Zum Sasionauftakt der Handball Bundesliga-Saison 2018/19 haben der VfL Gummersbach und die TSV Hannover-Burgdorf den 3.102 Zuschauern in der SCHWALBE arena am Sonntagnachmittag einen wahren Handball-Leckerbissen geboten. Das glücklichere Ende hatten die Gäste für sich, so dass sich die Gummersbacher mit einer knappen 25:26-Niederlage geschlagen geben mussten. Bis zur 56. Minute sprachen sowohl Ergebnis als auch Leistung absolut für einen Heimsieg, ehe sich das Blatt zugunsten Hannovers wendete. Statt der ersten zwei Punkte konnten sich die Gummersbacher so nur den Respekt und die Anerkennung von Gegner und Publikum erspielen.

Ohne großartiges Abtasten begegneten sich die beiden Mannschaften gleich auf Betriebstemperatur. Den ersten Gummersbacher Treffer der aktuellen Saison konnte Neuzugang Pouya Norouzi verbuchen (1:1, 3. Minute). Im Angriff erspielte sich der VfL gute Torchancen, teilweise fehlte jedoch noch die Präzision im Abschluss. Nach einer schnellen Ballstafette brachte Marvin Sommer in Minute vier den Ball nicht im Tor unter, beim 2:3 in Minute sieben machte es der Außenspieler umso besser. Trotz des leichten Rückstands blieben die Gummersbacher in einer kompakten Abwehr stabil und schafften es mit den favorisierten Hannoveranern mitzuhalten. In der 11. Minute tankte sich der starke Norouzi erneut durch die TSV-Abwehr und erzielte das 4:4. Dabei wechselte VfL-Coach Denis Bahtijarevic insbesondere im Rückraum kräftig durch.
Auf Gummersbacher Seite nahm das Spiel in der Folge immer mehr Fahrt auf. Aus einer kämpferischen Deckung heraus und mit Carsten Lichtlein als starkem Rückhalt zwischen den Pfosten agierte der VfL auch im Angriff konsequenter, was sich in der 18. Minute auszahlen sollte. In Unterzahl sorgte Stanislav Zhukov mit dem 7:6 für die erste Gummersbacher Führung. In einer von Zeitstrafen geprägten Partie übernahm der VfL mehr und mehr die Kontrolle. Dabei zog Gummersbach das Spiel erfolgreich in die Breite und band auch die Außen mit ins Spiel ein, so dass sich immer wieder Lücken für den Rückraum ergaben. Aus rund zehn Metern netzte Ivan Martinovic in der 23. Minute zum 10:8 ein.

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Auch als Carsten Lichtlein mit bis dato fünf Paraden (davon ein Siebenmeter) am Kopf getroffen wurde und zunächst aus dem Spiel genommen werden musste (17. Minute), tat das dem Spiel keinen Abbruch. Auch Matthias Puhle zeigte sich zwischen den Pfosten gleich hellwach. In der 22. Minute fand er durch seine erste Parade gleich gut ins Spiel. Dank der aufmerksamen Deckung und mit einer absolut selbstbewussten Ausstrahlung in der Offensive verteidigte der VfL bis zum Halbzeitpfiff einen konstanten Vorsprung. Als Carsten Lichtlein nach Ablauf der regulären Spielzeit für den letzten Siebenmeter der Hannoveraner ins Tor zurückkehrte, brachte er die Halle mit seiner Parade endgültig zum Toben. Halbzeitstand war damit 14:11.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur 23 Sekunden, ehe Marvin Sommer den VfL erstmals mit vier Toren in Führung warf (15:11, 31. Minute). Daraufhin brachte sich der VfL jedoch unter anderem durch eine doppelte Unterzahl und unglückliche Abschlüsse selbst in die Bredouille. Mit drei Toren am Stück spielten sich die Recken wieder auf ein Tor heran (15:14, 35. Minute). Anders als häufig in der vergangenen Spielzeit zu sehen blieb der VfL cool und biss sich aus seiner kleinen Schwächephase wieder heraus. Mit Toren von Tobias Schröter zum 16:14 (36. Minute) und Martinovic zum 17:15 (38. Minute) kam wieder Ruhe ins Gummersbacher Angriffsspiel und das Momentum kehrte zum VfL zurück. Die ersten stehenden Ovationen aus den Zuschauerrängen in der 42. Minute beflügelten die Mannschaft zusätzlich. In dieser Phase stach aus einem mannschaftlich geschlossen starkem Gummersbacher Team Neuzugang Norouzi heraus, den die Hannoveraner Deckung nicht in den Griff bekam. Von der 43. bis zur 46. Minute traf der Iraner drei Mal hintereinander für den VfL und sorgte für einen 21:17-Vorsprung.

Um den quirligen Norouzi einzudämmen, nahm Hannover ihn ab der 52. Minute in Manndeckung. Dadurch und aufgrund der verletzungsbedingten Auswechslung von Zhukov (49. Minute) musste sich der VfL im Angriff neu sortieren. Die Gummersbacher verpassten es in der Schlussphase mehrfach die Entscheidung endgültig herbeizuführen und wirkten in der Offensive nicht mehr so inspiriert und kraftvoll wie zuvor. Die TSV dagegen nutze ihre Gelegenheit aufzuschließen. Beim 23:23 in der 55. Minute konnte Hannover zum ersten Mal wieder gleichziehen und ließ sich von da an nicht abschütteln. Mit zwei erfolglosen Lattentreffern auf Gummersbacher und zwei Treffern ans Gebälk auf Hannoveraner Seite, die ihren Weg ins Tor fanden, war das Glück schlussendlich auf der Seite der Gäste. Vier Sekunden vor dem Abpfiff besiegelte Timo Kastening durch seinen Treffer die bittere 25:26-Niederlage für Gummersbach.

Auch wenn es am Ende nicht für den Überraschungscoup reichte, hat der VfL Gummersbach in der heimischen SCHWALBE arena gleich am ersten Spieltag gezeigt, was in ihm steckt. Gegen den Favoriten aus Hannover agierte der VfL mit einer aggressiven Deckung und einem selbstbewussten Angriff, wie es in der letzten Saison kaum zu sehen war. Mit einem herausragenden Norouzi, der acht Tore beisteuerte, und einem mutigen Martinovic waren zwei Neuzugänge beinahe über die gesamte Spielzeit im Einsatz, die sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt haben. Mit Spannung bis zur letzten Sekunde boten die Gummersbacher Werbung für den Handball in der SCHWALBE arena. Am zweiten Spieltag erwartet den VfL am kommenden Sonntag die Auswärtspartie gegen den HC Erlangen.

Trainerstimmen:

Denis Bahtijarevic (VfL Gummersbach): Ich bin sehr traurig, weil ich finde, dass wir 50 Minuten lang die deutlich bessere Mannschaft waren. Wir haben alles dafür getan, den Sieg in Gummersbach zu behalten, aber dann hat uns Zhukovs Verletzung in der 49. Minute zurückgeworfen. Leider hat uns dann auch noch das Glück gefehlt, so dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben. Wir haben die Latte getroffen, der Ball ging nicht rein, Hannover hat die Latte getroffen und der Ball ging ins Tor. Alles in allem sehe ich es aber trotzdem so, dass wir das bessere Spiel gemacht haben und auch die bessere Mannschaft waren, auch wenn am Ende das Glück nicht auf unserer Seite war.

Antonio Carlos Ortega (TSV Hannover-Burgdorf): Gratulation an Gummersbach, sie haben ein sehr gutes Spiel gespielt und hätten ein besseres Ergebnis verdient, aber das ist eben Sport. Es war nicht das Match, das ich erwartet habe auch wenn ich wusste, dass das Spiel für uns schwer wird, wenn Gummersbach zu Hause spielt. In der ersten Halbzeit war ich nicht glücklich mit unserem Auftreten und wir haben Pouya Norouzi nicht in den Griff bekommen. Im Grunde haben wir das Spiel erst in den letzten zwei Minuten wieder gedreht und so dann glücklich gewonnen.

Quelle: VfL Gummersbach

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Annalena Rüsche
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