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208 Sekunden können Leben verändern: Peter Brandl im Krawinkelsaal

Bergneustadt – Wir alle müssen jeden Tag Entscheidungen treffen. Doch während man sich für einen Autokauf rund 20 Stunden Zeit nimmt, werden wichtige Dinge immer wieder verschoben. Doch warum ist das so? Und was kann man dagegen tun? Um diese Fragen zu beantworten, lud der BergneuStadtmarketing e.V. in Kooperation mit der Stadt Bergneustadt, dem Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER – ASU e.V. und der FREYLER Industriebau GmbH zu einer neuen Runde „Gewerbe im Gespräch“ ein.

Und dieser Einladung waren zahlreiche Unternehmer aus dem Kreis gefolgt. Der Krawinkelsaal in Bergneustadt war voll besetzt, denn das Thema „Die Kunst, schwere Entscheidungen zu treffen“ lockte die anwesenden Inhaber von Familienunternehmen hinter ihren Schreibtischen hervor.

Viele Unternehmer waren der Einladung gefolgt - Fotos: Johanna Behrendt
Viele Unternehmer waren der Einladung gefolgt – Fotos: Johanna Behrendt

„Wir freuen uns, heute einen Berufspiloten, Fluglehrer, Autor und Kommunikationstrainier begrüßen zu dürfen, der uns zeigt, wie man in den wichtigen Momenten des Lebens sein eigener Pilot bleibt“, kündigt Marlene Weiner den Gastredner des Abends an. Und dann ist es so weit: Zu den Klängen von AC/DCs „You Shook Me All Night Long“ betritt Peter Brandl die Bühne.

Peter Brandl fesselt die Zuhörer
Peter Brandl fesselt die Zuhörer

„Dieser Song läuft genau 208 Sekunden. Das kommt einem ziemlich kurz vor. Aber diese Zeit reicht aus, um Leben zu verändern“, fällt der Mittvierziger gleich mit der Tür ins Haus.

Und dann schildert er die bekanntesten 208 Sekunden der Geschichte: So lange dauerte es vom Einschlag eines Schwarms Wildgänse in die zwei Turbinen des Airbus 320 bis zur berühmten Notwasserung auf dem Hudson River. Pilot Chesley B. Sullenberger traf eine Entscheidung und rettete 155 Menschen das Leben.

„Doch wer um schwere Entscheidungen einen Bogen macht, gibt das Steuer aus der Hand. Dann entscheiden die Umstände oder andere“, weiß Brandl. Im besten Fall landet man dann am falschen Ziel, im schlimmsten in einer Katastrophe.

Um etwas zu erreichen, müsse man die Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen: „Die Piloten des Airbus fragten nicht ‚Wer hat uns jetzt den Scheiß wieder eingebrockt?’, sondern handelten einfach.“ Denn: „Selbst eine falsch Entscheidung ist besser als gar keine.“

Oft frage er Menschen auf der Straße, wie ihr Leben in ein paar Jahren aussehen soll. Die Antwort laute dann häufig: „Wir müssen froh sein, wenn es nicht schlimmer wird.“ Doch als Erwachsener müsse man auch Fehler machen dürfen, um ans Ziel zu kommen. „Ein Kind fällt etwa 50.000 mal auf die Nase, bis es laufen kann.“ Ein Erwachsener würde nach drei Versuchen aufgeben und hätte nie den aufrechten Gang gelernt. Dabei ist „Erfahrung die Summe aller überlebbarer Fehler“.

Segelflieger, Bodenhocker oder Jet-Pilot: Peter Brandl zeigt Lösungen auf
Segelflieger, Bodenhocker oder Jet-Pilot: Peter Brandl zeigt Lösungen auf

Man müsse selbst wissen, ob man lieber „Segelflieger, Bodenhocker oder Jet-Pilot“ ist. Doch: „Man darf keine Chancen aus Angst verpassen.“ Denn auf dem Sterbebett bereue man nicht seine Fehler sondern Dinge, die man nicht gemacht hat. „Man muss sich immer die Frage stellen: Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte“, gibt Brandl eine Anleitung. Nur wenn man selbst die Verantwortung für sein Leben übernimmt, können „aus Passagieren Piloten werden.“

Mit Anekdoten aus dem Leben eines Piloten, viel Wortwitz und praktischen Tipps konnte Peter Brandl seine Zuhörer fesseln und mitreißen. Seit 1993 berät er Unternehmen in Sachen Kommunikation, Verhandlungstechniken und Konfliktmanagement. Brandl, der dem Thema „Entscheidungen“ ein Buch gewidmet hat, stand im Anschluss stand für Fragen zur Verfügung.

Peter Brandl - Quelle: werdewelt GmbH
Peter Brandl stand im Anschluss stand für Fragen zur Verfügung – Quelle: werdewelt GmbH

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