Klopfen kann Leben retten: Informationsveranstaltungen in den Johanniter-Kitas zur Ersten Hilfe am Kind

Reichshof-Odenspiel. Der Säugling hat sich verschluckt und bekommt keine Luft mehr. Was ist bei solch einem Notfall zu tun? Jessica Schreiber übt die rettenden Handgriffe an einer vier Kilogramm schweren Babypuppe: In der Johanniter-Kita Odenspiel in Reichshof-Odenspiel hält sie die Puppe leicht geneigt und mit dem Kopf nach unten und klopft ihr von schräg oben in Richtung des Kopfes auf den Rücken. Das entfernt den Fremdkörper. „Bei einem Notfall wird dann natürlich immer der Rettungsdienst unter 112 gerufen“, betont Johanniter-Ausbilderin Gaby Nehm.

Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Zwölf Mütter haben am Samstag, 28. Januar 2017, an ihrer vierstündigen Informationsveranstaltung zur Ersten Hilfe am Kind in der Odenspieler Kita teilgenommen. Vier Stunden lang ging es dabei um Unfallprävention und die richtigen Handgriffe bei einem Notfall. Die Johanniter im Regionalverband-Rhein.-/Oberberg bieten in ihren Kindertageseinrichtungen noch bis September in Kooperation mit der Barmenia-Versicherung kostenlose Informationsveranstaltungen zur Ersten Hilfe am Kind an. „Wir laden die Eltern dabei ein, sich bei uns zum Beispiel einmal über Sorgerechtsverfügungen zu informieren“, sagt Corina Wilhems von der Barmenia in Morsbach und Wissen.

„Bis zu ihrem sechsten Lebensjahr verunglücken die meisten Kinder zu Hause, danach im Straßenverkehr“, informierte Johanniter-Ausbilderin Gaby Nehm in Odenspiel. Um Unglücke zu vermeiden, solle daher das Vorbeugen an erster Stelle stehen: „Denken Sie unbedingt an Schwimmweste und haben sie ein Auge auf Kinder an Wasserstellen. Lassen Sie ihr Kind nur mit Helm, Handschuhen und Protektoren aufs Fahrrad. Sichern Sie in der Wohnung die Fenster, Treppen und Schubladen.“

Wenn trotz aller Vorsicht etwas passiert, können richtige Handgriffe die Spätfolgen vermeiden oder das Leben retten. So etwa die stabile Bauchlage, die sich bei Babys und Kindern von der Seitenlage bei Erwachsenen unterscheidet: „Bei Kindern darf auf keinen Fall der Kopf überstreckt werden. Die Herzmassage wird dann bei Säuglingen mit nur zwei Fingern durchgeführt“, betonte Gaby Nehm in Odenspiel. Die Ausbilderin übte dann mit den Eltern das Versorgen von Prellungen, Wunden und Brüchen ein. Wichtig sei vor allem das Trösten und Warmhalten des Kindes, betonte sie: „Kinder brauchen die Zuwendung und die Rettungsdecke hilft gegen das Auskühlen ihres kleinen Körpers bei einem Schock.“

Kurse und Informationen zur Ersten Hilfe am Kind gibt es bei den Johannitern unter 02262 7626-32

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Veröffentlicht von:

Ann-Christin Haselbach

Ann-Christin Haselbach ist Redakteurin und Kundenberaterin beim ARKM Online Verlag in Gummersbach. Sie unterstützt die Redaktion und berät Neu- und Bestandskunden in allen Angelegenheiten.

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