen Hinspiel ein Polster erarbeiten, denn beim Rückspiel erwartet die Oberbergischen in Saragoza ein heißer Tanz. „Damit wir die Chance behalten weiterzukommen, müssen wir das Hinspiel in der Eugen-Haas-Halle auf jeden Fall gewinnen“, sagt Houlet.

„Auf uns wartet eine Mannschaft, die einige Klassen stärker ist als unsere anderen bisherigen EHF-Gegner“, weiß VfL-Coach Sead Hasanefendic. Homogen, variabel, erfahren, körperlich stark – das seien die Qualitäten der Spanier. Aragon sei nach Gummersbach gereist, um das Spiel zu gewinnen. „Es wird ein enges Spiel auf Augenhöhe, es kommt auf Kleinigkeiten an“, weiß der Trainer, der an die Gummersbacher Zuschauer appelliert: „Meine Mannschaft braucht die Unterstützung und die Hilfe des Publikums. Bei all unseren derzeitigen Problemen brauchen wir die Zuschauer“, sagt der Trainer, dem nach dem Spiel gegen Dormagen am Mittwoch nur zwei Tage blieben, um seine Mannschaft auf das Duell mit Aragon vorzubereiten. „Daher bin ich eigentlich froh, dass wir das erste Spiel zuhause haben. Denn danach haben wir ausreichend Zeit, uns auf das Rückspiel in Spanien vorzubereiten.“

Ob VfL-Kapitän Momir Ilic bei dem Halbfinalhinspiel dabei sein kann, entscheidet sich beim heutigen Abschlusstraining. Der Torjäger wird derzeit rund um die Uhr wegen einer Wadenzerrung behandelt. „Es ist noch zu früh, etwas Definitives zu Momirs Einsatz zu sagen. Ich hoffe aber, dass er spielen wird“, sagt Hasanefendic. Auch Viktor Szilagyi ist nach vierwöchiger Verletzungspause wieder einsatzbereit. Der Muskelfaserriss im Unterschenkel ist ausgeheilt. „Er hat noch Trainingsrückstand und ihm fehlt ein wenig die Spritzigkeit. Es wird sich kurzfristig entscheiden, ob er im Kader steht“, sagt der Trainer, der weiterhin auf Adrian Wagner und Kevin Jahn verzichten muss.

Schiedsrichter der Partie, die am morgigen Samstag um 15 Uhr in der Eugen-Haas-Halle in Gummersbach angepfiffen wird, sind die Isländer Jonas Eliasson und Ingvar Gudjonsson.

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