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Breite Resonanz auf Vortragsabend beim Verein „Patienten im Wachkoma“

Bergneustadt/Neuenothe – „Noch nie ist ein Abend unserer Selbsthilfegruppe so gut besucht gewesen wie dieser“, freute sich Mechthild Glunz, Vorsitzende des Vereins „Patienten im Wachkoma“ (PiW e.V.) angesichts des bis auf den letzten Platz besetzten Seminarraums in „Haus Ilona“. Rund 80 Pflegekräfte, Angehörige, Mediziner und Mitarbeitende in Hospizgruppen oder aus der Demenzbetreuung folgten am 5. Mai der Einladung zu einem hochaktuellen Vortrag des Diplom-Psychologen Peter Ammann. Er informierte darüber, ob und wie es möglich ist, Kontakt zu „Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen“ wie Koma, Wachkoma, im Sterbeprozess oder bei Demenz aufzubauen.

(Sponsorenpool-Rotation: ARKM.marketing)

Referent Peter Ammann, der u.a. Klinikseelsorger für ihre Arbeit auf Intensivstationen ausbildet, befasst sich seit fast 10 Jahren theoretisch und praktisch mit diesem weithin unbearbeiteten Thema, das nicht zuletzt angesichts steigender Zahlen von Wachkomapatienten von wachsener Bedeutung ist.

Vortrag Peter Amman bei Patienten im Wachkoma eV 2014-05-05
Quelle: Patienten im Wachkoma e.V.

Menschen in komatösen Bewusstseinszuständen brauchen nicht nur medizinische und pflegerische Versorgung. In den existentiellen Erfahrungen und tiefen inneren Lebensprozessen, durch die sie gehen, brauchen sie menschliche und psychologische Begleitung oder auch spirituelle Unterstützung. Wie das gelingen kann, stellte Peter Ammann auf hohem fachlichem Niveau und zugleich einfühlsam und praxisnah dar. „Jeder Mensch ist ansprechbar“, lautet Ammanns Grundthese. Anders als weithin angenommen können Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen nämlich ihre Sinne minimal gebrauchen, um sich selbst und ihre Umwelt wahrzunehmen. Wer einen Weg zu solch einem Menschen suche, müsse zunächst einmal die eigene Haltung überprüfen, so Ammann.

„Bin ich in Kontakt in mir selbst? Was sind meine Überzeugungen im Blick auf Leben und Sterben? Was ist ein Mensch in meinen Augen wert, der in unserer Leistungskultur nicht mehr mithalten kann?“, fragte Ammann. Nur aus einer Grundhaltung des Respekts und der Wertschätzung heraus sei es möglich, ein heilsames Feld der Begegnung zu schaffen. „Wie er gesehen und wertgeschätzt wird, das verändert das Verhalten des Komapatienten“, konnte Peter Ammann an Beispielen aus seiner Praxis belegen.

„Das war ein toller Abend. Ich bin in vielem bestätigt worden, was ich in der Begleitung sterbender Menschen schon jetzt tue“, so das Echo einer Teilnehmerin. Und eine Pflegekraft meinte: „ Dazu möchte ich unbedingt mehr lernen“. Für das Pflegepersonal und die Therapeuten, die die Patienten in Haus Ilona begleiten, bestand diese Möglichkeit sofort. Sie konnten am Folgetag an einem Tagesseminar teilnehmen, bei dem Peter Ammann in leicht erlernbare Methoden der Kontaktaufnahme einführte.

(Sponsorenpool-Rotation: ARKM.marketing)

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