Gummersbach. Politik ist ein dreckiges Geschäft. Zumindest, wenn man sich die Diskussionen um die AfD Oberberg einmal näher anschaut.

Zwischenruf von Herausgeber Sven Oliver Rüsche:
AfD Oberberg ist kein relevantes Thema für Oberberg Nachrichten

Am vergangenen Mittwoch fand eine politische Veranstaltung von der AfD Oberberg in der Halle32 statt. Die Alternative für Deutschland hat auf ihrer Vortragsveranstaltung mit ihrem sehr fragwürdigen und schillernden AfD Landesvorsitzenden Marcus Pretzell aufgewartet. Oberberg Nachrichten erhielt hierzu zwar keine direkte Einladung, jedoch auf verschiedenen Kanälen Nachfragen, ob wir von dieser Veranstaltung nicht berichten möchten.

Am Mittwoch tagte die AfD Oberberg in der Halle32.

Oberberg Nachrichten ist eine Bürgerzeitung

Unsere Bürgerzeitung wird von einem kleinen Rumpfteam betrieben. Dieses Team setzt einen redaktionellen Rahmen und lädt andere Bürger ein, sich an dem Tagesgeschehen im Oberbergischen Kreis mit zu beteiligen. Es kann also jeder (auch Mitglieder diverser Parteien) bei uns Bürgerreporter werden.

Das feste Redaktionsteam von Oberberg-Nachrichten.de setzt sich selber Schwerpunkte. Diese drehen sich um Ausbildung, Vereine, Menschen die sich für Oberberg einbringen und Wirtschaftsthemen. Zu den Schwerpunktthemen gehören politische Wahlkampfveranstaltungen allerdings nicht. Und das halten wir bereits so seit der Gründung der ON-Redaktion im Jahr 2009. Der Herausgeber und Verantwortliche von den Oberberg Nachrichten lädt aber alle Interessierten ein, sich als Bürgerreporter einzubringen.

Politische Reportagen, Erlebnisberichte und Ausarbeitungen zu thematischen Vorgängen sind jederzeit herzlich willkommen. Solange diese sachlich, und mit namentlich genannten Augenzeugen oder fundierten Quellenangaben untermauert werden. Oberberg Nachrichten behält sich vor, die eingereichten Berichte inhaltlich zu hinterfragen und zur nachträglichen Überarbeitung an den Bürgerreporter zurückzugeben. Schließlich wollen wir auch in Zukunft keine Informationsquelle für Verschwörungstheorien oder als Fake-News Medium bekannt werden.

Lokalpolitiker sollten ihr Demokratieverständnis hinterfragen!

In Bezug auf den Eingangsvorwurf möchten wir uns ebenfalls äußern. Politik ist ein dreckiges Geschäft, weil die politische Kultur sich mehr in Richtung „Schlammschlacht“ entwickelt hat und leider von – allen(!)—Parteien sehr oft nicht mehr ein Konsens in den verschiedensten Themen gesucht wird, sondern wie Hooligans auf alles verbal eingeschlagen wird, was nicht die eigenen Vereinsfarben trägt. Ein schönes Beispiel lieferte die SPD Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier bei der Gegendemonstation vor der Halle32 am Mittwoch. Dort schaffte es die leidenschaftliche Linkspopulistin in ihrer für uns bekannten politisch unreifen Art in zwei Sätzen einen Bezug zwischen der AfD Oberberg und den unvergesslichen und unverzeihlichen Greueltaten des NS-Regime herzustellen.

Natürlich kann man den Frust verstehen, wenn man weiß, dass Michaela Engelmeier jüdische Wurzeln hat. Ihr sei auch in Bezug auf die AfD und den sehr verletzenden Äußerungen von AfD Funktionär Björn Höcke („Denkmal der Schande“) dieser Frust erlaubt. Aber was nicht fair ist, ist die überhaupt nicht mehr vorhandene Differenzierung. Nicht jedes AfD Mitglied wird morgens irgendwelche Springerstiefel schnüren, oder mit „Blondie“ im Wald spatzieren gehen. Ansonsten stünde schon der Verfassungsschutz seit langem parat. Viele dieser Parteimitglieder haben sich auch von diesen Äußerungen bereits öffentlich distanziert. Und die Parteispitze hat schon ein – hoffentlich ernstgemeintes – Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke angestoßen…

Egal wer da nun braun, blau, rot, grün oder schwarz ist. Im Kern sollten sich alle an unsere Verfassung halten. Frau Engelmeier hat es in Ihrer Rede schon richtig erkannt: Die Würde des Menschen ist unanstastbar. Das sollte allerdings auch für die (Ex-)AfD Mitglieder gelten!

Natürlich sind die meisten Politiker vernünftiger Natur, die noch Anstand haben und sich als lupenreine Demokraten bezeichnen dürfen. Das muss in diesem Kontext ebenso gesagt werden. Diese Relation müssen wir machen, ansonsten würden wir uns als Medium ja ebenfalls wie diese politische „Hooligan Fraktion“ benehmen. Ebenso hat deren Engagement unseren höchsten Respekt verdient. Ohne Politiker keine Demokratie!

Wurden die Bündnis90/GRÜNE oder auch DIE LINKE (vormals WASG und PDS) nicht auch als Chaoten von CDU/CSU/FDP/SPD zu ihren Anfangszeiten beleidigt? Und nun sind beide Parteien in Regierungsverantwortung. Sicherlich sollte man der AfD ebenso eine faire Chance geben, sich zu einer wirklichen Wahlalternative zu entwickeln. Setzen sich dort mittelfristig nur radikale und Wutbürger durch, dann wird diese Partei einen ähnlichen „Abgang“ hinlegen, wie damals die SCHILL-Partei, oder das ansehens sinkende Piraten Schiff.

Hier möchten wir aber auch den Bogen zurück zum Thema finden: Unsere Verfassung und natürlich das Strafgesetzbuch sind die höchsten Güter, die wir ebenfalls als publizierendes Medium achten und mit allen Mitteln verteidigen werden – hierzu gehört auch die Pressefreiheit. Entsprechend ist auch der inhaltliche Rahmen unserer Bürgerreporter gesetzt:

Redaktioneller Knigge für Bürgerreporter:

  • Veröffentliche für die Menschen in Deiner Region
  • Kennzeichne Deine persönliche Meinung
  • Beleidige niemanden
  • Beachte die Menschenrechte 
  • Orientiere Dich an den Pressekodex
  • Nehme in den Berichten eine sachliche Haltung ein
  • Nur eigene Fotos veröffentlichen
  • Achte die Persönlichkeitsrechte
  • Sei mutig und akzeptiere andere Meinungen (eventueller Shitstorm)

In Bezug auf politischen Meinungen und Parteien sei noch abschließend klar zu stellen, dass wir jede vom Bundes-/Landes-/Kreiswahlleiter zugelassene Partei als veröffentlichendes Organ akzeptieren, es sei denn, dass dieses Organ nachweislich vom Verfassungsschutz beobachtet wird, oder ein deutsches Gericht in einem Verfahren diese Partei als „annähernd verfassungsfeindlich“ eingestuft hat.

Oberberg Nachrichten steht für uneingeschränkte Meinungsfreiheit

Wie in diesem Text hoffentlich zu entnehmen ist, verteidigt die ON-Redaktion die uneingeschränkte Meinungsfreiheit. Der inhaltliche Rahmen wurde sehr transparent im „Knigge“ aufgezeigt, ebenso unsere Verfassungstreue. Wir sehen uns als „schwarzes Brett“ für Oberberg. Natürlich ganz ohne „Filterblase“, wie es nachweislich bei Facebook & Co. ist. Wir sind zwar aufgrund wirtschaftlicher Budgeteinschränkungen gezwungen unsere eigenen Beiträge nach eigener Relevanz zu filtern, aber das Angebot für einen breiteren inhaltlichen Fundus kommt durch die Einladung von Bürgerreportern.

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ANMELDUNG ALS OBERBERG BÜRGERREPORTER

Text & Kommentar: Herausgeber Sven Oliver Rüsche (parteilos!)
Foto: ARKM Fotoarchiv

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Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche

Sven Oliver Rüsche ist Herausgeber der Oberberg-Nachrichten und schreibt über Vereine, Menschen, Tourismus und die Wirtschaft. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002.

Kommentare

  1. Volker Heitmann
    22. April 2017 um 06:57 Uhr

    Danke für den nun wirklich ausgewogenen und objektiven Bericht. Es ist schon schlimm, wenn eine Partei in Deutschland unter Polizeischutz gestellt wird. Ich selbst halte es nicht mit der AFD, aber man sollte nicht alle Mitglieder der AFD unter einen Schirm kehren. Was Frau Engelmeier anbelangt kann man nur sagen, dass man diese Frau mit ihren teilweise Äußerungenen einfach nicht für voll nehmen kann.

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