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Wiehl: Kreis schult Sparkassen-Beschäftigte zum Thema Demenz

Wiehl – Das Sozialamt des Oberbergischen Kreises vermittelt Zielgruppen wie Bank- und Sparkassen- Angestellten in der Region das „Tabuthema Demenz“ – unterstützt durch das Demenz- Servicezentrum Bergisches Land. „Habe ich nun Geld abgehoben, oder nicht?!“ – Demente Menschen erinnern sich oft nicht, welche Dinge sie bereits erledigt haben. Schon scheinbar einfache Aktionen stellen demenzkranke Menschen vor große Probleme: Sie scheitern am Geldautomaten oder wiederholen dasselbe Bankgeschäft immer wieder. Als Konsequenz drohen hohe finanzielle Probleme.

(Sponsorenpool-Rotation: ARKM.marketing)

Informationen über Demenz und den Umgang mit erkrankten Kunden waren zentrale Themen der Fachveranstaltung für die Bankangestellten der Sparkasse Wiehl. (Foto: OBK)
Informationen über Demenz und den Umgang mit erkrankten Kunden waren zentrale Themen der Fachveranstaltung für die Bankangestellten der Sparkasse Wiehl. (Foto: OBK)

Über das „Tabuthema Demenz“ und die damit verbundenen Gefahren klärt das Amt für Soziale Angelegenheiten des Oberbergischen Kreises gemeinsam mit dem Demenz-Servicezentrum Bergisches Land auf. Nach Schulungen, beispielsweise für Bedienstete von Behörden und Feuerwehren, hat ein Expertenteam jetzt Bankberater der Sparkasse der Homburgischen Gemeinden in Wiehl im Umgang mit Demenzkranken geschult. „Der Kreis lädt verschiedene Zielgruppen ein, um sie mit dem Tabuthema Demenz vertraut zu machen. Nicht nur im privaten Umfeld sondern auch im beruflichen Alltag erleben wir Menschen, die nicht so reagieren, wie es aus Sicht eines Gesunden ’normal‘ wäre“, sagt Dietmar Kascha, Leiter des Amtes für Soziale Angelegenheiten des Oberbergischen Kreises. „Am Bankschalter erscheinen Kunden, die ihren Dispositionsrahmen ausgeschöpft haben und keine Abhebungen mehr vornehmen können. Sie halten sich ungewöhnlich lange in der Filiale auf und wirken desorientiert. Wir können Beschäftigte im Umgang mit verwirrten, demenzerkrankten Kunden schulen und Ihnen Anregungen vermitteln, die Ihnen den Umgang im beruflichen Alltag erleichtern.“

"Bitte unterschrieben Sie hier!" - welche Herausforderung damit für einen Demenzkranken verbunden ist, simuliert der Handschuh-Test. (Foto: OBK)
„Bitte unterschrieben Sie hier!“ – welche Herausforderung damit für einen Demenzkranken verbunden ist, simuliert der Handschuh-Test. (Foto: OBK)

Auch die Sparkasse in Wiehl hat Handlungsbedarf gespürt. „Demenz ist anfangs oft nicht eindeutig zu erkennen. Wir wollen die Kranken nicht bloßstellen. Menschen mit Demenz, die noch uneingeschränkt geschäftsfähig sind und nicht betreut werden, können mit ihrem Geld machen, was sie wollen. Aber wir sehen uns in der Verantwortung, Demenzkranke vor aberwitzigen Transaktionen zu schützen. Also schulen wir unsere Kundenberater darin, eher noch mal nachzufragen“, sagt Wolfgang Abegg. Er ist zuständig für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Sparkasse Wiehl. „Die Berater sollten sich im Umgang mit Demenzkranken Zeit nehmen und versuchen, etwas über den Kunden zu erfahren und vor allem auch Angehörige einzubinden“ sagt Monika Wilhelmi vom Demenz-Servicezentrum Bergisches Land. „Wir wollen für den Umgang mit demenzkranken Menschen sensibilisieren.“

Wie schwer es Demenzkranken fällt, einen Stift zu führen oder einen Löffel zu halten, konnten die Bankberater am Demenzparcours nachempfinden. (Foto: OBK)
Wie schwer es Demenzkranken fällt, einen Stift zu führen oder einen Löffel zu halten, konnten die Bankberater am Demenzparcours nachempfinden. (Foto: OBK)

Die Bankangestellte Martina Löttgen aus Nümbrecht ist froh über die praxisnahe Schulung : „Die Sparkasse hat mit ihren vielen Filialen auch viele ältere Kunden. Ich finde es wichtig, dass das Verständnis zwischen Sparkassenberater und Kunde sehr gut ist. Dies klappt aber nur, wenn der Sparkassenmitarbeiter seine Kunden gut kennt. Ich fühle mich jetzt viel sicherer im Umgang mit demenzkranken Kunden. Es reicht schon einfache, kurze Sätze zu formulieren, die zusätzlich mit ausgiebiger Gestik und Mimik verstärkt werden. Man muss auch mal die ein oder andere Anschuldigung ignorieren und nicht diskutieren und wir haben gelernt, um Ruhe in das Gespräch zu bringen, ist es empfehlenswert, den Kunden in einen Nebenraum zu bitten, wo es keine störende Ablenkung für ihn gibt.“

Die Diplom-Psychologin Monika Wilhelmi (r.) im regen Austausch mit Bankangestellten, die zahlreiche Situations-Beispiele mit demenzkranken Kunden aus dem Berufsalltag vortragen. (Foto: OBK)
Die Diplom-Psychologin Monika Wilhelmi (r.) im regen Austausch mit Bankangestellten, die zahlreiche Situations-Beispiele mit demenzkranken Kunden aus dem Berufsalltag vortragen. (Foto: OBK)

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Oberbergischen Kreises www.obk.de Hier finden Sie unter Soziales und Pflege Flyer zur Senioren- und Pflegeberatung zum kostenlosen Download und Kontaktdaten. Vor Ort stehen zusätzlich in allen Städten und Gemeinden im Kreis die Beratungsstellen der Senioren-/ Pflegeberatung zur Verfügung.

(Sponsorenpool-Rotation: ARKM.marketing)

Veröffentlicht von:

Aline Walter
Aline Walter ist Redakteurin und kaufmännische Mitarbeiterin bei ARKM. Als Reporterin versorgt die Studentin des Medienmanagements sowie der Unternehmensführung die Oberberg-Nachrichten täglich mit aktuellen Nachrichten und Berichten aus der Region.

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