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Tote Bäume für das Leben !

Biologische Station Oberberg startet Projekt zur Erhaltung von Alt- und Totholz in Oberbergischen Schutzgebieten Dank der finanziellen Unterstützung der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung und des Oberbergischen Kreises startet die Biologische Station Oberberg ab sofort das Projekt „Tote Bäume für das Leben“. Alte Laubbäume sollen per Vertrag zwischen Privatwaldbesitzer und Biologischer Station von der Nutzung ausgeschlossen und ihrem natürlichen Alterungs- und Zerfallsprozess überlassen werden.

„Alte, knorrige, teils charismatische Laubbäume – am besten mit Totholzanteilen und natürlich entstandenen Höhlen – sind von geringem wirtschaftlichem aber enormen ökologischem Wert, den es zu bewahren gilt“, erläutert Frank Herhaus, Leiter der Biologischen Station, das Projekt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Flächen im Privateigentum, die im Rahmen der Landschaftspläne als Naturschutzgebiete ausgewiesen wurden. „Anlässlich des Internationalen Jahres der Wälder bewilligte die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung in 2011 das Projekt der Biologischen Station. „Wir sind sehr froh, einen kleinen Beitrag gegen den Rückgang von bedrohten Tier-und Pflanzenarten leisten zu können“, so Christoph Heider, Geschäftsführer der Hit Umwelt- und Naturschutzstiftung.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Oberbergischen Kreis, dem Waldbauernverband NRW und dem Regionalforstamt Bergisches Land umgesetzt. „Über den Weg des Vertragsnaturschutzes möchten wir Waldbesitzer dafür gewinnen, einen kleinen Beitrag in ihrem Wald zu leisten“ formuliert Rainer Ludwigs vom Amt für Planung, Entwicklung und Mobilität die Unterstützung durch den Oberbergischen Kreis. Die Vertreter des Waldbauernverbandes NRW – Bezirksgruppe Oberberg-Nord, Hans-Friedrich Hardt, und Bezirksgruppe Oberberg- Süd, Karl Wilhelm Dohrmann konnten von der Biologischen Station Oberberg als Projektpartner gewonnen werden. Hardt und Dohrmann sind sich einig: „Wir Privatwaldbesitzer sind gerne bereit, Naturschutzmaßnahmen in unseren Wäldern zu unterstützen, solange dies – wie in diesem Projekt – auf freiwilliger Basis geschieht“.

Man ist sich jedoch auch der Gefahren bewusst die vom Totholz ausgehen können: Äste die aus der Krone brechen oder sogar ganze kippende Bäume können eine ernsthafte Gefahr darstellen. „Daher kommen für das Projekt nur Bäume in Frage, die weit genug von Wegen oder Erholungseinrichtungen entfernt liegen“ konkretisiert Günter Dieck, Leiter des Regionalforstamtes, das Vorhaben. Durch entsprechende Markierungen sollen auch Waldarbeiter die Bäume rechtzeitig wahrnehmen. In der Tat sind unzählige Tiere und Pflanzen, darunter viele vom Aussterben bedrohte Arten, im höchsten Maße auf Alt- und Totholz angewiesen. Etwa 1350 verschiedene Käfer-, an die tausend Wespen-, verschiedenste Schmetterlingsarten, 600 Pilzarten sowie diverse Flechten, Farne und Moose bilden eine umfangreiche Lebensgemeinschaft. Spechte profitieren vom reichhaltigen Nahrungsangebot, ihre verlassenen Nisthöhlen nutzen zahlreiche andere Vogelarten, Fledermäuse, Siebenschläfer oder Wildbienen zur „Nachmiete“. Vorsprünge unter morschen Wurzeln und bodennahen Stammteilen dienen Amphibien und Reptilien als Winterquartier.

Kurz gesagt: Im Alt- und Totholz tobt das Leben! Alle Beteiligten sind sich einig: Nur gemeinsam bringen wir den Schutz von Arten voran. Und so ist dieses Projekt sicherlich ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit für andere Regionen in NRW. Weitere Informationen zum Projekt auch unter www.BioStationOberberg.de

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