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Für den Erhalt der Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach

Für den Erhalt der
Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Mitglieder des Schulausschusses,
sehr geehrte Fraktionsvorsitzende,

wir wenden uns an Sie mit der Bitte, bei der Schulentwicklungsplanung für die Gemeinde Engelskirchen die Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach nicht leichtfertig aufzugeben. Mit Sorge haben wir die Empfehlung des Biregio-Gutachterbüros zur Kenntnis genommen, den Standort zu schließen und die Schnellenbacher Schüler in der Ründerother Grundschule unterzubringen.

Entscheidungsgrundlage des Gutachtens sind nicht näher bezifferte Einsparungspotenziale. Die Gutachter versäumen allerdings nicht den Hinweis: „Hier muss politisch vor Ort wie in allen solchen Fällen abgewogen werden, welche Bedeutung die Grundschule Schnellenbach in der Gemeindestruktur momentan besitzt und ob eine Verlagerung der Primarstufe in das benachbarte Ründeroth politisch gewollt ist.“

Diese Einschränkung muss ernst genommen werden. Die Schnellenbacher Grundschule ist unserer Auffassung nach ein elementarer Bestandteil der dörflichen Infrastruktur im Engelskirchener Norden, ihre Schließung könnte eine verhängnisvolle Wirkung auf die Dorfentwicklung entfalten. Die Gemeinschaftsgrundschule ist neben Kirche, Kindergarten und den Sportstätten ein zentraler Ort des sozialen Miteinanders. Sie erfüllt eine wichtige Funktion als Kennenlernbörse junger Eltern. Die Gegenwart der Schüler belebt tagsüber die Schnellenbacher Ortsmitte und ist eine wichtige Voraussetzung für die Identifikation der nachwachsenden Generation mit dem hiesigen Vereinsleben und der Kirchengemeinde. Das Schulgelände ist Stätte oder Ausgangsort von Festen, die weit über das Schulmilieu ausstrahlen, wie der Martinszug. Die im Gutachten skizzierten Ersatzlösungen („Schaffung eines Gemeinschaftshauses, einer KiTa, Vereinsnutzungen etc.“) zeugen von einer Unkenntnis der örtlichen Voraussetzungen.

Die Raumplanung der Gutachter für das Schulzentrum Walbach lässt kaum Spielräume und geht von einer eher defensiven Prognose der Schülerzahl aus. Wir warnen davor, dass eine solche Prophezeiung sich selbst erfüllt, indem junge Familien von einem Umzug in die Gemeinde Engelskirchen abgehalten werden. Die Entscheidung vieler Familien für einen Wohnsitz in den Dörfern Schnellenbach, Feckelsberg, Bickenbach, Remerscheid, Hahn bis hin nach Wallefeld hängt unter anderem vom kurzen Weg zur Schnellenbacher Grundschule ab. Der in vielen Siedlungen angelaufene Generationswechsel würde durch eine Einschränkung des schulischen Angebots nicht gefördert. Die Schließung der Schnellenbacher Schule stünde deshalb auch allen sonst gehegten Hoffnungen auf eine wachsende Zuwanderung von der „überschwappenden“ Rheinschiene entgegen. Ein weiterer Rückbau der Schullandschaft wäre jedenfalls nicht förderlich bei dem Bemühen der Gemeinde Engelskirchen, sich als Bildungsstandort zu profilieren. Die Gemeinschaftsgrundschule und die ihr angegliederte Offene Ganztagsschule genießen einen hervorragenden pädagogischen Ruf. Eine Einschränkung des schulischen Angebots in diesem Teil der Gemeinde würde eine weitere Abwanderung von Schülern zur Bekenntnisschule in Nochen nach sich ziehen und nicht zwangsläufig eine Stärkung des Ründerother Schulzentrums bewirken.

Uns ist bewusst, dass der Erhalt der Schule mit Investitionen in die Bausubstanz verbunden sein wird, die die finanzschwache Gemeinde Engelskirchen nicht ohne weiteres aufbringen kann. Hier sind intelligente Lösungen gefragt. Das vorliegende Gutachten streift diese Möglichkeit aber nur und diskutiert stattdessen die unsinnige Scheinalternative einer Unterbringung zweier Grundschulen an einem Standort („Variante 1“). Eine Prüfung der Kosten und Chancen, die mit dem Erhalt des Standorts Schnellenbach verbunden wären, ist überhaupt noch nicht erfolgt.
Wir wissen, dass sich ein organisatorischer Weg und ein Fördertopf nur dann finden, wenn im Gemeinderat ein ehrlicher Wille vorhanden ist, den Schulstandort zu erhalten.

Die Unterzeichner bitten Sie um Ihren Einsatz für den Erhalt des Schulstandorts Schnellenbach als wesentlichen Bestandteil unseres Gemeindelebens!

Mit freundlichen Grüßen

Chantale Jungnitsch, Elternpflegschaft der GGS Schnellenbach
Juliane Krüger, Förderverein der GGS Schnellenbach
Pfarrer Henning Strunk, Evang. Kirchengemeinde Ründeroth/Schnellenbach
Marko Feige, Sportverein Schnellenbach
Sascha Häner, Turnverein Wallefeld
Jan Mickoleit, Turnverein Bickenbach
Georg Seifert, Bürger- und Verschönerungsverein Schnellenbach
Heinz Dombrowski, Gemeinnütziger Verein Bickenbach von 1905 e.V.
Karl Kammerer, Verschönerungsverein Remerscheid
Claudia Wiese, Verschönerungsverein Wallefeld e.V.
Roland Rien, Schützenverein Kameradschaft Bickenbach
Andrea Könen, Johanniter – Kindertagesstätte Schnellenbach
Ansgar Leisner, Evangelischer Kirchenchor Schnellenbach
Volker Haag, Friedhofspflegeverein Schnellenbach e.V.
Catrin Keimes, Evangelischer Kindergarten Wallefeld
Udo Berghaus, Friedhofsverein Wallefeld/Wahlscheid
Frank Bosch, Bürger- und Verschönerungsverein Wahlscheid

Elternpflegschaft und Förderverein der Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach haben sich in einem Offenen Brief an den Engelskirchener Bürgermeister, die Mitglieder des Schulausschusses und die Ratsfraktionsvorsitzenden für den Erhalt der Schule eingesetzt. Dieser Brief wurde außerdem von den Vorsitzenden nahezu aller Vereine in Schnellenbach, Bickenbach, Remerscheid, Wallefeld, Wahlscheid und Umgebung unterzeichnet. Politik und Verwaltung werden aufgefordert, bei der Schulentwicklungsplanung für die Gemeinde Engelskirchen die Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach nicht leichtfertig aufzugeben. Damit reagieren die betroffenen Dorfbewohner auf die Empfehlung des von der Gemeindeverwaltung beauftragten Biregio-Gutachterbüros, den Standort zu schließen und die Schnellenbacher Schüler in der Ründerother Grundschule unterzubringen. Entscheidungsgrundlage des Gutachtens sind nicht näher bezifferte Einsparungspotenziale.

Eltern und Vereine halten die Schnellenbacher Grundschule für einen elementaren Bestandteil der dörflichen Infrastruktur im Engelskirchener Norden: „Ihre Schließung könnte eine verhängnisvolle Wirkung auf die Dorfentwicklung entfalten.“ Die Initiative warnt davor, dass ein eingeschränktes Schulangebot junge Familien von einem Zuzug in die Gemeinde Engelskirchen abgehalten könnte.

Die Elterninitiative kritisiert, dass das vorliegende Gutachten nicht mit einer Prüfung der Kosten und Chancen, die mit dem Erhalt des Standorts Schnellenbach verbunden wären, verbunden ist. Vor einer Entscheidung müssten der Sanierungaufwand in Schnellenbach dem erheblichen Erweiterungsaufwand gegenübergestellt werden, der bei einer Zusammenlegung der Schulen im Schulzentrum Walbach erfolgen müsste.

Quellennachweis: Schulpflegschaft der GGS Schnellenbach

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche verantwortet die Redaktion Oberberg-Nachrichten. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist telefonisch unter 02261-9989-885, oder über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected] - Redaktionssprechstunde: Mo, Di und Do von 10-12 Uhr.

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